Die Schau erzählt von den Bauphasen der Burg zwischen dem 19. und der Mitte des 20. Jahrhunderts und zeigt dabei bislang unbekannte Fundstücke, ausgemusterte Bauschmuckteile und historische Baustellenfotos.
Über das Museum
Der Überlieferung nach ließ Graf Ludwig der Springer um 1067 die erste Burg auf dem Bergsporn über dem heutigen Eisenach errichten. Unter den Ludowingern, die zu Landgrafen von Thüringen aufstiegen, wurde die Wartburg zu einem bedeutenden Fürstensitz. Im späten 12. Jahrhundert entstand der romanische Palas, der als einer der am besten erhaltenen Profanbauten seiner Zeit nördlich der Alpen gilt. Am Hof lebte zu Beginn des 13. Jahrhunderts auch die später heiliggesprochene Elisabeth von Thüringen, und die Sage vom Sängerkrieg verbindet den Ort mit den großen Minnesängern.
Weltgeschichtliche Bedeutung erlangte die Burg 1521/22: Martin Luther fand hier nach dem Wormser Reichstag als „Junker Jörg“ Unterschlupf und übertrug in wenigen Wochen das Neue Testament ins Deutsche. 1817 versammelten sich Studenten zum Wartburgfest, einem frühen Signal der deutschen Nationalbewegung.
Im 19. Jahrhundert ließ Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach die teils verfallene Anlage im historisierenden Sinn wiederherstellen und ausstatten, unter anderem mit den Fresken Moritz von Schwinds. Seit 1922 kümmert sich die Wartburg-Stiftung um Erhalt und Vermittlung, 1999 wurde die Burg in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.
Der Rundgang führt heute durch die historischen Räume des Palas, das Museum mit Kunstsammlung und die Lutherstube. Ab 2027 wird der Palas umfassend saniert; die Burg bleibt dabei mit Einschränkungen geöffnet.
Highlights
Romanischer Palas aus dem späten 12. Jahrhundert
Lutherstube, in der Luther 1521/22 das Neue Testament übersetzte
Festsaal und Sängersaal mit Fresken von Moritz von Schwind
Elisabethgalerie und Elisabethkemenate
Cranach-Bildnisse von Hans und Margarethe Luther
Ausblick vom Südturm über den Thüringer Wald
Dauerausstellungen
Palas, Museum und Lutherstube – Rundgang durch die historischen Säle des Palas mit den Schwind-Fresken, das Museum mit Werken der Wartburg-Kunstsammlung und die Stube, in der Luther die Bibel übersetzte.
Gegründet
1067
Träger
Wartburg-Stiftung
Leitung
Prof. Martin Eberle (Burghauptmann)
Besucher pro Jahr
ca. 470.000
Eintrittspreise & Ermäßigungen
Erwachsene
13 €
Ermäßigt
9 €Menschen mit Schwerbehinderung, sozial Benachteiligte, Studierende und Auszubildende
Kinder & Jugendliche
5 €bis 6 Jahre frei · Kinder und Schüler von 7 bis 18 Jahren; Kinder bis einschließlich 6 Jahre frei.
Seniorinnen & Senioren
–Keine Seniorenermäßigung genannt.
Menschen mit Behinderung
9 €Ermäßigter Eintritt für Gäste mit Schwerbehinderung; Regelung für Begleitpersonen auf der Website nicht angegeben.
Studierende & Azubis
9 €Studierende und Auszubildende
Gruppen (ab 15 Pers.)
–Reservierung für Gruppen ab 15 Personen über den Besucherservice (Tel. +49 3691 250-220); Gruppenpreise auf Anfrage. Schulklassen: Führung 5 €, Führung mit Workshop 8,50 € pro Schüler.
Familien
31 €2 Erwachsene mit max. 5 Kindern; Minifamilie (1 Erwachsener mit max. 5 Kindern) 22 €.
Preise gelten für Palas, Museum und Lutherstube (mit Führung oder Audioguide); Sonderausstellung inklusive. Besuch der Außenanlagen, Burghöfe und des Thüringer Erlebnisportals kostenlos. Zuschläge: Fotoerlaubnis 2 €, Südturm 1 €. Burg-Shuttle ab Parkplatz 4 € einfach / 7 € hin und zurück. Für 2027 ist ein Kombiticket mit dem Ausweichstandort in Eisenach angekündigt.
Barrierefreiheit
Teilweise rollstuhlgerecht
Aufzug: nicht vorhanden
Barrierefreies WC
Behindertenparkplatz: keine Angabe
Assistenzhunde erlaubt
Tastmodelle / taktile Angebote
Führungen in Gebärdensprache: nicht vorhanden
Angebote in Leichter Sprache
Audiodeskription: keine Angabe
Die Burg ist in weiten Teilen nicht barrierefrei: steile, gepflasterte Auffahrt (Burg-Shuttle empfohlen), Außenbereiche nur bedingt mit Rollstuhl nutzbar. Palas, Museum und Lutherstube verteilen sich über drei Etagen mit Wendeltreppen ohne Aufzug. Das Thüringer Erlebnisportal am Parkplatz ist vollständig barrierefrei (mit Induktionsschleife und barrierefreiem WC); ein weiteres barrierefreies WC neben dem Besucherservice auf der Burg. Tastmodell der Burg mit Braille auf dem Burghof, ertastbare Objekte bei Führungen. Gebärdensprachdolmetscher müssen selbst mitgebracht werden. Website in Leichter Sprache. Individuelle Beratung unter +49 3691 250-220.
Kinder & Familie
Gut für Kinder & Familien geeignet
Besuchsdauer
ca. 1,5 Std.
Eintritt Kinder
bis 6 Jahre frei
Familienticket
31 € · 2 Erwachsene mit max. 5 Kindern; Minifamilie (1 Erwachsener mit max. 5 Kindern) 22 €.
Familienführungen & Workshops
Entdeckerheft, Rallye oder Kinder-Audioguide
Mitmach- & Anfassstationen
Spielplatz / Spielecke
Programm „Familienburg“: Familienführungen durch Palas, Museum und Lutherstube (am Wochenende, in den Ferien und an Feiertagen um 11 und 13 Uhr), Kinder-Audioguide mit der Abenteuermaus Alba in mehreren Sprachen, Sonderausstellung mit Mitmachstationen. Kostenlos im Außenbereich: Kletter- und Erlebnispfad „Eselei“ und eine Mitmach-Baustelle zu mittelalterlichen Bautechniken. Die Auffahrt zur Burg ist teils sehr steil und gepflastert.
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
Wartburg-Parkplatz / Thüringer Erlebnisportal · 500 m
Buslinie 3 ab Busbahnhof am Hauptbahnhof Eisenach (auch ab weiteren Haltestellen in der Stadt) bis zum Wartburg-Parkplatz am Thüringer Erlebnisportal; von dort rund 500 m steiler Aufstieg oder kostenpflichtiger Burg-Shuttle.
Mit dem Auto
Parkplatz gebührenpflichtig · 500 m zum Eingang
Gebührenpflichtiger Wartburg-Parkplatz für Pkw, Motorräder, Busse und Wohnmobile (Tagesticket Pkw 7 €, Bus 25 €, Wohnmobil 12 €); kostenlose Fahrradgaragen. Alternativ Parkplätze im Mariental oder in der Innenstadt. Burg-Shuttle zwischen Parkplatz und Burg 4 € je Fahrt, 7 € hin und zurück.
Navi: Auf der Wartburg 1, 99817 Eisenach. Mit dem Fahrrad ist die Auffahrt zur Burg nicht erlaubt. Zu Fuß u. a. über den Luthererlebnispfad ab dem Marktplatz.
„Zucker & Zimt Wartburg-Café“ im historischen Gadem sowie „Zucker & Zimt am Kräutergarten“ im zweiten Burghof. Das Café im Gadem schließt wegen der Bauarbeiten Ende 2026; die Gastronomie soll Anfang 2027 in das ehemalige Hotel neben der Burg umziehen. Das Hotel auf der Wartburg ist seit 2022 geschlossen.
Veranstaltungen & Vermietung
Laut Website keine Angaben zur Vermietung von Räumen; Anfragen über den Besucherservice (besucherservice@wartburg.de). Festsaal und Sängersaal werden für Konzerte und eigene Veranstaltungen der Stiftung genutzt.
Besuch planen
Führungen
ja · Dauer ca. 45 Min.
Audioguide
ja (DE, EN, ES, FR, NL, ZH, JA, IT, KO)
Angebote für Schulen
ja
Fotografieren
In den Innenräumen nur mit kostenpflichtiger Fotoerlaubnis (2 €)