
Ehemalige Synagoge St. Pölten
Jugendstil-Synagoge von 1913, seit 2024 Gedenk- und Kulturort mit Dauerpräsentation zur jüdischen Gemeinde St. Pöltens; geöffnet April bis November.
Über das Museum
Die Synagoge wurde 1913 nach Plänen von Theodor Schreier und Viktor Postelberg für die Israelitische Kultusgemeinde St. Pölten errichtet, die damals in ihrem weiten Einzugsgebiet über 900 Mitglieder zählte. Mit ihren reichen Wandornamenten im Jugendstil galt sie als einer der bedeutendsten jüdischen Sakralbauten der späten Monarchie.
Nach dem „Anschluss“ 1938 wurde die Gemeinde beraubt, vertrieben und deportiert; 321 Menschen aus St. Pölten und Umgebung wurden in der Shoah ermordet. Beim Novemberpogrom wurde das Gebäude schwer verwüstet und anschließend von der Stadt angeeignet. Eine jüdische Gemeinde entstand nach 1945 nicht mehr; 1954 erhielt die Israelitische Kultusgemeinde Wien das Haus zurück, das danach zunehmend verfiel.
Eine erste Renovierung durch Bund, Land und Stadt erfolgte 1980 bis 1984, 1988 zog das Institut für jüdische Geschichte Österreichs in das angebaute Kantorhaus. Im Rahmen von Kultur St. Pölten 2024 wurde der Bau erneut restauriert und barrierefrei adaptiert und im April 2024 als Ehemalige Synagoge St. Pölten wiedereröffnet. Heute betreibt ihn die Niederösterreichische Museum Betriebsgesellschaft als Ort für Geschichte, Gedenken und Gegenwart mit Dauerpräsentation, wechselnden Ausstellungen auf der Frauenempore, Konzerten und dem Festival Jewish Weekends.
Highlights
- Restaurierte Wandmalereien im Jugendstil unter der 14,5 Meter hohen Kuppel
- Dauerpräsentation „Die Synagoge und ihre Gemeinde“ auf der Frauenempore
- Gedenkinstallation „Jahrzeit“ für die 321 Shoah-Opfer der Region
- Kostenlose Kulturvermittler*innen an Führungssonntagen
Dauerausstellungen
- Die Synagoge und ihre Gemeinde – Präsentation rund um die Frauenempore zu Bau, Zerstörung und Renovierungen der Synagoge sowie zum Leben und Schicksal der jüdischen Gemeinde mit erhaltenen Objekten, Fotos und Dokumenten.
- Shoah-Gedenken „Jahrzeit“ – Installation, die monatlich wechselnd an einen der 321 ermordeten Jüdinnen und Juden aus St. Pölten und Umgebung an seinem Todes- oder Deportationstag erinnert.
- Gegründet
- 2024
- Träger
- Niederösterreichische Museum Betriebsgesellschaft m.b.H.
- Leitung
- Martha Keil
Eintrittspreise & Ermäßigungen
| Erwachsene | 5 € |
|---|---|
| Ermäßigt | 4 €Senior*innen ab 65 Jahren, Studierende, Lehrlinge, Gruppen ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung |
| Kinder & Jugendliche | 3,50 €bis 6 Jahre frei · Kinder bis 6 Jahre frei; 7 bis 18 Jahre 3,50 €. |
| Seniorinnen & Senioren | 4 €Ab 65 Jahren |
| Menschen mit Behinderung | 4 €Begleitperson frei · Eine im Behindertenausweis vermerkte Begleitperson hat freien Eintritt. |
| Studierende & Azubis | 4 €Studierende und Lehrlinge |
| Gruppen (ab 20 Pers.) | 4 € p. P.Ab 20 Personen; Niederösterreich-CARD gilt nicht für Gruppen ab 20 Personen. |
| Familien | 12 €2 Erwachsene und bis zu 4 Kinder bis zum vollendeten 18. Lebensjahr |
| Kombiticket mit Museum Niederösterreich (am selben Tag) | 14 €Kinder und Jugendliche 7,50 € |
| Führung pro Person (zuzüglich Eintritt) | 5,50 €Gruppen bis 20 Personen: Führungspauschale 110 € plus 5 € Eintritt pro Person |
| stp MuseumsCard | 18 €Ein Jahr gültig, je ein freier Eintritt in Ehemalige Synagoge, KinderKunstLabor, Museum am Dom, Museum Niederösterreich und Stadtmuseum St. Pölten |
Freier Eintritt (einmalig) mit der Niederösterreich-CARD, nicht bei Veranstaltungen. Schülerkarte im Klassenverband 3,50 €, mit Führung 4,50 €. Online-Ticketkauf vor dem Besuch empfohlen.
Barrierefreiheit
- Rollstuhlgerecht
- Aufzug
- Barrierefreies WC: keine Angabe
- Behindertenparkplatz: keine Angabe
- Assistenzhunde erlaubt: keine Angabe
- Tastmodelle / taktile Angebote: keine Angabe
- Führungen in Gebärdensprache: keine Angabe
- Angebote in Leichter Sprache: keine Angabe
- Audiodeskription: keine Angabe
Hauptraum über den Haupteingang stufenlos erreichbar; zu den Ausstellungen auf der Frauenempore führt ein Lift links vom Nebeneingang Lederergasse 12 – bitte vorher an der Kassa melden.
Kinder & Familie
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
Steinergasse / Ehem. Synagoge
LUP-Stadtbus Linien 7 und 8 bis Steinergasse / Ehem. Synagoge (gegenüber dem Eingang, ca. 3 Minuten ab Hauptbahnhof); zu Fuß vom Hauptbahnhof St. Pölten rund 12 Minuten durch die Innenstadt.
Mit dem Auto
Kein eigener Parkplatz am Museum.
In der Nähe nur sehr wenige Parkplätze (Kurzparkzone); empfohlen wird die Tiefgarage im Kulturbezirk, ab 17:35 Uhr kostenlos.
Die LUP-Busse fahren Montag bis Samstag im 30-Minuten-Takt, an Sonn- und Feiertagen stündlich.
Route planenService & Gastronomie
- Café: nicht vorhanden
- Restaurant: nicht vorhanden
- Museumsshop
Kein Café im Haus; Cafés und Restaurants in der nahen Wiener Straße, Lokal „Pan Pan“ im Museum Niederösterreich. Kassa mit Shop.
Veranstaltungen & Vermietung
- Räume mietbar
- Private Feiern
- Firmenveranstaltungen
Hauptraum mit Bühne, Foyer mit Garten, Seminarraum „Forum“ und Backstage-Bereich; Pakete für ganze oder halbe Tage, freie Catererwahl.
Anfrage & DetailsBesuch planen
| Führungen | ja · Dauer ca. 60 Min. |
|---|---|
| Angebote für Schulen | ja |
| Hinweise | Öffentliche Führung jeden 2. und 4. Sonntag im Monat um 15 Uhr (1 Stunde); an diesen Sonntagen steht von 13 bis 17 Uhr ein*e Kulturvermittler*in für Fragen bereit. Dialogische Gruppenführungen (ca. 60 Minuten) nach Buchung über anmeldung@ehemalige-synagoge.at; fremdsprachige Führungen auf Anfrage. Schulprogramme als eigenständige Spurensuche für alle Schulstufen. Männer benötigen keine Kopfbedeckung. Tiere sind aus Denkmalschutzgründen nicht erlaubt; Wandmalereien bitte nicht berühren. |




