
Dokumentationszentrum Zeiler Hexenturm
Dokumentationszentrum im mittelalterlichen Stadtturm und ehemaligen Fronhaus von Zeil am Main über die Hexenprozesse im Hochstift Bamberg im 17. Jahrhundert.
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Über das Museum
Zeil am Main gehörte im 17. Jahrhundert weltlich zum Hochstift Bamberg und wurde zum wichtigsten Schauplatz der bambergischen Hexenverfolgung. Zwischen 1616 und 1631 ließen der Fürstbischof und seine Regierung in zwei großen Wellen Frauen und Männer als angebliche Hexen und Zauberer festnehmen, foltern und hinrichten; in Zeil saßen auch Angeklagte aus Bamberg in Haft. Allein bis März 1619 starben in Zeil 43 Menschen auf dem Scheiterhaufen, insgesamt wurden hier über 400 Menschen verbrannt. Der Ratsherr Johann Langhans hielt die Ereignisse in einem Tagebuch fest, bevor er selbst zum Opfer wurde.
Der Obere Torturm aus dem 15. Jahrhundert, das markanteste Überbleibsel der Stadtbefestigung, diente während der Prozesse in seinem unteren Geschoss als Kerker. 2009 beschloss der Stadtrat, mit einer Dauerausstellung an die Verfolgungen zu erinnern. Sie zog in das angrenzende Fronhaus, das im 18. Jahrhundert als Gefängnis errichtet worden war und heute mit dem Turm verbunden ist; seit 2011 trägt der Turm den Namen „Hexenturm“.
Im ersten Obergeschoss zeigen Verhörprotokolle, Briefe und die Aufzeichnungen von Langhans, wie Denunziation und Folter um sich griffen; Raumgestaltung, Medienstationen und das Hörspiel „Tod auf dem Scheiterhaufen“ über Rochus Hofmann und seine Töchter machen die Schicksale greifbar. Das Dachgeschoss mit dem historischen Zugang zum Turm nimmt wechselnde Ausstellungen auf. Außerdem ist im Haus die Dokumentation „Treffpunkt Heimat“ über die Heimatvertriebenen aus Römerstadt im Sudetenland untergebracht, für die Zeil 1972 die Patenschaft übernahm.
Highlights
- Oberer Torturm aus dem 15. Jahrhundert, während der Prozesse als Kerker genutzt
- Tagebuch des Zeiler Ratsherrn Johann Langhans
- Verhörprotokolle und Briefe von Angeklagten
- Hörspiel „Tod auf dem Scheiterhaufen“ in fünf Akten
- Dokumentation „Treffpunkt Heimat“ zu den Römerstädter Heimatvertriebenen
Dauerausstellungen
- Hexenverfolgung im Hochstift Bamberg – Dauerausstellung im Fronhaus und Turm: Prozessakten, Verhörprotokolle, Briefe und das Tagebuch von Johann Langhans erzählen von den Verfolgungswellen zwischen 1616 und 1631; Inszenierungen, Medien und ein Hörspiel vertiefen einzelne Schicksale.
- Treffpunkt Heimat – Dokumentation zu Vertreibung und Neuanfang der Deutschen aus Römerstadt im Sudetenland, zur Römerstädter Wallfahrt zum Zeiler Käppele und zur Patenschaft der Stadt; mit Exponaten, Originaldokumenten, Fotos und einer Bibliothek.
- Gegründet
- 2011
- Träger
- Stadt Zeil a. Main
Eintrittspreise & Ermäßigungen
| Erwachsene | 4 € |
|---|---|
| Ermäßigt | 3 €Kinder ab 8 Jahren, Schülerinnen und Schüler, Studierende sowie Schwerbehinderte mit Ausweis |
| Kinder & Jugendliche | 3 €ab 8 Jahren |
| Menschen mit Behinderung | 3 €mit Ausweis |
| Studierende & Azubis | 3 € |
| Gruppen (ab 10 Pers.) | 3,50 € p. P.pro Person ab 10 Personen |
| Schulklasse (pauschal) | 25 € |
| Einführungsvortrag für Gruppen im Dokumentationszentrum | 30 €ca. 30 Minuten |
| Hexenführung durch das Stadtgebiet | 80 €ca. 90 Minuten, Buchung über die Stadt Zeil |
Barrierefreiheit
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht.
Kinder & Familie
Empfohlen ab 8 Jahren
Laut Bamberg Tourismus für Familien mit Kindern ab 8 Jahren geeignet.
Anreise & Parken
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Service & Gastronomie
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Veranstaltungen & Vermietung
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Besuch planen
| Führungen | nein |
|---|---|
| Hinweise | Keine regulären Führungen durch die Ausstellung; Gruppen können einen etwa 30-minütigen Einführungsvortrag buchen. Hexenführungen durch die Altstadt (ca. 90 Minuten) und Stadtführungen über stadtfuehrungen@zeil-am-main.de. Im Haus finden auch Vorträge, Lesungen und Seminare statt. |


