
Holländerwindmühle Straupitz
Produzierende Dreifach-Windmühle im Spreewald mit Korn-, Säge- und Ölmühle, in der bis heute Leinöl nach alter Art gepresst wird.
Über das Museum
Schon im 17. Jahrhundert drehte sich in Straupitz eine Windmühle, damals eine hölzerne Bockmühle der Grundherrschaft, die ab 1655 den Grafen von Houwald gehörte. Ab 1760 betrieb die Müllerfamilie Nitschke die Mühle in Erbpacht, später als Eigentum. Nachdem die Bockmühle im Februar 1850 abgebrannt war, liess Gottfried Nitschke noch im selben Jahr einen gemauerten Holländer errichten.
In den folgenden Jahrzehnten wuchs die Anlage: 1885 kam eine Sägemühle hinzu, Anfang des 20. Jahrhunderts eine Dampflokomobile und 1910 eine Ölmühle, die über eine gemeinsame Transmission mit Wind- oder Dampfkraft liefen. Brände und ein Blitzschlag führten zu Umbauten, ab 1924 arbeitete der Betrieb elektrisch. In den 1960er und 1970er Jahren endeten Mehl- und Ölproduktion, 1988 ging die Mühle in Staatsbesitz über und verfiel zusehends.
Ab Ende 1994 setzten Helfer einer Arbeitsbeschaffungsmassnahme zunächst die Ölmühle wieder instand. 1998 übernahm der neu gegründete Mühlenverein Holländermühle e.V. die Anlage, die der Gemeinde gehört. Von 2001 bis 2003 wurde der Mühlenturm mit Fördergeldern grundlegend saniert und erhielt eine neue Haube mit Flügeln und Windrose; 2005 folgte eine Verkleidung mit Lärchenschindeln.
Heute gilt die Anlage als einzige gewerblich produzierende Dreifachwindmühle Europas. In der historischen Ölmühle wird vor den Augen der Besucher Leinöl gepresst, seit 2014 ergänzt eine moderne Ölmühle auf dem Gelände die Herstellung.
Highlights
- Holländerwindmühle von 1850 mit drehbarer Haube und Windrose
- Historische Ölmühle, in der täglich Leinöl gepresst wird
- Sägemühle von 1885 mit Vertikal- und Horizontalgatter
- Kornmühle mit der Technik einer Handwerksmühle um 1930
- Mühlenfest zum Deutschen Mühlentag am Pfingstmontag
Dauerausstellungen
- Kornmühle im Mühlenturm – Vollständig erhaltene Mahltechnik einer Handwerksmühle um 1930; oben in der drehbaren Haube sind Flügelwelle und grosses Kammrad zu sehen.
- Sägemühle – Funktionsfähiges Sägewerk von 1885 mit einem windbetreibbaren Vollgatter und einem seltenen Horizontalgatter für Stämme bis etwa einen Meter Durchmesser.
- Historische Ölmühle – Einzige original erhaltene Ölmühle Brandenburgs, in der Leinöl nach traditionellem Verfahren mit Rösten des Schrots vor Publikum hergestellt wird.
- Gegründet
- 1850
- Träger
- Mühlenverein Holländermühle e.V.
- Leitung
- Gerd Nowak
Eintrittspreise & Ermässigungen
| Erwachsene | 5,50 € |
|---|---|
| Kinder & Jugendliche | 2 €Kinder von 6 bis 13 Jahren 2,00 €, Jugendliche von 14 bis 17 Jahren 2,50 €. |
| Gruppen (ab 20 Pers.) | –Führungen für Gruppen ab 20 Personen nach Voranmeldung. |
| Jugendliche (14–17 Jahre) | 2,50 € |
Eintritt nur bar zahlbar. Mit der Spreewald-GästeCard 5 % Rabatt auf den Eintritt.
Barrierefreiheit
- Teilweise rollstuhlgerecht
- Aufzug: keine Angabe
- Barrierefreies WC
- Behindertenparkplatz: keine Angabe
- Assistenzhunde erlaubt: keine Angabe
- Tastmodelle / taktile Angebote: keine Angabe
- Führungen in Gebärdensprache: keine Angabe
- Angebote in Leichter Sprache: keine Angabe
- Audiodeskription: keine Angabe
Das historische Hauptgebäude ist nicht vollständig barrierefrei. Das Sägewerk ist mit dem Rollstuhl erreichbar, die Ölmühle bei einer Rollstuhlbreite bis 70 cm. Gastronomie mit Rampe, rollstuhlgerechtes WC im Toilettencontainer; das Gelände ist geschottert bzw. gepflastert.
Kinder & Familie
Kinder dürfen die Mühle aus Sicherheitsgründen nur in Begleitung Erwachsener besichtigen.
Anreise & Parken
Mit dem Auto
Parkplatz kostenlos
Grosser kostenloser Parkplatz für Pkw, Motorräder und Busse, dazu Fahrradstellplätze.
Bis Oktober 2026 ist die Lübbener Strasse in Straupitz voll gesperrt; aus Richtung Lübben Umleitung ab Neu Zauche über Sacrow, Waldow und Laasow (etwa 20 Minuten mehr einplanen).
Route planenService & Gastronomie
- Restaurant
- Museumsshop
Imbiss im Müllerhaus mit rund 60 Plätzen und Terrasse (Selbstbedienung), u. a. Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl, Plinsen und Blechkuchen. Mühlenladen mit Leinöl, Mühlenbrot und Spreewälder Produkten. Toilettennutzung 0,50 €. Hunde dürfen nicht in die Mühle, wohl aber auf die Terrasse.
Veranstaltungen & Vermietung
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Besuch planen
| Führungen | ja |
|---|---|
| Hinweise | Besichtigung auf eigene Faust mit Eintrittskarte und Rundgang-Wegweiser; in der Ölmühle wird ganztägig gearbeitet und erklärt. Führungen für Reisegruppen ab 20 Personen nur nach Voranmeldung per E-Mail. Am Deutschen Mühlentag (Pfingstmontag) laufen alle drei Mühlen. |





