
Henkerhaus Nürnberg
Ehemalige Henkerswohnung über der Pegnitz am Trödelmarkt mit Ausstellung zur Rechts- und Kriminalgeschichte und zum Scharfrichter Franz Schmidt.
Über das Museum
Das Henkerhaus gehört zu einem malerischen Fachwerkensemble an der Trödelmarktinsel und überspannt einen Arm der Pegnitz. Es geht auf Wehrgänge der vorletzten Stadtbefestigung zurück, die mit der Erweiterung der Mauer im 15. Jahrhundert ihre Funktion verloren. Die Stadt baute die Gänge kurz darauf zu Dienstwohnungen um und wies sie dem Nürnberger Henker, dem sogenannten Nachrichter, und seinem Gehilfen zu. Von diesen Wohnungen ist heute nur das Henkerhaus erhalten.
Sein bekanntester Bewohner war Franz Schmidt, der ab 1578 für Nürnberg tätig war, 1584 auf Lebenszeit bestellt wurde und 1618 in den Ruhestand ging. In seinem Diensttagebuch hielt er Hunderte Hinrichtungen und Leibstrafen fest; die Aufzeichnungen sind bis heute eine wichtige Quelle zur Kriminal- und Sozialgeschichte um 1600. Schmidt erhielt 1593 das Bürgerrecht, 1624 wurde die Ehrbarkeit seiner Familie offiziell wiederhergestellt. Nachdem im 19. Jahrhundert der letzte Henker ausgezogen war, wurde der Winkel mit dem benachbarten Weinstadel zu einem beliebten Postkartenmotiv.
2007 richtete der Verein Geschichte Für Alle e. V. – Institut für Regionalgeschichte im Haus ein kleines Museum ein. 2020 und 2021 wurde das Gebäude saniert; dabei entstanden ein neuer Informations- und Kassenbereich sowie eine neue Dauerausstellung. Sie ordnet das Strafen in Mittelalter und Früher Neuzeit in seinen historischen Zusammenhang ein, statt Grausamkeiten in den Vordergrund zu rücken, und informiert durchgehend auf Deutsch und Englisch. Zugleich dient das Haus als Infostelle für die Stadtführungen des Vereins.
Highlights
- Fachwerkhaus direkt über der Pegnitz am Henkersteg
- Ausstellung zur Rechts- und Kriminalgeschichte der Reichsstadt
- Leben und Tagebuch des Scharfrichters Franz Schmidt
- Alle Texte auf Deutsch und Englisch
- Startpunkt von Stadtführungen und einem Theaterrundgang
Dauerausstellungen
- Rechts- und Kriminalgeschichte im Henkerhaus – Die 2021 neu eröffnete Dauerausstellung erzählt die Geschichte des Gebäudes und seiner Bewohner und erklärt Rechtsprechung und Strafen in Mittelalter und Früher Neuzeit, mit Schwerpunkt auf dem Scharfrichter Franz Schmidt.
- Gegründet
- 2007
- Träger
- Geschichte Für Alle e. V. – Institut für Regionalgeschichte
Eintrittspreise & Ermässigungen
| Erwachsene | 3 € |
|---|---|
| Ermässigt | 2 €Jugendliche von 14 bis 18 Jahren, Schüler:innen, Studierende, Schwerbehinderte |
| Kinder & Jugendliche | 2 €bis 13 Jahre frei · Kinder unter 14 Jahren haben freien Eintritt. |
| Menschen mit Behinderung | 2 € |
| Studierende & Azubis | 2 € |
Fördermitglieder von Geschichte Für Alle e. V. haben freien Eintritt.
Barrierefreiheit
- Rollstuhlgerecht: nicht vorhanden
- Aufzug: keine Angabe
- Barrierefreies WC: keine Angabe
- Behindertenparkplatz: keine Angabe
- Assistenzhunde erlaubt: keine Angabe
- Tastmodelle / taktile Angebote: keine Angabe
- Führungen in Gebärdensprache: keine Angabe
- Angebote in Leichter Sprache: keine Angabe
- Audiodeskription: keine Angabe
Die Ausstellung ist wegen der baulichen Gegebenheiten des historischen Gebäudes nicht barrierefrei.
Kinder & Familie
| Eintritt Kinder | bis 13 Jahre frei |
|---|
- Familienführungen & Workshops
Geschichte Für Alle bietet ab dem Henkerhaus die Erlebnistour für Familien „Reise ins Mittelalter“ an. Kinder unter 14 Jahren haben freien Eintritt.
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
Lorenzkirche
U-Bahn U1/U11 bis Lorenzkirche; Bus 36 bis Weintraubengasse – von beiden Haltestellen wenige Gehminuten.
Mit dem Auto
Kein eigener Parkplatz am Museum.
Nächstgelegene Parkmöglichkeit ist das Parkhaus Hauptmarkt in der Augustinerstrasse.
Das Haus liegt mitten in der Altstadt am Trödelmarkt und ist am besten zu Fuss erreichbar.
Route planenService & Gastronomie
- Museumsshop
Infostelle von Geschichte Für Alle mit stadtgeschichtlichen Büchern, Geschenkartikeln und Tickets für Stadtführungen.
Veranstaltungen & Vermietung
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Besuch planen
| Führungen | ja |
|---|---|
| Hinweise | Ausstellungstexte auf Deutsch und Englisch, kostenlose Faltblätter in weiteren Sprachen vor Ort. Gruppenführungen über Geschichte Für Alle buchbar. Am Henkerhaus beginnen öffentliche Rundgänge, etwa der Theaterrundgang mit der Henkersfrau Maria Schmidt. |





