Eingeschränkter Betrieb (voraussichtlich bis 2027). Das Lutherhaus ist wegen energetischer Sanierung und Neugestaltung geschlossen. Die wichtigsten Exponate sind im benachbarten Augusteum (gleicher Hof, Collegienstraße 54) in der Ausstellung „Buchstäblich Luther“ zu sehen. Wiedereröffnung für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant.
Die Schau im Augusteum erschließt Luthers Leben, Theologie und Beziehungen alphabetisch auf rund 350 m² und zeigt während der Sanierung die Hauptstücke der Lutherhaus-Sammlung. Auch seine umstrittenen Ansichten werden offen behandelt.
In nachgestellten Räumen wie Lotters Druckerei und Cranachs Werkstatt lösen Teams in 90 Minuten Rätsel, um das verschollene Septembertestament von 1522 aufzuspüren. Buchung mindestens drei Tage vorab.
Über das Museum
Ab 1504 errichteten Augustinermönche am Wittenberger Elstertor ein Kloster, das später „Schwarzes Kloster“ genannt wurde. Martin Luther lebte hier zunächst als Mönch, wurde Doktor der Theologie und lehrte an der Universität. Nachdem sich der Konvent im Zuge der Reformation aufgelöst hatte, überließ der Kurfürst das leere Gebäude Mitte der 1520er Jahre Luther und seiner Familie. Mit Katharina von Bora und den Kindern wohnte, schrieb und lehrte er dort bis zu seinem Tod 1546; die Tischrunden im Haus wurden legendär.
Luthers Erben verkauften das Anwesen 1564 an die Universität, die darin Studenten unterbrachte. Zwischen 1580 und 1582 entstand unter Kurfürst August von Sachsen nach Plänen von Hans Irmisch das vorgelagerte Augusteum, das ab 1598 die Universitätsbibliothek aufnahm. Nach der Auflösung der Wittenberger Universität verfiel der Bau, bis Friedrich August Stüler ihn 1853 bis 1856 restaurierte.
Schon 1655 galt Luthers Wohnstube als „Museum Lutheri“. Ab 1877 wurde das Haus zu einem Museum der Reformationsgeschichte ausgebaut und 1883, zu Luthers 400. Geburtstag, als „Lutherhalle“ eröffnet. Seit 1996 gehört es zum UNESCO-Welterbe der Luthergedenkstätten, seit 1997 zur Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, die hier eine umfangreiche Sammlung von Drucken, Handschriften, Gemälden und Alltagsobjekten bewahrt.
Derzeit wird das Lutherhaus energetisch saniert und touristisch neu erschlossen; die Wiedereröffnung ist für die zweite Jahreshälfte 2027 vorgesehen. Bis dahin präsentiert das Augusteum im selben Hof die Glanzstücke der Dauerausstellung in der Schau „Buchstäblich Luther“.
Highlights
Luthers Mönchskutte und die erste vollständige Wittenberger Bibelausgabe
Luther-Bildnisse aus der Cranach-Werkstatt, die das Lutherbild prägten
Koreanisches Seidenbild, das Luther als konfuzianischen Gelehrten zeigt
Archäologische Funde aus Luthers Elternhaus in Mansfeld
Escape-Spiel „Tatort 1522“ um das verschwundene Septembertestament
Lutherstube, Luthers Wohnstube mit Tischrunde (nach der Wiedereröffnung 2027)
Gegründet
1883
Träger
Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt
Leitung
Thomas T. Müller
Eintrittspreise & Ermäßigungen
Erwachsene
6 €
Ermäßigt
4 €Jugendliche, Auszubildende, Studierende, Freiwilligendienstleistende bis 27 Jahre, Empfänger von Sozialleistungen, Schwerbehinderte mit Ausweis
Kinder & Jugendliche
freibis 5 Jahre frei · Kinder unter 6 Jahren frei; Jugendliche zahlen den ermäßigten Preis.
Seniorinnen & Senioren
–Keine Seniorenermäßigung.
Menschen mit Behinderung
4 €Begleitperson frei · Ermäßigt mit Schwerbehindertenausweis; Begleitperson mit Merkzeichen B frei.
Studierende & Azubis
4 €Studierende und Auszubildende zahlen den ermäßigten Preis.
Gruppen (ab 10 Pers.)
4 € p. P.Pro Person ab 10 Personen. Gruppenführungen (deutsch/englisch) kosten 50–60 € zzgl. Eintritt und sind vorab zu reservieren.
Familien
15 €Für ein bis zwei Erziehungsberechtigte (Eltern oder Großeltern) mit ihren Kindern.
Kombiticket mit dem Melanchthonhaus 8 € (Familien-Kombiticket 20 €), gültig an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Freier Eintritt mit ICOM-Karte oder WelterbeCard. Öffentliche Führung 3 € zzgl. Eintritt. Das Escape-Spiel „Tatort 1522“ wird separat gebucht (z. B. 95 € für 2–6 Personen, Familien 75 €).
Barrierefreiheit
Rollstuhlgerecht
Aufzug
Barrierefreies WC
Behindertenparkplatz: keine Angabe
Assistenzhunde erlaubt: keine Angabe
Tastmodelle / taktile Angebote: keine Angabe
Führungen in Gebärdensprache: keine Angabe
Angebote in Leichter Sprache: keine Angabe
Audiodeskription: keine Angabe
Angaben für das Augusteum: stufenloser Zugang über die Hofdurchfahrt von der Collegienstraße, Aufzug zu allen Ausstellungsräumen, barrierefreies WC, barrierefrei erreichbare Schließfächer, Sitzmöglichkeiten im Eingangsbereich und kostenlose mobile Hocker. Das Lutherhaus war vor der Schließung nur teilweise per Aufzug erschlossen.
Kinder & Familie
Gut für Kinder & Familien geeignet
Eintritt Kinder
bis 5 Jahre frei
Familienticket
15 € · Für ein bis zwei Erziehungsberechtigte (Eltern oder Großeltern) mit ihren Kindern.
Familienführungen & Workshops
Mitmach- & Anfassstationen
Kindergeburtstage
Die Dauerausstellungen sind laut Stiftung vor allem für Erwachsene gedacht, Kinder kommen aber mit eigenen Angeboten auf ihre Kosten: Im Augusteum ist die Mitmachausstellung „Der Mönch war's!“ (ca. 45 Min.) im Ticket enthalten – mit Stationen zum Thesenstempeln, Verkleiden und Handeln mit Münzen. Dazu wechselnde Ferienprogramme und Kindergeburtstage, u. a. im Escape-Spiel „Tatort 1522“ (ab 12 Jahren).
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
Hauptbahnhof Lutherstadt Wittenberg (ICE-Strecke Hamburg–München und Regionalverkehr), von dort zu Fuß zur Collegienstraße am östlichen Rand der Altstadt. Mit dem Rad z. B. über den Elberadweg.
Mit dem Auto
Parkplatz vorhanden
Städtische Parkplätze in unmittelbarer Umgebung; kein eigener Museumsparkplatz genannt.
Mit dem Auto über die A9 (aus Richtung Berlin Ausfahrt Klein Marzehns, aus Richtung München Ausfahrt Coswig), weiter über die B2, B107 bzw. B187.