
Lepsiushaus
Forschungs- und Begegnungsstätte im früheren Wohnhaus von Johannes Lepsius in Potsdam mit Ausstellung zum Völkermord an den Armeniern.
Über das Museum
Der evangelische Theologe Johannes Lepsius (1858–1926) lebte und arbeitete von 1908 bis zu seinem Tod in der Villa am Fuss des Pfingstbergs. Von hier aus organisierte er Hilfe für die armenische Bevölkerung im Osmanischen Reich und machte 1916 mit einem heimlich verbreiteten Bericht den Völkermord an den Armeniern in Deutschland bekannt – gegen den Willen der Reichsregierung. Das Haus selbst stammt im Kern aus der Zeit um 1800 und wurde in den 1860er-Jahren umgebaut.
Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte die sowjetische Armee das Gebäude bis Anfang der 1990er-Jahre, danach verfiel es zusehends. 1999 gründeten Potsdamer Bürger und Persönlichkeiten aus deutsch-armenischen, kirchlichen und wissenschaftlichen Kreisen einen Förderverein, um das Haus zu retten. Nach der Zusage öffentlicher Mittel wurde das Innere ab 2009 wiederhergestellt; am 2. Mai 2011 wurde das Lepsiushaus feierlich eröffnet. Eigentümerin des Gebäudes ist die Stiftung Preussische Schlösser und Gärten.
Mit der Eröffnung kam das Johannes-Lepsius-Archiv, das zuvor an der Theologischen Fakultät in Halle lag, nach Potsdam. Heute ist das Haus ein Forschungsinstitut mit Archiv, Bibliothek und Mediathek, das sich mit Gewalt gegen Armenier seit dem späten 19. Jahrhundert, dem Genozid von 1915/16 und humanitären Reaktionen darauf beschäftigt. Eine Dauerausstellung zeichnet Lepsius’ Lebensweg und sein Engagement nach; im Garten erinnert seit 2015 eine Marmorskulptur von Roland Stelter an seine Zivilcourage.
Highlights
- Authentisches Wohn- und Arbeitshaus von Johannes Lepsius (1908–1926)
- Dauerausstellung zu Leben und Wirken von Lepsius mit historischen Fotografien
- Johannes-Lepsius-Archiv und Fachbibliothek zum Völkermord an den Armeniern
- Skulptur „Zivilcourage“ von Roland Stelter im Garten
Dauerausstellungen
- Dauerausstellung zu Johannes Lepsius – Folgt Lepsius’ Lebensweg und seinem Einsatz für die Armenier, beleuchtet Helfernetzwerke, Hilfswerk und Aufklärung über die Verbrechen sowie den politischen Kontext – ergänzt durch zeitgenössische Fotografien.
- Gegründet
- 2011
- Leitung
- Roy Knocke
Eintrittspreise & Ermässigungen
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Barrierefreiheit
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Kinder & Familie
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Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
Puschkinallee · 10 Min. zu Fuss
Ab Potsdam Hauptbahnhof Tram 92 oder 96 bis Puschkinallee, dann rund 10 Minuten zu Fuss; alternativ Bus 603 ab Platz der Einheit bis Langhansstrasse/Grosse Weinmeisterstrasse oder Persiusstrasse.
Service & Gastronomie
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Veranstaltungen & Vermietung
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Besuch planen
| Führungen | ja |
|---|---|
| Hinweise | Führungen durch Haus und Ausstellung nach Voranmeldung. Archiv und Bibliothek stehen für Forschende zur Verfügung; regelmässig Vorträge, Tagungen und Workshops. |





