Die Ausstellung mit 23 Bannern zeigt, wie sich das 1924 in Magdeburg gegründete Reichsbanner für die Weimarer Republik und ihre Verfassung einsetzte, vor allem nach den Wahlerfolgen der NSDAP ab 1930, und stellt Bezüge zu Magdeburg her.
Über das Museum
Der rote Backsteinbau im Norden Magdeburgs entstand von 1873 bis 1876 als königlich-preußisches Amtsgericht mit angeschlossenem Stadtgefängnis. Ab 1940 diente der gesamte Komplex als Strafgefängnis, nach 1945 vorwiegend als Untersuchungshaftanstalt der Justiz und später der Volkspolizei. Beim Volksaufstand am 17. Juni 1953 stürmten Demonstranten das Haus und befreiten 221 Gefangene.
Von 1958 an nutzte das Ministerium für Staatssicherheit das Gefängnis als Untersuchungshaftanstalt für politische Häftlinge; das frühere Amtsgebäude wurde zum Vernehmergebäude umgebaut. Bis Dezember 1989 saßen hier mehr als 4.000 Menschen ein. Im März 1990 übergab das Bürgerkomitee das geräumte Haus an die Stadt. Eine Ausstellung über die Stasi in Magdeburg zog im Herbst 1990 rund 23.000 Besucher an und gab den Anstoß, den Ort zur Gedenkstätte zu machen.
Im Dezember 1990 beschloss die Stadtverordnetenversammlung die Gründung der Gedenkstätte. Von 1994 bis 2006 trugen sie das Land Sachsen-Anhalt und die Stadt gemeinsam, seit 2007 gehört sie zur Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt.
Schwerpunkte
Original erhaltener Zellentrakt des Untersuchungsgefängnisses
Dauerausstellung mit zwölf Räumen
Original eingerichtetes Vernehmerzimmer
Zeitzeugeninterviews an Multimediastationen
Eintritt frei
Dauerausstellung
„Grundsätzlich kann von jedem Beschuldigten ein Geständnis erlangt werden.“ Die Untersuchungshaftanstalt Magdeburg-Neustadt 1945–1989 – Zwölf Räume zeigen die Nutzungsgeschichte des Gebäudekomplexes: Im Zellentrakt die Haftanstalt bis 1958, im Vorderhaus die Verfolgung durch das MfS, die Friedliche Revolution und die Auflösung des Geheimdienstapparats. Zeitzeugeninterviews an Multimediastationen erzählen Haftschicksale.
Gegründet
1990
Träger
Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt
Leitung
Dr. Daniel Bohse
Eintrittspreise & Ermäßigungen
Der Eintritt ist frei.
Führungen und Projekttage sind kostenfrei. Für ein Zeitzeugengespräch mit Erwachsenengruppen fällt ein Unkostenbeitrag von 150 Euro an.
Barrierefreiheit
Teilweise rollstuhlgerecht
Aufzug
Barrierefreies WC
Behindertenparkplatz
Assistenzhunde erlaubt
Tastmodelle / taktile Angebote: nicht vorhanden
Führungen in Gebärdensprache: keine Angabe
Angebote in Leichter Sprache: keine Angabe
Audiodeskription: keine Angabe
Dauerausstellung und Veranstaltungsbereiche im Vorderhaus sind uneingeschränkt rollstuhlgerecht, die Etagen sind per Aufzug stufenlos erreichbar, ein rollstuhlgerechtes WC liegt im Erdgeschoss. Zum Hafthaus führen fünf Stufen; auf Wunsch wird eine Rampe angelegt. Ein ausgewiesener Behindertenparkplatz liegt gegenüber der Gedenkstätte. Die Inhalte der Medienstationen sind auch zu hören; Braille- oder Prismenschrift und ein taktiles Leitsystem gibt es nicht. Eine Broschüre mit englischer Übersetzung wird am Empfang geliehen. Um Anmeldung vor dem Besuch wird gebeten.
Kinder & Familie
Nur bedingt für Kinder geeignet
Die pädagogischen Angebote richten sich an Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse; bei jüngeren Gruppen bittet die Gedenkstätte um vorherige Rücksprache.
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
Nicolaiplatz · 5 Min. zu Fuß · 400 m
Mit der Straßenbahn Linie 1 oder 9 vom Hauptbahnhof bis Nicolaiplatz; vom S-Bahnhof Neustadt fahren die Linien 1, 9 und 10 dorthin. Von der Haltestelle geht es in die Moritzstraße Richtung Moritzplatz.
Mit dem Auto
Parkplatz kostenlos
Kostenlose Parkplätze gibt es in der Nähe, zwei Busparkplätze liegen direkt vor der Gedenkstätte; ein Behindertenparkplatz befindet sich gegenüber.
Behindertenparkplatz
Vom Magdeburger Ring über die Ausfahrt Neustadt/Mittagstraße, an der ersten Ampel links in die Umfassungsstraße; nach etwa 200 Metern liegt die Gedenkstätte im roten Backsteinbau auf der linken Seite.
Themenführungen durch die original erhaltenen Haftbereiche mit Einführung in die Dauerausstellung: Untersuchungshaft des MfS (1,5 Stunden), Erstürmung der Haftanstalt am 17. Juni 1953 (1 Stunde), Friedliche Revolution 1989/90 (1,5 Stunden). Anmeldung unter +49 391 2445590 oder info-moritzplatz@erinnern.org.