
Bandreißerkate
Reetdachkate von 1764 am alten Elbdeich in Haseldorf mit historischer Bandreißerwerkstatt, eingerichteten Wohnräumen und Bauerngarten.
Über das Museum
Die reetgedeckte Kate in Haseldorf entstand 1764 direkt am alten Elbdeich. Ihr letzter Bewohner war der Bandreißer Hermann Lüchau, weshalb das Haus im Ort auch Lüchaukate heißt. Bandreißer fertigten aus gespaltenen Weidenstöcken die Reifen, mit denen Holzfässer zusammengehalten wurden. Haseldorf und das benachbarte Hetlingen galten bis in die 1960er-Jahre als die bekanntesten Bandreißerdörfer der Elbmarsch; in der Saison halfen fast alle Bewohner beim Entrinden der Stöcke, sogar die Kinder.
1992 erwarb die Gemeinde Haseldorf die Kate von den Erben der Familie Lüchau, um ein Stück Dorfgeschichte zu sichern. Nach einer umfangreichen, von Land und Kreis Pinneberg mitfinanzierten Sanierung wurde das weitgehend im Originalzustand erhaltene Gebäude im August 1995 als Museumskate übergeben. Im November desselben Jahres gründeten 41 Interessierte den Kulturverein Haseldorfer Marsch, der das Haus seitdem ehrenamtlich betreibt; 2005 ließ der Verein gemeinsam mit der Gemeinde auch die historischen Nebengebäude wiederherstellen.
Gezeigt werden die Bandreißerwerkstatt, die historische Küche und zwei Wohnbereiche, die das Arbeiten und Wohnen der Bandreißerfamilien im 19. und frühen 20. Jahrhundert nachvollziehbar machen. Der Verein ergänzt die Einrichtung laufend um Werkzeuge, Hausrat und Kleidung. Daneben ist die Kate Treffpunkt für Konzerte, Lesungen, Ausstellungen und Kurse und dient als Ort für standesamtliche Trauungen.
Highlights
- Bandreißerwerkstatt mit Vorführungen des alten Handwerks
- Historische Küche und zwei eingerichtete Wohnbereiche
- Reetdachkate von 1764 in weitgehend originalem Zustand
- Bauerngarten mit Blick über den alten Elbdeich
- Kaffeetafel mit selbstgebackenem Kuchen auf der Diele
Dauerausstellungen
- Bandreißerwerkstatt und historische Wohnräume – Werkstatt, Küche und zwei Wohnbereiche zeigen, wie Bandreißerfamilien in der Elbmarsch im 19. und frühen 20. Jahrhundert lebten und Fassreifen aus Weidenstöcken herstellten.
- Gegründet
- 1995
- Träger
- Kulturverein Haseldorfer Marsch von 1995 e. V.
Eintrittspreise & Ermäßigungen
Der Eintritt ist frei.
Für Konzerte und andere Veranstaltungen in der Kate gelten eigene Eintrittspreise (Vorverkauf über den Kulturverein).
Barrierefreiheit
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Kinder & Familie
- Familienführungen & Workshops
Der Kulturverein bietet in der Kate unter anderem eine wöchentliche Kunstwerkstatt für Kinder sowie Kinderveranstaltungen im Jahresprogramm an.
Anreise & Parken
Mit dem Auto
Der Verein bittet, nicht an der Kate zu parken, sondern an der Hauptstraße oder hinter der Deichdurchfahrt Richtung Hafen.
Service & Gastronomie
- Café
An den Öffnungssonntagen Kaffeetafel mit selbstgebackenem Kuchen auf der Diele.
Veranstaltungen & Vermietung
- Räume mietbar
- Hochzeiten / Trauungen
Bis zu 30 Personen.
Standesamtliche Trauungen (durch das Amt Geest und Marsch Südholstein) auf der Diele mit bis zu 30 Stühlen; Blumenschmuck, Kerzen und Kateerhalt für 130 €, Service ehrenamtlich. Getränke nach der Trauung können mitgebracht werden; Bauerngarten, Deich und Kate dienen als Fotokulisse.
Anfrage & DetailsBesuch planen
| Führungen | ja |
|---|---|
| Hinweise | An den Öffnungstagen zeigen Vereinsmitglieder die Wohnräume und erzählen zu den Gegenständen. Besuchergruppen von etwa 10 bis 30 Personen nach rechtzeitiger Anmeldung bei Maria Westphal (04122 81178). Das Bandreißerhandwerk wird zu bestimmten Terminen, etwa beim Kulturtag im Juni, und auf Anfrage vorgeführt. |




