Erstmals als Abzüge zu sehen: Aufnahmen des schottischen Ethnografen Denis Galloway, der zwischen 1908 und 1914 den Spreewald bereiste. Die Fotos zeigen Feldarbeit, Märkte, Hochzeiten und eine seltene Vielfalt wendischer Trachten.
Über das Museum
Die sorbische/wendische Kultur hat in Cottbus eine lange museale Tradition: Schon das 1908 eröffnete Städtische Museum besaß ein „Wendisches Zimmer“, später folgten eine eigene Abteilung und eine wendische Bauernstube im Heimatmuseum. Nach dem Verlust fast aller städtischen Sammlungen im Zweiten Weltkrieg zeigte das Stadtmuseum – ab 1961 Bezirksmuseum – im Schloss Branitz wieder Ausstellungen zur Kultur der Niederlausitzer Sorben.
Mitte der 1980er-Jahre entstand am Bezirksmuseum die Abteilung „Wendisches Museum“, die ihre Sammlungen um Trachten, bildende Kunst, Volkskunst, Musik und Alltagskultur erweiterte. 1986 kaufte die Stadt das Bürgerhaus Mühlenstraße 12 nahe dem Altmarkt, dessen Grundstück schon 1544 erwähnt wird und das über ein Jahrhundert einer Lederhändlerfamilie gehörte. Nach dem Umbau mit Mitteln des Landes Brandenburg, der Stiftung für das sorbische Volk und der Stadt öffnete das Wendische Museum am 3. Juni 1994 als eigenständiges Haus mit der ersten Dauerausstellung zur niedersorbischen Geschichte und Kultur.
Bis 2015 erarbeitete das Museum fast 100 Sonderausstellungen. Von 2016 bis 2020 wurden das Gebäude saniert und die Dauerausstellung vollständig neu gestaltet. Seit der Wiedereröffnung 2020 führt sie durch thematische Räume zu Glauben, Sprache und Literatur, Bräuchen im Jahres- und Lebenslauf, Trachten und Musik sowie zu Industrialisierung, Auswanderung und dem Verlust von Heimat durch den Wandel der Lausitzer Landschaft. Das Museum ist eine Einrichtung der Stadt Cottbus/Chóśebuz und wird von der Stiftung für das sorbische Volk gefördert.
Highlights
Über 600 Jahre alte Kirchentür aus Werben/Wjerbno
Faksimile der ältesten bekannten niedersorbischen Schriftquelle von 1510
Modell und Originalgestühl der Wendischen Kirche in Cottbus
Teile der Jordan-Bibliothek, der wohl größten privaten sorbischen Büchersammlung der Niederlausitz
Sammlung von rund 900 verzierten Ostereiern (zu Ostern ausgestellt)
Dauerausstellungen
Daś Serbstwo wobstawa! – Kulturgeschichte der Sorben/Wenden in der Niederlausitz – Die 2020 eröffnete Dauerausstellung führt mit Originalen, Repliken und Medien durch Glaube, Sprache, Brauchtum, Tracht, Musik sowie Industrialisierung und Heimatverlust in der Lausitz.
Gegründet
1994
Träger
Stadt Cottbus/Chóśebuz (Städtische Sammlungen)
Leitung
Robert Büschel (Leiter der Städtischen Sammlungen Cottbus)
Eintrittspreise & Ermäßigungen
Erwachsene
5 €
Ermäßigt
4 €Schüler:innen, Auszubildende, Studierende, Teilnehmende an Freiwilligendiensten, schwerbehinderte Menschen sowie Empfänger:innen von Leistungen nach SGB II/XII, Asylbewerberleistungsgesetz und Wohngeld (jeweils mit Nachweis)
Kinder & Jugendliche
freibis 17 Jahre frei · Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr frei.
Seniorinnen & Senioren
–Keine Seniorenermäßigung in der Entgeltordnung.
Menschen mit Behinderung
4 €Begleitperson frei · Ermäßigt für schwerbehinderte Menschen; Begleitperson mit Merkzeichen B, G oder H frei.
Studierende & Azubis
4 €Ermäßigt für Studierende, Schüler:innen und Auszubildende.
Gruppen (ab 10 Pers.)
4 € p. P.Ab 10 Personen. Führungen für Erwachsene 2 € pro Person zzgl. Eintritt (mindestens 50 € inkl. Eintritt). Vermittlungsangebote für Kitas und Schulen ab 1 € pro Kind; je 10 Kinder eine Begleitperson frei.
Familien
–Kein Familienticket; Kinder und Jugendliche unter 18 haben freien Eintritt.
Kombikarte Wendisches Museum und Stadtmuseum Cottbus 8 € (eine Woche gültig), gemeinsame Jahreskarte 25 €. Ehrenamtskarte Berlin/Brandenburg: 50 % Ermäßigung. Frei für Presse, Mitglieder von ICOM, Deutschem Museumsbund, Museumsverband Brandenburg und Förderverein Wendisches Museum. Grundlage ist die Entgeltordnung vom 1.11.2025.
Barrierefreiheit
Teilweise rollstuhlgerecht
Aufzug
Barrierefreies WC
Behindertenparkplatz: nicht vorhanden
Assistenzhunde erlaubt: keine Angabe
Tastmodelle / taktile Angebote: keine Angabe
Führungen in Gebärdensprache: keine Angabe
Angebote in Leichter Sprache: keine Angabe
Audiodeskription: keine Angabe
Nach Prüfung des Museumsverbands Brandenburg (2023) für Menschen mit Mobilitätseinschränkung zugänglich: Der Haupteingang hat vier Stufen, der stufenlose Seiteneingang wird nach Absprache vom Personal geöffnet. Rampen in der Ausstellung und ein Aufzug ins Obergeschoss; eine Stufe im Obergeschoss erfordert einen Umweg. Barrierefreies WC mit Haltegriffen, jedoch mit wenig seitlicher Bewegungsfläche. Kein Behindertenparkplatz am Haus, nächste Parkmöglichkeit ca. 300 m entfernt. Die Website selbst enthält keine Angaben zur Barrierefreiheit vor Ort.
Kinder & Familie
Gut für Kinder & Familien geeignet
Eintritt Kinder
bis 17 Jahre frei
Familienführungen & Workshops
Entdeckerheft, Rallye oder Kinder-Audioguide
Mitmach- & Anfassstationen
Museums-Entdecker-Koffer mit Rätseln und Aufgaben für jeden Raum der Dauerausstellung (u. a. Schatztruhe öffnen, Webrahmen ausprobieren) und Kinder-Audioguide mit der Figur „Nikola der Nyks“; gelegentlich Familientage mit Sagen und Handarbeiten (ab 4 Jahren). Eintritt bis 18 Jahre frei.
Anreise & Parken
Mit dem Auto
Laut Reiseland Brandenburg keine eigenen Besucherparkplätze; das Museum selbst macht keine Angaben zum Parken.
Behindertenparkplatz: nicht vorhanden
Mühlenstraße 12 in der Altstadt, nahe dem Altmarkt.