Im Museumshaus Aufbereitung sind Zeichnungen und Gemälde des Bergmanns und Zeichners Hermann Kissling zu sehen, die Arbeit und Alltag über und unter Tage detailgenau und historisch recherchiert wiedergeben.
Über das Museum
Am Rammelsberg oberhalb von Goslar wurde über mehr als tausend Jahre nahezu ohne Unterbrechung Erz gewonnen. Blei, Kupfer, Zink und vor allem Silber begründeten den Reichtum der Stadt, die im Mittelalter häufig Kaiser und Könige beherbergte. Aus dieser Zeit stammen untertägige Anlagen wie das Feuergezäher Gewölbe und der Rathstiefste Stollen. Im frühen 19. Jahrhundert liess Oberbergmeister Johann Christoph Roeder ein System aus Wasserläufen und grossen Wasserrädern anlegen, das die Grube fast ein Jahrhundert lang mit Energie versorgte, bis 1906 die Kraftzentrale in Betrieb ging.
In den 1930er-Jahren wurden die Tagesanlagen im Zuge des nationalsozialistischen Rüstungsprogramms nach Plänen von Fritz Schupp und Martin Kremmer neu errichtet, darunter die am Hang gestaffelte Erzaufbereitung und der Rammelsbergschacht. Im Zweiten Weltkrieg mussten auch Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter im Bergwerk arbeiten. Am 30. Juni 1988 stellte die Preussag die Förderung ein; bis dahin waren rund 27 Millionen Tonnen Erz abgebaut worden.
Ein bereits 1985 gegründeter Förderverein und das Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger verhinderten den geplanten Abriss, sodass das Bergwerk mit seinen Betriebsspuren als Museum und Besucherbergwerk erhalten blieb. 1992 nahm die UNESCO den Rammelsberg zusammen mit der Goslarer Altstadt als erste Industrieanlage Deutschlands in die Welterbeliste auf; 2010 wurde die Stätte um die Oberharzer Wasserwirtschaft erweitert. Zur EXPO 2000 kam eine grosse kulturhistorische Dauerausstellung hinzu.
Heute gehören die Museumshäuser Magazin, Aufbereitung, Kraftzentrale und Waschkaue sowie mehrere Führungen unter Tage zum Angebot. Der Rammelsberg ist Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur und Teil des Verbunds der Stiftung Welterbe im Harz.
Highlights
Einfahrt mit der Grubenbahn zu Bergbaumaschinen der 1950er- und 1960er-Jahre
Roeder-Stollen mit grossen Kehr- und Kunsträdern aus dem 19. Jahrhundert
Am Hang gestaffelte Erzaufbereitung von Fritz Schupp und Martin Kremmer
Fahrt mit dem historischen Schrägaufzug über das Bergwerksgelände
Mittelalterlicher Rathstiefster Stollen mit farbigen Vitriolkrusten
Mineralienausstellung zwischen originalen Aufbereitungsmaschinen
Dauerausstellungen
Kulturhistorische Dauerausstellung im Magazin – Die Ausstellung im ehemaligen Magazingebäude zeigt, wie die Arbeit im Bergwerk das Leben der Bergleute, Wirtschaft, Technik und Kultur am Harz über Jahrhunderte prägte; eine „Schatzkammer“ präsentiert besondere Stücke der Sammlung.
Dingwelten: Anfassen – Ausprobieren – Staunen – Im ersten Obergeschoss des Magazins erzählen ausgewählte Sammlungsobjekte zum Anfassen und Ausprobieren, wie Alltagsdinge zu Museumsexponaten werden.
Geologie und Mineralogie in der Erzaufbereitung – Auf den unteren Ebenen der Aufbereitungsanlage werden die Minerale des Rammelsbergs zwischen den originalen Maschinen gezeigt; die oberen Ebenen sind im Rahmen einer Führung zu besichtigen.
Träger
Weltkulturerbe Erzbergwerk Rammelsberg Goslar GmbH (Stiftung Welterbe im Harz)
Leitung
Oliver Kasties und Dr. Nadine Panteleon (kommissarische Geschäftsführung/Museumsleitung)
Eintrittspreise & Ermässigungen
Erwachsene
10 €
Ermässigt
7 €Inhaber eines Schwerbehindertenausweises, Empfänger von Transferleistungen, Schüler und Studierende
Kinder & Jugendliche
5,50 €Kinder und Jugendliche von 4 bis 17 Jahren zahlen 5,50 € (ohne Führung). Für Kinder unter 4 Jahren nennt die Preisliste keinen Tarif; an Führungen unter Tage dürfen Kinder erst ab 4 Jahren teilnehmen.
Seniorinnen & Senioren
–Keine gesonderte Seniorenermässigung in der Preisliste.
Menschen mit Behinderung
7 €Ermässigter Tarif mit Schwerbehindertenausweis; zur Begleitperson macht die Preisliste keine Angabe.
Studierende & Azubis
7 €Ermässigter Tarif für Schüler und Studierende.
Gruppen (ab 15 Pers.)
18 € p. P.Gruppenpreise ab 15 Personen gelten mit Führung: Erwachsene 18 € (eine Führung), 26 € (zwei) bzw. 32 € (drei Führungen); Kinder 11/15/18 €, Ermässigte 14/20,50/25,50 €. Kleingruppentarif für 4 Erwachsene: 36 € ohne Führung.
Familien
23 €Kleingruppentarif für 2 Erwachsene und 2 Kinder ohne Führung; 3. und 4. Kind je 1,50 €. Mit einer Führung 50 €, mit zwei 70 €, mit drei 85 €, mit Schrägaufzug 12 €.
Preise ohne Führung gelten nur für die Museumshäuser über Tage. Eintritt mit einer Führung 21 € (Kinder 14 €, ermässigt 17 €), mit zwei Führungen 30 € (19 €/24 €), mit drei Führungen 37 € (23 €/30 €); Eintritt mit Schrägaufzugführung 15 € (Kinder 8,50 €). Die vierstündige Sonderführung durch den Rathstiefsten Stollen (ab 14 Jahren, 5–9 Personen, nur mit Anmeldung) kostet 115 € bzw. 103 € pro Person. Mitglieder des Deutschen Museumsbundes und von ICOM sowie Inhaber der HarzCard erhalten Eintritt und eine Führung frei. Mit einem Ticket gibt es 7 Tage lang 10 % Rabatt in weiteren Welterbe-Museen der Region (u. a. Kloster Walkenried, Grube Samson, Oberharzer Bergwerksmuseum, Goslarer Museum, Kaiserpfalz).
Barrierefreiheit
Teilweise rollstuhlgerecht
Aufzug
Barrierefreies WC
Behindertenparkplatz
Assistenzhunde erlaubt
Tastmodelle / taktile Angebote: keine Angabe
Führungen in Gebärdensprache
Angebote in Leichter Sprache
Audiodeskription: keine Angabe
Laut Museum als barrierefreier Ort für Menschen mit Gehbehinderung geprüft und zertifiziert (Initiative „Reisen für Alle“); rund 70 % der Besucherbereiche sind rollstuhlgerecht. Rollstuhlgerechter Eingang mit Gegensprechanlage am Tor der Werkstrasse, zwei Behindertenparkplätze direkt davor, drei Leihrollstühle. Das Restaurant, die Veranstaltungsräume und die Fahrt mit dem Schrägaufzug sind rollstuhlgeeignet, der Sonderausstellungsbereich in der Aufbereitung zu etwa 50 %. Unter Tage ist nur die Grubenbahnführung rollstuhlgerecht: Ein umgebauter Wagen („Rolli-Mobil“) nimmt bis zu zwei Rollstühle samt Begleitung auf. Der Roeder-Stollen hat über 100 Treppenstufen, der Rathstiefste Stollen ist ungeeignet. Stand September 2026 ist der Aufzug im Museumshaus Magazin wegen einer Störung ausser Betrieb. Führungen in Gebärdensprache (Roeder-Stollen, Grubenbahn) auf Anfrage ohne Dolmetscher; Informationen in Leichter Sprache online. Assistenzhunde sind erlaubt (Label „Assistenzhund willkommen“), andere Hunde nicht.
Kinder & Familie
Gut für Kinder & Familien geeignet
Familienticket
23 € · Kleingruppentarif für 2 Erwachsene und 2 Kinder ohne Führung; 3. und 4. Kind je 1,50 €. Mit einer Führung 50 €, mit zwei 70 €, mit drei 85 €, mit Schrägaufzug 12 €.
Familienführungen & Workshops
Wickelmöglichkeit
Kindergeburtstage
Familienführung „Aus Klein wird Gross“ (ca. 90 Min., samstags sowie ausserhalb des Winters sonntags) mit Spurensuche über das Gelände und in den Roeder-Stollen; Museumskinderclub „Die neugierigen Bergzwerge“; Kindergeburtstage für 5- bis 10-Jährige (90 Min.). Unter Tage erst ab 4 Jahren, die Fahrt mit dem Schrägaufzug ist ohne Altersgrenze. Wickeltisch in der Behindertentoilette.
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
Bergbaumuseum
Ab Bahnhof Goslar mit der Stadtbuslinie 803 (halbstündlich, Abfahrt am Bahnhofsvorplatz) bis zur Endhaltestelle „Bergbaumuseum“.
Mit dem Auto
Parkplatz vorhanden
Parkplätze für Pkw und Reisebusse direkt an der Anlage, zwei Behindertenparkplätze nahe dem Eingang.
Behindertenparkplatz
Navi-Adresse: Bergtal 19, 38640 Goslar; Anfahrt über A7 (Abfahrt Rhüden, weiter B 82), A36/B6 oder B 241.
Restaurant „Casino Rammelsberg“ auf dem Gelände mit Harzer und saisonaler Küche sowie Kaffee und Kuchen (täglich 10–17 Uhr). Museumsshop Di–So 11–16 Uhr. Schliessfächer für Rucksäcke und Taschen. Unter Tage herrschen rund 10–12 °C, feste Schuhe und eine Jacke werden empfohlen; unter Tage besteht Helmpflicht (Helme werden gestellt).
Veranstaltungen & Vermietung
Räume mietbar
Private Feiern
Firmenveranstaltungen
Bis zu 500 Personen.
Tagungs- und Veranstaltungsräume über und unter Tage für 5 bis 500 Personen, u. a. die rollstuhlgerechte ehemalige Schlosserei und Schmiede; geeignet für Tagungen sowie Geburtstags-, Firmen- und Weihnachtsfeiern. Catering durch das Casino Rammelsberg. Führungen auch zu besonderen Anlässen und ausserhalb der Öffnungszeiten buchbar.
Foto- und Filmaufnahmen für den Eigenbedarf erlaubt (Persönlichkeitsrechte beachten); kommerzielle Aufnahmen sind genehmigungs- und kostenpflichtig und vorab anzumelden, Drohnenflüge nur mit ausdrücklicher Erlaubnis.