Zweisprachige Ausstellung der Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz und der Touro University Berlin über Überlebende, die die NS-Verbrechen schon früh dokumentierten und erforschten.
Über das Museum
Die Firma J. A. Topf & Söhne entstand 1878 als feuerungstechnisches Unternehmen und bezog 1889 ein Werksgelände zwischen Sorbenweg und Rudolstädter Strasse im Osten Erfurts. Seit dem Ersten Weltkrieg baute sie neben Industriefeuerungen auch Einäscherungsöfen für städtische Krematorien.
Ab 1939 belieferten die Inhaber Ludwig und Ernst Wolfgang Topf die SS mit Verbrennungsöfen für Konzentrationslager. 1942/43 entwarfen und lieferten Ingenieure der Firma die Krematorien samt Lüftungstechnik für die Gaskammern in Auschwitz-Birkenau. Nach Kriegsende nahm sich Ludwig Topf das Leben; mehrere leitende Mitarbeiter wurden von sowjetischen Gerichten zu langer Lagerhaft verurteilt. In der DDR wurde der Betrieb verstaatlicht, nach 1990 privatisiert.
Ab 1999 setzte sich ein Förderkreis für einen Gedenkort auf dem Gelände ein; das leerstehende Verwaltungsgebäude war zwischen 2001 und 2009 besetzt. Nach Räumung und Sanierung eröffnete die Stadt Erfurt hier am 27. Januar 2011 den Erinnerungsort als städtisches Geschichtsmuseum.
Die Hauptausstellung im früheren Zeichensaal belegt mit Briefen, Konstruktionszeichnungen und Rechnungen, wie routiniert ein ziviles Unternehmen an der Technik des Massenmords mitarbeitete. Ergänzt wird sie durch eine Ausstellung zu den NS-„Euthanasie“-Verbrechen, eine Aussenausstellung auf dem Firmengelände und eine virtuelle Rekonstruktion der 1938 zerstörten Grossen Synagoge Erfurts.
Highlights
Dauerausstellung „Techniker der ‚Endlösung‘“ zur Zusammenarbeit der Firma mit der SS
Originaldokumente wie Konstruktionszeichnungen, Rechnungen und Korrespondenz mit Lagerverwaltungen
Ausstellung „Wohin bringt ihr uns?“ zu den NS-„Euthanasie“-Morden mit inklusiver Hörspur
VR-Erkundung der 1938 zerstörten Grossen Synagoge Erfurt
Techniker der „Endlösung“. Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz – Hauptausstellung im früheren Verwaltungsbau: Dokumente zeigen, wie die Firma Öfen und Lüftungstechnik für die Lager plante und lieferte und wie ihre Mitarbeiter daran beteiligt waren.
Wohin bringt ihr uns? – Kleine Dauerausstellung über die Ermordung von Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen, mit einer von Menschen mit und ohne Behinderung gestalteten Hörspur.
Grosse Synagoge Erfurt virtuell rekonstruiert – Mit einer VR-Brille lässt sich die 1938 zerstörte Grosse Synagoge Erfurts virtuell begehen (ab 13 Jahren).
Gegründet
2011
Träger
Landeshauptstadt Erfurt (Geschichtsmuseen Erfurt)
Eintrittspreise & Ermässigungen
Der Eintritt ist frei.
Kinder & Jugendliche
–Eintritt für alle frei.
Gruppen
–Gruppenführungen und Seminare nach Voranmeldung (Tel. 0361 655-1630); Gruppen ab 27 Personen werden geteilt. Öffentliche Führungen kostenfrei.
Eintritt frei.
Barrierefreiheit
Rollstuhlgerecht
Aufzug
Barrierefreies WC
Behindertenparkplatz
Assistenzhunde erlaubt: keine Angabe
Tastmodelle / taktile Angebote: keine Angabe
Führungen in Gebärdensprache: keine Angabe
Angebote in Leichter Sprache
Audiodeskription: keine Angabe
Zertifiziert nach „Reisen für Alle“. Barrierefreier Zugang über den rückwärtigen Eingang mit Rampe, Aufzug in alle Etagen, barrierefreies WC im Erdgeschoss, Behindertenparkplätze hinter dem Gebäude. Führungen in einfacher Sprache („Geschichte inklusiv“) auf Anfrage.
Kinder & Familie
Nur bedingt für Kinder geeignet
Bildungsangebote richten sich an Jugendliche ab Klasse 9 und Erwachsene; die VR-Anwendung zur Grossen Synagoge ist ab 13 Jahren.
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
Spielbergtor · 4 Min. zu Fuss
Bus 9 ab Hauptbahnhof bis Spielbergtor (ca. 4 Min. Fussweg); Strassenbahn 3 und 4 bis Robert-Koch-Strasse (ca. 15 Min. Fussweg)
Mit dem Auto
Hinter dem Haus Stellplätze für Gäste im Rollstuhl; weitere Parkplätze werden nicht genannt.
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Veranstaltungen & Vermietung
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Besuch planen
Führungen
ja
Angebote für Schulen
ja
Hinweise
Thematische Führungen (45–120 Min.) für Jugendliche ab Klasse 9 und Erwachsene, u. a. „Menschheitsverbrechen und Berufsalltag“; öffentliche Führungen kostenfrei. Tages-, Mehrtages- und Online-Seminare, angeleitete Spurensuche mit Arbeitsblättern. VR-Brille zur Grossen Synagoge ab 13 Jahren. Anmeldung für Gruppen: Tel. 0361 655-1630.