Die Schau verfolgt die Entwicklung des Jenischparks von Caspar Voghts Mustergut über den Landschaftspark der Familie Jenisch bis zur Zeit des Nationalsozialismus und danach.
Über das Museum
Der Hamburger Kaufmann und Senator Martin Johan Jenisch erwarb 1828 den südlichen Teil des Flottbeker Landguts von Caspar Voght, der hier ab 1785 eine Mustergutsanlage im Stil einer englischen „ornamented farm“ geschaffen hatte. Jenisch gab die Landwirtschaft auf, ließ das Gelände zum Landschaftspark umgestalten und 1831 bis 1834 ein Sommerhaus errichten. Die Pläne stammten von Franz Gustav Forsmann und wurden von Karl Friedrich Schinkel überarbeitet; es entstand ein weißer, dreigeschossiger Kubus mit dorischem Portikus zur Elbe.
Die Raumaufteilung spiegelt das großbürgerliche Leben: Repräsentationsräume im Erdgeschoss, Wohnräume der Familie darüber, Personal im niedrigen Obergeschoss. 1927 pachtete die Stadt Altona den Park, um eine Parzellierung durch die Erben zu verhindern, und öffnete ihn für die Allgemeinheit; Ende der 1930er-Jahre gingen Villa und Park in städtischen Besitz über. Seit 1936 wird das Haus museal genutzt, 1955 wurde es zum Museum hanseatischer Wohnkultur umgestaltet.
Heute zeigen die Säle im Erdgeschoss Möbel, Gemälde und Kunsthandwerk vom Barock über Empire bis zum Biedermeier, teils aus anderen Hamburger und Altonaer Bürgerhäusern. Die Obergeschosse dienen wechselnden Ausstellungen, meist zu Kunst, Architektur und Gartenkunst des frühen 19. Jahrhunderts. Seit 2008 gehört das Jenisch Haus als Außenstelle des Altonaer Museums zur Stiftung Historische Museen Hamburg. Im selben Park liegt das Ernst-Barlach-Haus.
Highlights
Weißer Saal mit Stuck, Parkett aus der Bauzeit und Kronleuchter nach Schinkel-Entwurf
Unterer Elbsalon mit Empire-Möbeln und Blick über die Elbe
Spielbarer Erard-Hammerflügel von 1838 im Musiksalon
Jenisch-Zimmer mit Erinnerungsstücken an den Bauherrn
Lage im Jenischpark, einem bedeutenden Landschaftsgarten an der Elbe
Dauerausstellungen
Das Jenisch Haus – Wohnkultur des 19. Jahrhunderts – Eine Folge historisch eingerichteter Säle im Erdgeschoss vermittelt, wie wohlhabende Hamburger Familien um die Mitte des 19. Jahrhunderts lebten und feierten.
Gegründet
1936
Träger
Stiftung Historische Museen Hamburg (Außenstelle des Altonaer Museums)
Eintrittspreise & Ermäßigungen
Erwachsene
7 €
Ermäßigt
4 €Schüler:innen und Berufsschüler:innen ab 18 Jahren, Studierende, Auszubildende, Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger:innen, FSJ, Schwerbehinderte, Inhaber:innen der Hamburg Card
Kinder & Jugendliche
freibis 17 Jahre frei · Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren frei
Seniorinnen & Senioren
–Keine Seniorenermäßigung ausgewiesen
Menschen mit Behinderung
4 €Begleitperson frei · Ermäßigung ab GdB 50; Ausweis an der Kasse vorzeigen
Studierende & Azubis
4 €
Gruppen (ab 10 Pers.)
4 € p. P.Gruppenkarte ab 10 Personen; Führungen und Anmeldung selbstorganisierter Gruppen über den Museumsdienst Hamburg
Familien
–Kein Familienticket ausgewiesen; unter 18 Jahren frei
Freier Eintritt:31. Oktober (Reformationstag, Aktion #seeforfree)
Freier Eintritt u. a. für Mitglieder des Deutschen Museumsbunds, von ICOM und der SHMH-Freundeskreise sowie für notwendige Begleitpersonen Schwerbehinderter.
Barrierefreiheit
Rollstuhlgerecht: nicht vorhanden
Aufzug: nicht vorhanden
Barrierefreies WC: nicht vorhanden
Behindertenparkplatz: keine Angabe
Assistenzhunde erlaubt
Tastmodelle / taktile Angebote: keine Angabe
Führungen in Gebärdensprache: keine Angabe
Angebote in Leichter Sprache
Audiodeskription: keine Angabe
Geprüft nach „Reisen für Alle“. Aus Denkmalschutzgründen nicht barrierefrei: Zugang zu Fuß durch den Park, Eingang über sechs Stufen, kein Aufzug; Obergeschosse nur über Treppen, Toiletten im Keller, kein Rollstuhl-WC. Café, Shop und Säle im Erdgeschoss liegen direkt hinter dem Haupteingang. Assistenzhunde erlaubt; Kurztext in Einfacher Sprache.
Kinder & Familie
Gut für Kinder & Familien geeignet
Eintritt Kinder
bis 17 Jahre frei
Familienführungen & Workshops
Entdeckerheft, Rallye oder Kinder-Audioguide
Rallye für Kinder durch das Haus, Familienführungen sonntags zu den Sonderausstellungen, Mitmachangebote laut Kalender und Ferienprogramm der SHMH; Führungen für Kitas und Schulklassen über den Museumsdienst Hamburg.
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
S1 bis Klein Flottbek; Bus 39 und 286 bis „Fähre Teufelsbrück“; Bus 112/115 bis „Marxsenweg“; HADAG-Fähren 62 und 64 bis Teufelsbrück.
Das Haus ist nur zu Fuß durch den Jenischpark erreichbar; eine Zufahrt in den Park gibt es nur mit Sondergenehmigung. Mit dem Auto über die A7, Ausfahrt Othmarschen, Richtung Klein Flottbek.
Museumscafé „Schmidt und Schmidtchen“ im ehemaligen Billardzimmer (Mi–So 11–17 Uhr, auch für Parkbesucher, Terrasse bei gutem Wetter); Buchladen neben der Kasse. Jährliches Sommerfest im September.
Veranstaltungen & Vermietung
Räume mietbar
Private Feiern
Firmenveranstaltungen
Hochzeiten / Trauungen
Bis zu 70 Personen.
Der Weiße Saal im Erdgeschoss ist für Empfänge, Bankette, kleine Konzerte, Lesungen und Hochzeitsfeiern mietbar (ca. 70 Personen); Trauungen nur mit freien Trauredner:innen. Hochzeitsfotoshootings gegen Gebühr während der Öffnungszeiten. Keine Haustiere, kein offenes Licht, Fenster und Terrassentüren bleiben geschlossen.
Öffentliche Führungen zur Sonderausstellung meist sonntags 14 Uhr. Gruppen- und Schulführungen durch Haus und Jenischpark über den Museumsdienst Hamburg. Kammerkonzerte im Weißen Saal; im Winterhalbjahr gastiert ein Marionettentheater.