Jahrzehntelang lagen 274 Gips-Pilzmodelle der Firma Arnoldi auf dem Dachboden; nach ihrer Erforschung zeigt das Museum die zweitgrößte derartige Sammlung Deutschlands. Im Museumseintritt enthalten.
Über das Museum
Die Wurzeln der Burg Mylau reichen ins Mittelalter; der 27 Meter hohe Bergfried und zwei Vierecktürme stammen aus dieser Zeit. Die schriftliche Überlieferung setzt 1212 mit der ersten Erwähnung Mylaus ein. Als Wehranlage war die Burg Verwaltungsmittelpunkt beim Landesausbau; 1367 besuchte Kaiser Karl IV. die Burg und verlieh dem Ort das Stadtrecht.
Ab dem 15. Jahrhundert bewohnten Adelsfamilien wie die von Metzsch – darunter Joseph Lewin von Metzsch, ein Förderer der Reformation und Freund Luthers –, später die von Schönberg, von Bose und von Planitz die Burg, danach bürgerliche Besitzer. Um 1800 endete die Wohnnutzung; es folgten eine Baumwollspinnerei und von 1868 bis 1894 eine Kattun- und Wolldruckerei. 1892 übernahm die Stadt die Anlage, ein Schlossbauverein ließ sie bis 1908 im Stil des Historismus sanieren, und ab 1896 diente sie als Rathaus.
Das Museum geht auf den 1876 gegründeten Mylauer Naturkundeverein zurück, der 1893 mit seinen Sammlungen in die Burg zog. Aus naturkundlichen, mineralogischen und ethnologischen Beständen wuchs ein vielseitiges Heimatmuseum, das 1956 mit dem Museum Reichenbach zum Kreismuseum zusammengelegt wurde. Nach 1990 ging es an die Stadt Mylau, seit 2010 ist der Verein futurum vogtland e. V. Träger.
Unter dem Verein wurden die Obere Burg für das Museum saniert und 2014 die Dauerausstellung erneuert; 2021 folgte eine Begegnungsstätte. Die Sammlung umfasst rund 120.000 Objekte, darunter eine 2026 erstmals ausgestellte Kollektion von 274 Gips-Pilzmodellen der Firma Arnoldi, die zweitgrößte ihrer Art in Deutschland.
Highlights
27 Meter hoher mittelalterlicher Bergfried
Historischer Ratssaal und Metzschzimmer
Historische Naturkundesammlung des Mylauer Naturkundevereins
Adliges Wohnen mit der Sammlung Schloss Friesen
Sammlung von Arnoldi-Pilzmodellen aus Gips
Dauerausstellungen
Dauerausstellung Museum Burg Mylau – Die 2014 erneuerte Ausstellung spannt den Bogen von der bürgerlichen Burg und der Reformation über adliges Wohnen mit der Sammlung Schloss Friesen bis zur historischen Naturkundesammlung und zur Göltzschtalbrücke.
Gegründet
1893
Träger
futurum vogtland e. V.
Leitung
Sina Lorbeer-Klausnitz
Eintrittspreise & Ermäßigungen
Erwachsene
12 €
Ermäßigt
9 €Ermäßigungsberechtigte gegen Nachweis (Personenkreis auf der Website nicht näher aufgeschlüsselt, Details in der Benutzungs- und Gebührenordnung)
Kinder & Jugendliche
freibis 16 Jahre frei · Kinder und Jugendliche bis einschließlich 16 Jahre frei.
Seniorinnen & Senioren
–Keine gesonderte Seniorenermäßigung ausgewiesen.
Familien
–Kein Familienticket ausgewiesen; Kinder bis 16 Jahre haben freien Eintritt.
Führungen 5 € p. P. zzgl. Führungsgebühr pro Gruppe (40 € innerhalb, 80 € außerhalb der Öffnungszeiten). Schulklassen je nach Programm ab 1 € pro Schüler. Sonderausstellungen sind im Museumseintritt enthalten.
Barrierefreiheit
Teilweise rollstuhlgerecht
Aufzug: nicht vorhanden
Barrierefreies WC
Behindertenparkplatz
Assistenzhunde erlaubt: keine Angabe
Tastmodelle / taktile Angebote: keine Angabe
Führungen in Gebärdensprache: keine Angabe
Angebote in Leichter Sprache: keine Angabe
Audiodeskription: keine Angabe
Das Museum in der mittelalterlichen Burg ist wegen zahlreicher Treppen nicht vollständig barrierefrei; ein Teil ist mit einer Treppenraupe erreichbar (bitte vorher anmelden). Rollstuhlgerechte Toiletten gibt es auf dem Burggelände, nicht im Museum. Zwei Behindertenparkplätze links vor dem Burgtor. Für seh- oder hörbehinderte Gäste organisiert das Museum nach Anmeldung Hilfsangebote.
Kinder & Familie
Gut für Kinder & Familien geeignet
Eintritt Kinder
bis 16 Jahre frei
Familienführungen & Workshops
Kinder- und Familienprojekte wie die Zeichen-Expedition „Das Bestiarium der Burg Mylau“, „Tierisch was los!“ oder „Monster auf der Burg?“.
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
Bahn bis Reichenbach (Vogtl) Oberer Bahnhof, von dort mit dem Bus (Haltestellen direkt vor dem Bahnhofsgebäude) nach Mylau
Mit dem Auto
Parkplatz vorhanden
Direkt an der Burg keine Parkplätze; Parkmöglichkeiten am Fuß des Burgbergs (Markt, an der Kirche, Burgstraße, Friedenshain). Zwei Behindertenparkplätze links vor dem Burgtor.
Behindertenparkplatz
Mit dem Auto über die B173 oder von der A72 (Abfahrt Reichenbach) über die B94 Richtung Greiz/Auerbach/Rodewisch.
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Veranstaltungen & Vermietung
Räume mietbar
Private Feiern
Firmenveranstaltungen
Hochzeiten / Trauungen
Bis zu 99 Personen.
Ratssaal (bis 99 Personen) für Hochzeiten, Bankette, Firmenfeiern, Tagungen und Konzerte; Burgkapelle (Brautpaar plus 12 Gäste) für standesamtliche Trauungen; Begegnungsstätte mit Galerie für kleinere Meetings während der Museumsöffnungszeiten.
Führungen individuell nach Absprache; Schulklassen können Übersichtsführungen oder lehrplanbezogene Programme buchen (z. B. Mittelalter, Tiere in der Kunst, Turmgewicht berechnen). Die Burg liegt am Kulturweg der Vögte und am Jakobsweg der Via Imperii.