
Museum Göschenhaus – Seume-Gedenkstätte
Deutschlands einziges Verlegermuseum im einstigen Landsitz von Georg Joachim Göschen in Grimma-Hohnstädt – wegen Sanierung bis 2027 geschlossen.
Über das Museum
Der Leipziger Verleger Georg Joachim Göschen, der Werke von Goethe, Schiller, Wieland und Klopstock herausbrachte, erwarb 1795 ein Gut im Dorf Hohnstädt bei Grimma. Das Wohnhaus diente der Familie als Sommersitz und wurde rasch zum Treffpunkt von Autoren und Freunden; 1801 kam Friedrich Schiller mit Frau und Kind zu Besuch. Ab 1800 legte Göschen auf den Terrassen über der Mulde einen Garten an, der als einziger nahezu unverändert erhaltener klassizistischer Privatgarten Sachsens gilt. Von Grimma aus brach Göschens Korrektor Johann Gottfried Seume Ende 1801 zu seinem Fußmarsch nach Syrakus auf.
Bis 1934 blieb das Haus im Besitz von Göschens Nachkommen. Die neue Eigentümerin Renate Sturm-Francke richtete es nach und nach wieder im Stil der Göschenzeit ein und machte ihre Sammlung 1950 als Heimatstube öffentlich zugänglich, die sich zunehmend Seume widmete. 1967 schenkte sie das Anwesen den Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur in Weimar; ab 1979 betreute es das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig als Außenstelle. Seit 1995 gehört das Göschenhaus der Stadt Grimma.
Gezeigt wurden zuletzt unter anderem das Biedermeierzimmer mit Göschendrucken, das Seumezimmer mit Erinnerungsstücken an den Dichter, das Kaminzimmer und eine kleine Druckwerkstatt. Seit Ende September 2025 ist das Haus für eine Generalsanierung geschlossen: Ein Aufzug soll das Obergeschoss erschließen, neue Räume sollen die Hausgeschichte und die Museumsgründerin vorstellen, und die Seume-Sammlung zieht ins Balkonzimmer. Die Wiedereröffnung ist für 2027 geplant.
Highlights
- Einziges Verlegermuseum Deutschlands
- Klassizistischer Göschengarten mit Freundschaftspavillon von 1801
- Abguss der Hebe von Bertel Thorvaldsen in der Gartengrotte
- Seume-Gedenkstätte mit Erinnerungsstücken an Johann Gottfried Seume
- Kaminzimmer mit bemalter Decke für Konzerte und Lesungen
Dauerausstellungen
- Göschenhaus und Seume-Gedenkstätte – Wohnräume im Stil um 1800 mit Biedermeierzimmer, Seumezimmer, Kaminzimmer und kleiner Druckwerkstatt erzählen vom Verleger Göschen und seinem Korrektor Seume. Die Ausstellung wird während der Sanierung neu gestaltet und erweitert.
- Göschengarten – Terrassengarten von rund 4300 Quadratmetern mit Freundschaftspavillon, Theaterwiese, Seumeplatz und Hebe-Abguss nach Thorvaldsen – ein seltenes Beispiel eines klassizistischen Privatgartens.
- Gegründet
- 1950
- Träger
- Große Kreisstadt Grimma
Eintrittspreise & Ermäßigungen
| Erwachsene | 3 € |
|---|---|
| Ermäßigt | 2,50 €Menschen mit Schwerbehindertenausweis ab GdB 50 sowie Schüler, Auszubildende und Studierende ab 19 Jahren mit Nachweis |
| Kinder & Jugendliche | 1,50 €bis 6 Jahre frei · Kinder bis 6 Jahre frei. |
| Menschen mit Behinderung | 2,50 €Begleitperson frei · Begleitpersonen frei, wenn die begleitete Person einen GdB von 100 nachweist. |
| Studierende & Azubis | 2,50 € |
| Gruppen (ab 5 Pers.) | 6 € p. P.Museumsführung nur nach Buchung: bis 4 Personen 24 € pauschal, ab 5 Personen 6 € pro Person (inklusive Eintritt). Schulklassen und Kindergruppen 1 € pro Person, Begleitpersonen frei. |
| Gartenführung (ab 5 Personen) | 5 €Bis 4 Personen 20 € pauschal, nur nach Buchung |
| Kultur bei Kaffee und Kuchen | 5 €Pro Person inklusive Führung, zuzüglich Raumpauschale 40 € und Bewirtung |
Freier Eintritt: Aktionstage wie Tag des offenen Denkmals oder Museumsfest
Preisstand vor der Sanierungsschließung. Freier Eintritt mit Sozialpass, Blaulichtcard, Sächsischer Ehrenamtskarte und Juleica. Der Göschengarten war während der Öffnungszeiten frei zugänglich.
Barrierefreiheit
- Teilweise rollstuhlgerecht
- Aufzug: keine Angabe
- Barrierefreies WC: keine Angabe
- Behindertenparkplatz: keine Angabe
- Assistenzhunde erlaubt: keine Angabe
- Tastmodelle / taktile Angebote: keine Angabe
- Führungen in Gebärdensprache: keine Angabe
- Angebote in Leichter Sprache: keine Angabe
- Audiodeskription: keine Angabe
Stand vor der Sanierung: Gelände und Museum über mobile Rollstuhlrampen erreichbar, Dauerausstellung im Erdgeschoss und erste Gartenterrasse dann barrierefrei, Obergeschoss und obere Gartenterrassen nicht. Tourguide-System für Menschen mit Höreinschränkung. Mit der Sanierung erhält das Haus einen Aufzug und eine barrierefreie Toilette.
Kinder & Familie
Gut für Kinder & Familien geeignet
| Eintritt Kinder | bis 6 Jahre frei |
|---|
- Familienführungen & Workshops
Vor der Sanierung gab es Programme für Kita- und Schulkinder, etwa „Schule in alter Zeit“ oder ein Kartoffelfest, außerdem Ferienveranstaltungen mit Puppentheater, Handwerksvorführungen und Basteln sowie Plätzchenbacken in der Adventszeit.
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
Göschenhaus
Stadtbus A (Richtung Hohnstädt) vom Bahnhof Grimma bzw. aus der Altstadt bis Haltestelle Göschenhaus; Rückfahrt ab Haltestelle Hohnstädt, Wasserturmstraße. Montag bis Samstag halbstündlich, an Sonn- und Feiertagen stündlich.
Service & Gastronomie
Gaststätte „Zum Göschen“ im benachbarten Göschensgut. Nach der Sanierung ist ein kleiner Museumsshop am Eingang geplant.
Veranstaltungen & Vermietung
- Räume mietbar
- Private Feiern
- Hochzeiten / Trauungen
Bis zu 23 Personen.
Kaminzimmer und Garten mietbar (Stand vor der Sanierung: 40 € für die erste Stunde, jede weitere 30 €); während der Öffnungszeiten nur im Rahmen von „Kultur bei Kaffee und Kuchen“ für bis zu 23 Personen. Im Kaminzimmer finden auch Trauungen, Konzerte, Lesungen und Tagungen statt.
Anfrage & DetailsBesuch planen
| Führungen | ja · Dauer ca. 45 Min. |
|---|---|
| Audioguide | ja |
| Angebote für Schulen | ja |
| Hinweise | Stand vor der Sanierung: Besuch von Dauerausstellung und Garten mit Audioguide oder Textheft; Museums-, Garten- und Sonderführungen zu Göschen, Seume und Buchgeschichte nach Buchung. Für Schulklassen gibt es klassenstufengerechte Führungen von etwa 45 Minuten, für Deutschunterricht 45–60 Minuten. Gruppen ab 10 Personen nur mit Anmeldung. |



