
U-Boot-Bunker Valentin
Gedenkstätte in der Ruine der NS-U-Boot-Bunkerwerft in Bremen-Farge, erbaut von Tausenden Zwangsarbeitern – Rundweg und Ausstellung, Eintritt frei.
Über das Museum
Der Bunker „Valentin“ in Bremen-Farge sollte der Kriegsmarine als bombensichere Werft dienen, in der U-Boote des Typs XXI aus vorgefertigten Sektionen montiert werden sollten. Die Bauarbeiten begannen 1943 und nutzten Infrastruktur und Lager der seit 1935 in der Umgebung angelegten Treibstofflager. Auf der Großbaustelle mussten Tausende Menschen aus ganz Europa und Nordafrika arbeiten – zivile Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge. Mehr als 1.600 von ihnen starben an Hunger, Krankheiten und Gewalt.
Der rund 420 Meter lange Betonbau mit bis zu sieben Meter starken Decken wurde nie fertiggestellt: Nach Bombentreffern im März 1945 kamen die Arbeiten zum Erliegen, kein U-Boot verließ die Werft. Nach dem Krieg erwogene Pläne, den Koloss zu beseitigen, wurden nicht umgesetzt; von 1960 bis 2010 nutzte die Bundeswehr einen Teil der Anlage als Marinedepot.
1983 wurde vor dem Bunker das Mahnmal „Vernichtung durch Arbeit“ von Fritz Stein aufgestellt. Am 8. November 2015 eröffnete die Landeszentrale für politische Bildung Bremen den Denkort Bunker Valentin als Dokumentations- und Erinnerungsort. Ein Rundweg mit 25 Stationen führt durch das Innere der Ruine und über das Außengelände; im Informationszentrum vertiefen eine Ausstellung, ein Medientisch zur umliegenden Rüstungslandschaft und seit 2025 sechs Medienstationen sowie ein digitales Gedenkbuch die Geschichte des Ortes und seiner Opfer. 2025 kamen erstmals mehr als 40.000 Menschen an den Denkort, der zudem Seminare und Projekttage für Schulen und Erwachsene anbietet.
Highlights
- Rund 420 m lange, nie vollendete Bunkerwerft mit bis zu 7 m dicken Decken
- Rundweg mit 25 Stationen durch die Bunkerruine und über das Außengelände
- Mahnmal „Vernichtung durch Arbeit“ von Fritz Stein
- Deckenhohe Projektion historischer Film- und Fotoaufnahmen im Bunkerinneren
- Digitales Gedenkbuch zu den Zwangsarbeitenden der Baustelle
- Hörführung für Kinder von 8 bis 12 Jahren
Dauerausstellungen
- Rundweg Bunker „Valentin“ – 25 Stationen mit historischen Fotos, Zeitzeugenaussagen und kurzen Texten führen vom Mahnmal durch das Bunkerinnere und über das Außengelände; ergänzende Hörbeiträge gibt es in der App auf Deutsch und Englisch.
- Ausstellung im Informationszentrum – Sechs Themeninseln mit Objekten aus Bau- und Nachkriegszeit sowie Namen und Fotos ehemaliger Häftlinge, ergänzt seit November 2025 um Medienstationen und ein digitales Gedenkbuch.
- Gegründet
- 2015
- Träger
- Landeszentrale für politische Bildung Bremen
- Leitung
- Dr. Thomas Köcher
- Besucher pro Jahr
- ca. 40 000 (2025)
Eintrittspreise & Ermäßigungen
Der Eintritt ist frei.
| Kinder & Jugendliche | –Eintritt frei; öffentliche Führungen für Kinder unter 12 Jahren kostenlos. |
|---|---|
| Menschen mit Behinderung | –Eintritt frei; öffentliche Führungen für Schwerbehinderte ermäßigt (3 €). |
| Studierende & Azubis | –Eintritt frei; öffentliche Führungen für Schüler:innen, Studierende und Auszubildende ermäßigt (3 €). |
| Gruppen | –Individuelle Gruppenführung (ca. 90 Min., bis 25 Personen) pauschal 70 €, in Fremdsprachen 80 €; Anfrage 3–4 Wochen vorher über das Buchungsportal. Für Schulklassen werden mehrstündige Seminare empfohlen, für Schulen aus Bremen und Bremerhaven in der Regel kostenfrei. |
Eintritt in Gelände, Informationszentrum und Ausstellung frei. Öffentliche Führungen (ca. 90 Min., 1,5 km) sonntags um 11 und 13:30 Uhr: 7 €, ermäßigt 3 € (u. a. Kinder ab 12, Schüler:innen, Studierende, Auszubildende, Schwerbehinderte, Erwerbslose, Sozialhilfeempfänger:innen, FSJ/FÖJ), Kinder unter 12 frei; Online-Anmeldung, max. 6 Personen pro Buchung.
Barrierefreiheit
- Rollstuhlgerecht
- Aufzug: keine Angabe
- Barrierefreies WC
- Behindertenparkplatz: keine Angabe
- Assistenzhunde erlaubt
- Tastmodelle / taktile Angebote: keine Angabe
- Führungen in Gebärdensprache: keine Angabe
- Angebote in Leichter Sprache
- Audiodeskription
Für Rollstuhlnutzende weitestgehend barrierefrei; an der Station „Betonmischanlage Nord“ (Treppe) führt eine Alternativroute weiter, die im Rundweg-Flyer eingezeichnet ist. Barrierefreies WC während der Öffnungszeiten des Infozentrums, das WC im Seminargebäude ist nur eingeschränkt nutzbar. Barrieregerechte Gruppenführungen nach Absprache. Audiodeskriptive Hörführung mit haptischer Tastatur für sehbehinderte Menschen im Infozentrum ausleihbar; wegen der Größe des Geländes wird Begleitung empfohlen. Infoblatt in Leichter Sprache und Website-Videos in Deutscher Gebärdensprache.
Kinder & Familie
Nur bedingt für Kinder geeignet
- Entdeckerheft, Rallye oder Kinder-Audioguide
Gedenkort zu NS-Verbrechen; die Ausstellungen sind laut Denkort nicht für jüngere Kinder aufbereitet. Für Kinder von 8 bis 12 Jahren gibt es eine eigene Hörführung (Mediaguide im Infozentrum oder App), die mit Grundschulkindern aus Farge-Rekum entstand. Für Jugendliche ab 13 Jahren wird eine inhaltliche Vorbereitung empfohlen.
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
Rekumer Siel
Regio-S-Bahn ab Bremen Hauptbahnhof über Vegesack bis Bremen-Farge, weiter mit Bus 90 bis Haltestelle „Rekumer Siel“.
Mit dem Auto
Parkplatz vorhanden
Begrenzte Parkplätze auf dem Gelände (das Tor schließt mit Ende der Öffnungszeiten), dazu drei Busparkplätze. Der Denkort bittet, möglichst öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.
Über A27 und A270 Richtung Vegesack bis zum Ende, weiter über Farger Straße und Rekumer Straße Richtung Neuenkirchen, dann links ins Rekumer Siel. Fahrradständer vorhanden.
Route planenService & Gastronomie
Hunde sind außer Assistenzhunden nicht erlaubt. Der Multimediaguide vor Ort ist derzeit wegen technischer Probleme nur eingeschränkt nutzbar, alle Inhalte stehen in der kostenlosen App zur Verfügung.
Veranstaltungen & Vermietung
Keine Vermietung angeboten; Veranstaltungen Dritter nur mit vorheriger Genehmigung der Leitung (Hausordnung).
Besuch planen
| Führungen | ja · Dauer ca. 1,5 Std. |
|---|---|
| Audioguide | ja (DE, EN) |
| Angebote für Schulen | ja |
| Fotografieren | Fotografieren und Filmen zu privaten, nicht kommerziellen Zwecken erlaubt; Stative und Scheinwerfer nur mit Genehmigung, Drohnenflüge verboten |
| Hinweise | Öffentliche Führungen und Gruppenführungen starten im Infozentrum und dauern ca. 90 Minuten. |




