
Deutsches Peitschenmuseum
Deutschlands einziges Peitschenmuseum im alten Bahnhof von Killer: Werkstatt mit Flechtmaschine und Geschichte der Peitschenmacher.
Über das Museum
Das kleine Dorf Killer im Killertal war über rund zwei Jahrhunderte das Zentrum der deutschen Peitschenfertigung. Weil der enge Talkessel kaum ertragreiche Landwirtschaft zuließ, stellten viele Familien Fahr- und Stockpeitschen für Fuhrleute, Kutscher und Bauern her; zeitweise kam fast jede zweite in Deutschland verwendete Peitsche von hier. Mit der Motorisierung verschwand das Handwerk, das einst eine dreijährige Lehre erforderte, nach dem Zweiten Weltkrieg nahezu vollständig.
Der Heimatforscher Jürgen Simmendinger, Enkel eines Peitschenmachers, sammelte Dokumente, befragte die letzten Zeitzeugen und zeigte 1987 bei den Heimattagen in Albstadt mit einer restaurierten Flechtmaschine das alte Handwerk. Als Vorsitzender des 1987 gegründeten Heimatvereins Killer warb er für ein eigenes Museum. Die Hohenzollerische Landesbahn überließ dem Verein den zum Abriss vorgesehenen Bahnhof, den Mitglieder in mehrjähriger ehrenamtlicher Arbeit sanierten. Am 5. September 1993 öffnete das Deutsche Peitschenmuseum erstmals für Besucher.
Nach dem Tod des Gründers übernahm 2007 sein Sohn Oliver Simmendinger die Leitung; 2012 wurde das Haus als vorbildliches Heimatmuseum im Regierungsbezirk Tübingen ausgezeichnet. Im Frühjahr 2020 beschädigten Brandanschläge das Gebäude, die angebaute Cafeteria ging verloren, und regelmäßige Öffnungstage entfielen. Inzwischen empfängt das Museum an einzelnen Sonn- und Feiertagen sowie zu Gruppenführungen wieder Gäste. Herzstück ist die vollständige Werkstatt im früheren Frachtraum mit einer über 150 Jahre alten Flechtmaschine.
Highlights
- Vollständig eingerichtete Peitschenwerkstatt im ehemaligen Frachtraum
- Über 150 Jahre alte Flechtmaschine mit 32 Spindeln und Transmissionsantrieb
- Sammlung „Peitschen aus aller Welt“
- Löwendompteurpeitsche des Zirkusdirektors Sarrasani
- Museum im historischen Bahnhof Killer
Dauerausstellungen
- Peitschenmacherhandwerk in Killer – Rundgang durch Wartesaal, Kontor und Werkstatt des alten Bahnhofs: Rohstoffe und Dokumente der Peitschenmacher, Peitschen aus aller Welt und funktionsfähige Maschinen der Peitschenherstellung.
- Gegründet
- 1993
- Träger
- Heimatverein Killer e.V.
- Leitung
- Oliver Simmendinger
Eintrittspreise & Ermäßigungen
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Barrierefreiheit
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Kinder & Familie
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Anreise & Parken
Mit dem Auto
Parkplatz kostenlos
Kostenlose Parkplätze direkt am Museum.
Das Museum liegt im ehemaligen Bahnhof der Hohenzollerischen Landesbahn (heute SWEG) und ist von der B 32 in wenigen Minuten erreichbar: aus Richtung Sigmaringen kurz vor dem Ortsende von Killer rechts Richtung Salmendingen, aus Richtung Balingen/Hechingen am Ortseingang links Richtung Salmendingen; nach dem Bahnübergang links.
Route planenService & Gastronomie
- Café: nicht vorhanden
- Museumsshop
Die Cafeteria ist seit dem Brandanschlag nicht nutzbar; bei schönem Wetter gibt es an Öffnungstagen eine kleine Bewirtung im Freien. Kleiner Museumsshop im ehemaligen Wartesaal, u. a. mit Kinderpeitschen, Peitschenseilen und Likör.
Veranstaltungen & Vermietung
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Besuch planen
| Führungen | ja · Dauer ca. 45 Min. |
|---|---|
| Audioguide | ja |
| Hinweise | An Öffnungstagen Rundgang mit Audioguide; zu jeder vollen Stunde werden die historischen Maschinen in der Werkstatt vorgeführt. Gruppenführungen durch alle Räume nach Vereinbarung für bis zu 25 Personen, Dauer etwa 45 bis 60 Minuten. |





