Skulpturen der Künstlerin Annette Scheder deuten die sieben Todsünden als Spiegel heutiger Konsum- und Leistungsideale; dazu gibt es Künstlerführungen und ein Begleitprogramm mit Vorträgen und Lyrik. Geöffnet an den Wochenenden nachmittags.
Über das Museum
Die Synagoge entstand 1843 als zweigeschossiger Fachwerkbau auf steinernem Sockel, nachdem der bisherige Betraum der jüdischen Gemeinde als unzumutbar galt. Das Haus vereinte Gottesdienst, Unterricht und Wohnen: Auf der einen Seite lag der Betsaal mit Frauenempore, auf der anderen befanden sich Schulraum, Lehrerwohnung und eine Mikwe, die direkt neben der Lehrerküche lag und so mit erwärmtem Wasser genutzt werden konnte. Um 1860 stellten Juden gut ein Achtel der Heubacher Bevölkerung, 1933 lebten noch rund 30 jüdische Menschen im Ort.
Bereits gegen Ende der 1920er-Jahre ging das Gebäude an die politische Gemeinde über, ab 1939 diente es als Rathaus. Dafür wurden die hohen Fenster vermauert und Zwischendecken eingezogen; nach 1945 wohnten zeitweise Heimatvertriebene im Haus. Nach dem Ende der Rathausnutzung verfiel es zusehends.
2003 gründete sich der Förderverein Landsynagoge Heubach, der das Gebäude bis 2006 für rund 780.000 Euro restaurieren ließ. Dabei wurde der Sternenhimmel im Betsaal rekonstruiert und die Mikwe im vorgefundenen Zustand gesichert. Für die Sanierung erhielt der Verein 2007 den Hessischen Denkmalschutzpreis, die damalige Vorsitzende Johanna Rau wurde 2008 mit dem Obermayer German Jewish History Award geehrt.
Heute ist die ehemalige Synagoge eine Kultur- und Begegnungsstätte, die der Förderverein gemeinsam mit der evangelischen Kirche und dem Heimatverein nutzt. Neben Führungen durch Betsaal, Mikwe, Schulzimmer und Frauenempore gibt es Lesungen, Vorträge und wechselnde Kunstausstellungen.
Highlights
Betsaal mit rekonstruiertem Sternenhimmel und sichtbarem Umriss des Toraschreins
Mikwe im Zustand ihrer Wiederentdeckung 2004
Schulzimmer mit nachgebauten Schulbänken und historischen Lehrbüchern
Frauenempore mit Vitrinen und Blick in den Betsaal
Hessischer Denkmalschutzpreis 2007 für die Restaurierung
Dauerausstellungen
Rundgang durch die Synagoge – Der Rundgang führt durch Betsaal, Frauenempore mit Vitrinen, Schulzimmer, Lehrerzimmer und Mikwe und zeigt, wie Gottesdienst, Unterricht und religiöses Leben in einem Landjudenhaus zusammenkamen.
Gegründet
2006
Träger
Förderverein Landsynagoge Heubach e.V.
Eintrittspreise & Ermäßigungen
Der Eintritt ist frei.
Gruppen
–Gruppenführung pauschal 35 €.
Für Einzelbesucher frei, um Spenden wird gebeten.
Barrierefreiheit
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Kinder & Familie
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
Rathaus (Heubach)
Mit dem Auto
Parkplatz vorhanden · 5 Min. zu Fuß zum Eingang
Besuchergruppen parken auf dem Parkplatz neben oder hinter dem Bürgerhaus Heubach, Theodor-Heuss-Straße 1. Reisebusse können an der Haltestelle „Rathaus“ direkt an der Friedensstraße 9 halten.
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Veranstaltungen & Vermietung
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Besuch planen
Führungen
ja · Dauer ca. 60 Min.
Angebote für Schulen
ja
Hinweise
Führungen nach Absprache mit dem Förderverein; für Schulklassen gibt es eine eigene Ansprechpartnerin. Gelegentlich finden öffentliche Führungen zur Geschichte des Hauses statt.