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Mahn- und Gedenkstätte Veckenstedter Weg Wernigerode

Gedenkstätte auf dem Gelände eines ehemaligen Zwangsarbeiter- und KZ-Außenlagers mit Dauerausstellung, Originalbaracken und Mahnmal.

ÖffnungszeitenEintritt frei Rollstuhlgerecht

Über das Museum

Im April 1941 wurde am Veckenstedter Weg in Wernigerode ein Zwangsarbeitslager errichtet. Die Insassen, die aus Nordfrankreich und Belgien stammten, mussten in den Leichtmetall- und Rautalwerken Motorenteile und Ventile herstellen. Im März 1943 wurde das Lager zum ersten Außenkommando des KZ Buchenwald mit dem Tarnnamen „Richard“ umgewandelt. Die ersten Häftlinge kamen am 23. März 1943 an und mussten das Lager selbst umbauen; bis Ende 1944 waren hier insgesamt 1.144 Menschen eingesperrt.

Ende September 1944 begannen die Vorbereitungen, das Außenkommando auf ein ungenutztes Industriegelände am Stadtrand zu verlegen. Bis Ende November wurde die Zahl der Häftlinge auf 500 verringert. Die Verbliebenen wurden am zweiten Weihnachtsfeiertag 1944 in das neu hergerichtete Lager an der Steinernen Renne gebracht und am 10. April 1945 auf einen Todesmarsch geschickt.

Nach Kriegsende nutzte zunächst die US-Armee das Gelände als Internierungslager, danach diente es als Auffanglager und als sogenanntes „Umsiedlerlager“, über das die Vertriebenen im Kreis Wernigerode verteilt wurden. Von 1948 bis 1952 war es offiziell ein Altenheim, anschließend bis 1974 ein Pflegeheim. Auf Anregung ehemaliger Häftlinge beschloss der Kreis 1970, hier eine Gedenkstätte einzurichten; sie wurde am 9. Mai 1975 eröffnet.

Erhalten sind drei Holz- und zwei Steinbaracken in originaler Bausubstanz. In einer Holzbaracke wurden Untersuchungszimmer, Krankenbau und die Unterkunft sowjetischer Häftlinge anhand von Zeugenaussagen und Plänen wiederhergestellt, eine zweite Baracke beherbergt die Dauerausstellung. Ein Mahnmal erinnert an die Opfer des Nationalsozialismus, auf einer Gedenkplatte am benachbarten Gedenkort sind 36 Häftlinge verzeichnet, die im Lager ums Leben kamen. Die Arbeit der Gedenkstätte wird von einem Förderkreis unterstützt.

Schwerpunkte

  • Original erhaltene Baracken des ehemaligen KZ-Außenkommandos
  • Wiederhergestellte Räume: Untersuchungszimmer, Krankenbau, Unterkunft sowjetischer Häftlinge
  • Dauerausstellung zu Zwangsarbeit, Außenkommando und Todesmärschen
  • Mahnmal für die Opfer des NS-Terrors und Gedenkort für 36 im Lager verstorbene Häftlinge
  • Bibliothek zur NS-Zeit (Zweiter Weltkrieg, Rassenpolitik, Holocaust, Konzentrationslager, Widerstand, Literatur 1933–1945), nach Absprache nutzbar
  • Bestände zum „Lebensborn“, einsehbar in Absprache mit dem Verein Lebensspuren e. V.

Dauerausstellungen

  • Dauerausstellung zum Lager am Veckenstedter Weg – Dokumente und Exponate zur Geschichte des Zwangsarbeiter- und KZ-Außenlagers, des Außenkommandos Steinerne Renne und der Todesmärsche.
  • Originalräume der KZ-Zeit – In einer Holzbaracke lassen sich Untersuchungszimmer, Krankenbau und Unterkunft sowjetischer Häftlinge besichtigen.
Gegründet
1975
Träger
Landkreis Harz

Eintrittspreise & Ermäßigungen

Der Eintritt ist frei.

Eintritt frei, Spenden sind willkommen. In der Gedenkstätte sind Broschüren über die Lager und die Nutzung des Geländes nach 1945 (1,50 bis 5 €) sowie kostenlose Flyer erhältlich.

Barrierefreiheit

  • Rollstuhlgerecht
  • Aufzug: keine Angabe
  • Barrierefreies WC: keine Angabe
  • Behindertenparkplatz: keine Angabe
  • Assistenzhunde erlaubt: keine Angabe
  • Tastmodelle / taktile Angebote: keine Angabe
  • Führungen in Gebärdensprache: keine Angabe
  • Angebote in Leichter Sprache: keine Angabe
  • Audiodeskription: keine Angabe

Die Ausstellungsbaracken sind mit dem Rollstuhl befahrbar. Im Bereich der Originalräume ist der Flur nur so breit, dass jeweils ein Rollstuhl hindurchpasst.

Kinder & Familie

Nur bedingt für Kinder geeignet

  • Familienführungen & Workshops

Nur bedingt für Kinder geeignet: Die Gedenkstätte richtet sich vor allem an Schulklassen und Jugendgruppen, die Ausstellung eignet sich für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5. Führungen nach Anmeldung.

Anreise & Parken

Mit Bus & Bahn

Zaunwiese

Stadtbuslinien 3 und 4, Haltestelle „Zaunwiese“ gegenüber dem Bürgerpark

Mit dem Auto

Parkplatz vorhanden

Eigener Parkplatz der Gedenkstätte

Die Gedenkstätte liegt am früheren Stadtrand von Wernigerode, unweit des Bürgerparks (Dornbergsweg) und des Luftfahrtmuseums (Gießerweg). Mit dem Auto von der A 36 (Abfahrt Wernigerode-Nord) oder auf der alten B 6 aus Ilsenburg zum Kreisel am Veckenstedter Weg, dort Richtung „Harzblick/Charlottenlust“; die Einfahrt liegt nach etwa 300 m links. Von der B 244 über das Gewerbegebiet und die Straße Zaunwiese bis zum Kreisel, dort die zweite Ausfahrt und nach etwa 50 m rechts in die Einfahrt.

Route planen

Service & Gastronomie

  • Café: nicht vorhanden
  • Restaurant: nicht vorhanden

Kein gastronomisches Angebot.

Veranstaltungen & Vermietung

Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht.

Besuch planen

Führungenja
Angebote für Schulenja
HinweiseFührungen sind flexibel gestaltbar, sollten aber unbedingt angemeldet werden; einzuplanen sind mindestens 60 Minuten. Für Schulen gibt es neben Führungen auch Projekttage und Schülerprojekte; Vorträge und Filme für Schulen, Jugend- und Reisegruppen nach vorheriger Absprache. Die Bibliothek ist nach Absprache zugänglich, Bestände von Bibliothek und Archiv zum „Lebensborn“ in Absprache mit dem Verein Lebensspuren e. V. Jedes Jahr werden ein bis zwei Sonderausstellungen gezeigt.

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