
Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim
Gedenkstätte für die fast 30.000 Opfer der NS-Euthanasie in Schloss Hartheim bei Linz, mit der Ausstellung „Wert des Lebens“.
Über das Museum
Das Renaissanceschloss Hartheim in der Gemeinde Alkoven entstand Anfang des 17. Jahrhunderts. Ende des 19. Jahrhunderts schenkte es Fürst Starhemberg dem Oberösterreichischen Landeswohltätigkeitsverein, der hier ab 1898 Menschen mit Behinderungen betreuen ließ; die Pflege übernahmen Barmherzige Schwestern.
Nach dem „Anschluss“ ging das Schloss an den Reichsgau Oberdonau. Im Frühjahr 1940 wurde es binnen weniger Wochen zu einer Tötungsanstalt der „Aktion T4“ umgebaut. Bis 1944 wurden hier rund 30.000 Menschen mit Gas ermordet: Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen aus Anstalten und Heimen, arbeitsunfähige Häftlinge aus Mauthausen-Gusen, Dachau und Ravensbrück sowie Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Zur Jahreswende 1944/45 wurden die Spuren der Tötungsanlagen weitgehend beseitigt.
Nach 1945 diente das Schloss als Unterkunft für Displaced Persons, Flüchtlinge und später Hochwasseropfer; bis zu 30 Mietparteien wohnten darin. 1969 entstanden erste Gedenkräume. Der 1995 gegründete Verein Schloss Hartheim setzte sich für eine ausschließliche Nutzung als Gedenk- und Lernort ein; nach Renovierung wurde der Lern- und Gedenkort 2003 eröffnet. 2002 wurden an der Ostseite des Schlosses sterbliche Überreste von Opfern auf einem Friedhof bestattet.
Im Erdgeschoß liegt die Gedenkstätte mit Dokumentationsräumen, den ehemaligen Tötungsräumen und einem Raum der Stille. Im ersten Obergeschoß zeigt die 2021 neu eröffnete Dauerausstellung „Wert des Lebens“, wie Gesellschaften seit der Aufklärung mit Menschen umgingen, die als „unbrauchbar“ galten. Eine Dokumentationsstelle erforscht Opferbiografien.
Highlights
- Ehemalige Tötungsräume und Dokumentationsräume der Gedenkstätte
- Dauerausstellung „Wert des Lebens“ (neu eröffnet 2021)
- Raum der Stille und Friedhof an der Ostseite des Schlosses
- Renaissanceschloss aus dem frühen 17. Jahrhundert
- App mit Texten in Leichter Sprache, Gebärdensprachvideos und Fremdsprachen
Dauerausstellungen
- Gedenkstätte – Dokumentationsräume zur NS-Euthanasie mit Opferbiografien und Täterprofilen sowie die ehemaligen Räume des Tötungsbetriebs und ein Raum der Stille im Erdgeschoß.
- Wert des Lebens. Der Umgang mit den „Unbrauchbaren“ – Spannt den Bogen von der Aufklärung bis heute und fragt, wer Menschen als „unbrauchbar“ einstuft, welche Folgen das hatte und wie inklusive Alternativen aussehen.
- Gegründet
- 2003
- Träger
- Verein Schloss Hartheim
- Leitung
- Florian Schwanninger
Eintrittspreise & Ermäßigungen
| Erwachsene | 5 € |
|---|---|
| Ermäßigt | 4 €Schülerinnen und Schüler, Personen in Ausbildung, Präsenz- und Zivildiener, Opferverbände, Menschen mit Behinderung und Beschäftigte von Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, Seniorinnen und Senioren, Inhaber der MÖ Card, ICOM Card oder Vorteilskarte der Kirchenzeitung |
| Kinder & Jugendliche | 4 €Schülerinnen und Schüler zahlen den ermäßigten Preis. |
| Seniorinnen & Senioren | 4 € |
| Menschen mit Behinderung | 4 €Begleitperson frei · Begleitpersonen von Menschen mit Behinderung haben freien Eintritt. |
| Studierende & Azubis | 4 €Personen in Ausbildung |
| Gruppen (ab 10 Pers.) | 8 € p. P.Begleitung durch Gedenkstätte und Ausstellung (2 Stunden) pro Person, ermäßigt 7 €; Vermittlungsprogramme 3–5 Stunden 9–12 € pro Person; Mindestgruppengröße für Begleitungen 10 Personen (bei kleineren Gruppen Pauschale). |
| Öffentliche Begleitung (1. Sonntag im Monat, 14 Uhr) | 8 €Schülerinnen und Schüler, Lehrlinge und Studierende 7 € |
| Zuschlag für Besuche außerhalb der Öffnungszeiten | 50 €Pauschale pro Gruppe |
Die Gedenkstätte ist bei freiem Eintritt zugänglich; der Eintrittspreis gilt für die Ausstellung „Wert des Lebens“. Für Opferangehörige, Begleitpersonen von Menschen mit Behinderung und Inhaber des Kulturpasses „Hunger auf Kunst & Kultur“ ist der Besuch kostenfrei. Spenden willkommen.
Barrierefreiheit
- Rollstuhlgerecht
- Aufzug: keine Angabe
- Barrierefreies WC: keine Angabe
- Behindertenparkplatz: keine Angabe
- Assistenzhunde erlaubt
- Tastmodelle / taktile Angebote: keine Angabe
- Führungen in Gebärdensprache: keine Angabe
- Angebote in Leichter Sprache
- Audiodeskription: keine Angabe
Gedenkstätte, Ausstellung und Außenbereiche sind für Rollstühle durchgängig befahrbar; Leihrollstuhl kostenlos im Shop bzw. an der Kassa. Die historischen Stiegenhäuser sind steil und schmal. Eine App bietet die Ausstellungstexte in Leichter Sprache, mit Gebärdensprachvideos, als Audio und in Fremdsprachen; dazu Rundgangsbroschüren in Leichter Sprache und Begleitungen in leicht verständlicher Sprache. Assistenzhunde erlaubt.
Kinder & Familie
Nur bedingt für Kinder geeignetEmpfohlen ab 14 Jahren
Empfohlenes Mindestalter: 14 Jahre für die Gedenkstätte, 10 Jahre für die Ausstellung. Vermittlungsangebote für Schulklassen ab der 8. Schulstufe.
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
Alkoven (Linzer Lokalbahn) · 15 Min. zu Fuß
Mit der Bahn bis Linz Hauptbahnhof, weiter mit der Linzer Lokalbahn (S 5) bis Alkoven; vom Bahnhof Alkoven etwa 15 Minuten zu Fuß
Mit dem Auto
Parkplatz vorhanden
Parkplätze für Pkw, Busse und Fahrräder direkt neben dem Schloss.
Mit dem Auto über die B 129 am rechten Donauufer (von Linz über Wilhering) oder über Eferding. Mit dem Rad über den nahen Donauradweg.
Route planenService & Gastronomie
- Café
- Museumsshop
Shop mit Fachliteratur im Eingangsbereich. Das sozial-integrativ geführte Café Lebenswert (Arkadenweg 2) liegt in unmittelbarer Nähe (Mo–Do 9:30–15:15, Fr 9:30–12:15 Uhr); Gruppen bitte anmelden, Jause für Schulklassen auf Bestellung.
Veranstaltungen & Vermietung
- Räume mietbar
Vier Seminarräume und ein Saal sind während der Öffnungszeiten buchbar – nur für Veranstaltungen mit inhaltlichem Bezug zur Geschichte des Ortes.
Anfrage & DetailsBesuch planen
| Führungen | ja · Dauer ca. 2 Std. |
|---|---|
| Angebote für Schulen | ja |
| Fotografieren | Film- und Fotoaufnahmen zur kommerziellen Nutzung nur mit Genehmigung der Leitung. |
| Hinweise | Öffentliche Begleitung durch Gedenkstätte und Ausstellung jeden ersten Sonntag im Monat um 14 Uhr (2 Stunden, ab einer Person, ohne Anmeldung). Für Gruppen Begleitungen, Vermittlungsprogramme ab der 8. Schulstufe und berufsspezifische Angebote nach Reservierung (office@schloss-hartheim.at, +43 7274 6536 546). Das Haus empfiehlt, nicht mehrere Gedenkstätten an einem Tag zu besuchen. Angemessene Kleidung und ruhiges Verhalten erbeten; Tiere außer Assistenzhunden nicht erlaubt. |





