Offener Prozess – Ein Dokumentationszentrum zum NSU-Komplex
Erinnerungs- und Bildungsort in der Chemnitzer Innenstadt zum NSU-Komplex, mit der Ausstellung „Offener Prozess“ aus Sicht der Betroffenen.
Über das Museum
Das Dokumentationszentrum öffnete im Mai 2025 am Johannisplatz in Chemnitz, im Jahr, in dem die Stadt Kulturhauptstadt Europas war. Es erinnert an die Menschen, die der rechtsterroristische „Nationalsozialistische Untergrund“ zwischen 2000 und 2007 ermordete, und an die Verletzten der Sprengstoffanschläge und Raubüberfälle. Chemnitz wurde bewusst gewählt: Hier und in Zwickau lebte das Kerntrio jahrelang im Untergrund und fand Unterstützung in der lokalen Neonazi-Szene.
Dem Haus gingen langjährige Vorarbeiten der sächsischen Zivilgesellschaft voraus. Die Vereine RAA Sachsen und ASA-FF legten 2023 eine Konzept- und Machbarkeitsstudie für einen Dokumentationsort in Südwestsachsen vor; umgesetzt wurde das Vorhaben gemeinsam mit der Initiative Offene Gesellschaft. Betrieben wird das Zentrum heute von der gemeinnützigen Offener Prozess gGmbH. Es versteht sich als Pilotprojekt für ein künftiges bundesweites Netz von Dokumentations- und Gedenkorten.
Im Zentrum steht die vielfach ausgezeichnete Ausstellung „Offener Prozess“, die zuvor als Wanderausstellung durch Deutschland tourte und laufend erweitert wird. Sie verbindet die Geschichte des NSU-Komplexes mit den Kämpfen der Angehörigen um Aufklärung und mit migrantischen, besonders ostdeutschen Lebensrealitäten. Ergänzt wird sie durch ein Archiv, einen Versammlungsort für Betroffene und Initiativen („Assembly“) sowie einen Willkommensbereich, in dem Gastgeberinnen und Gastgeber zum Gespräch einladen.
Highlights
- Ausstellung „Offener Prozess“ zum NSU-Komplex aus Perspektive der Angehörigen und Betroffenen
- Willkommensbereich mit kostenlosem Çay, Wasser und Obst
- Kostenfreie öffentliche Führungen an vier Tagen pro Woche
- Archiv und Versammlungsort „Assembly“ für Initiativen
- Zentrale Lage am Johannisplatz nahe Rotem Turm
Dauerausstellungen
- Offener Prozess – Ausstellung zum NSU-Komplex, die die Verbrechen, die Versäumnisse der Ermittlungen und den Kampf der Angehörigen um Aufklärung zeigt und dabei migrantische Lebenswelten in Ostdeutschland einbezieht.
- Gegründet
- 2025
- Träger
- Offener Prozess gGmbH
Eintrittspreise & Ermäßigungen
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Barrierefreiheit
- Rollstuhlgerecht
- Aufzug: keine Angabe
- Barrierefreies WC
- Behindertenparkplatz: keine Angabe
- Assistenzhunde erlaubt
- Tastmodelle / taktile Angebote: keine Angabe
- Führungen in Gebärdensprache: keine Angabe
- Angebote in Leichter Sprache: nicht vorhanden
- Audiodeskription
Stufenloser, auch für große Rollstühle geeigneter Haupteingang; barrierefreie Toiletten; kontrastreich gestaltete Wege, aber noch kein Bodenleitsystem. Einige Werke mit Audiodeskription. Keine Texte in Leichter Sprache, jedoch Führungen in vereinfachter Sprache. Assistenzhunde mit Nachweis erlaubt.
Kinder & Familie
- Kinderwagenfreundlich
- Spielplatz / Spielecke
Im „Kokon“ können sich Kinder mit bereitgestellten Kinderbüchern zurückziehen, während Erwachsene die Ausstellung besuchen; ein Buggy kann vor Ort ausgeliehen werden.
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
Roter Turm · 200 m
Ab Hauptbahnhof Straßenbahn 3, C13 oder C14 (Richtung Technopark), 4 (Richtung Hutholz) oder C11 (Richtung Stollberg) bis „Roter Turm“; ab Omnibusbahnhof Linie C11.
Mit dem Auto
Kein eigener Parkplatz am Museum.
Kein eigener Parkplatz; öffentliche Parkhäuser in der Umgebung, z. B. in der Galerie Roter Turm.
Im Zentrum nahe Rotem Turm und Altem Rathaus; Zugang zum Johannisplatz über die Straße der Nationen (ausgeschildert), Gebäude mit großer Glasfront.
Route planenService & Gastronomie
- Café: nicht vorhanden
- Restaurant: nicht vorhanden
- Schließfächer
Willkommensbereich mit kostenlosem Tee, Wasser und Obst sowie kleinem Kiosk für Snacks und Getränke. Schließfächer vor dem Zentrum; mitgenommen werden dürfen nur Taschen bis DIN A4, beim Einlass gibt es eine Sicherheitskontrolle.
Veranstaltungen & Vermietung
Für Initiativen und Gruppen steht die „Assembly“ nach Absprache zur Verfügung (assembly@offener-prozess.de).
Besuch planen
| Führungen | ja · Dauer ca. 60 Min. |
|---|---|
| Angebote für Schulen | ja |
| Hinweise | Öffentliche Führungen donnerstags 17 Uhr, freitags 15 Uhr, samstags 14:30 Uhr und sonntags 11 Uhr (ca. 60 Min., kostenfrei, Anmeldung empfohlen). Für Gruppen buchbar: Führungen (1 Std., auch in vereinfachter Sprache), vertiefende Führungen (2 Std.), Stadtspaziergänge und Workshops für Schulklassen. |





