Deutschlands nationales Geschichtsmuseum – während der Sanierung des Zeughauses zeigt das DHM im Pei-Bau Wechselausstellungen zur deutschen Geschichte.
Eingeschränkter Betrieb. Das Zeughaus (Unter den Linden 2) ist wegen Sanierung und der Erarbeitung einer neuen Ständigen Ausstellung geschlossen; die frühere Dauerausstellung ist nicht mehr zu sehen, Museumscafé und Zeughaushof sind ebenfalls geschlossen. Rückbauarbeiten laufen voraussichtlich bis Mitte 2027, ein Wiedereröffnungstermin steht nicht fest. Geöffnet ist der angrenzende Pei-Bau (Eingang Hinter dem Gießhaus 3) mit Wechselausstellungen.
Die Ausstellung verfolgt in fünf Räumen, wie sich Vorstellungen von Natur in 800 Jahren deutscher Geschichte wandelten und politisch genutzt wurden – von Hildegard von Bingen bis zur Anti-Atomkraft-Bewegung.
Rund 200 teils nie gezeigte Stücke erzählen von der wechselvollen Geschichte der Sammlung im Zeughaus und von Orten, Grenzen und Wanderungsbewegungen der deutschen Geschichte.
Die Ausstellung im Untergeschoss des Pei-Baus untersucht die Geschichte des Vergleichs zwischen kolonialer und nationalsozialistischer Gewalt von 1900 bis 1960 und zeigt Möglichkeiten und Grenzen solcher Vergleiche.
Über das Museum
Das Deutsche Historische Museum wurde am 28. Oktober 1987 anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins in West-Berlin gegründet. Ursprünglich war ein Neubau im Spreebogen nahe dem Reichstag geplant. Nach der Wiedervereinigung übertrug die Bundesregierung dem Museum 1990 stattdessen das Zeughaus Unter den Linden samt den Sammlungen des DDR-Museums für Deutsche Geschichte.
Das zwischen 1695 und 1730 errichtete barocke Zeughaus diente zunächst als Waffenarsenal, im späten 19. Jahrhundert als preußische Ruhmeshalle und Armeemuseum, in der NS-Zeit als Heeresmuseum und ab 1952 als zentrales Geschichtsmuseum der DDR. Nach einer umfassenden Sanierung ergänzte 2003 der moderne Ausstellungsbau des Architekten I. M. Pei den Altbau. Von 2006 bis 2021 zeigte das Zeughaus eine große Dauerausstellung zur deutschen Geschichte vom Mittelalter bis zum Mauerfall.
Seit 2021 ist das Zeughaus geräumt und geschlossen: Klimatechnik, Sicherheitsanlagen, Beleuchtung und IT müssen erneuert werden, zugleich entsteht eine neue Ständige Ausstellung auf rund 9.000 Quadratmetern mit eigenem Kinder- und Familienbereich. Ein Wiedereröffnungstermin steht noch nicht fest. In der Zwischenzeit zeigt das Museum im Pei-Bau wechselnde Ausstellungen, oft inklusiv gestaltet.
Die Sammlung umfasst rund eine Million Objekte – von Waffen, Uniformen und Gemälden über Grafik, Plakate und Fotografie bis zu Alltagsgegenständen. Träger ist seit 2008 die Stiftung Deutsches Historisches Museum.
Highlights
Barockes Zeughaus Unter den Linden mit Andreas Schlüters Masken sterbender Krieger (derzeit geschlossen)
Ausstellungsbau von I. M. Pei mit gläsernem Treppenturm
Sammlung mit rund einer Million Objekten zur deutschen Geschichte
Inklusive Wechselausstellungen mit Tast-, Hör- und Gebärdensprach-Stationen
Zeughauskino, während der Sanierung im Auditorium des Pei-Baus
Gegründet
1987
Träger
Stiftung Deutsches Historisches Museum
Leitung
Raphael Gross (Präsident)
Besucher pro Jahr
ca. 758 300 (2016)
Eintrittspreise & Ermäßigungen
Erwachsene
7 €
Ermäßigt
3,50 €Schüler und Auszubildende über 18 Jahre, Bundesfreiwilligendienstleistende, Studierende, Arbeitslose, Inhaber des Berlin-Passes sowie Schwerbehinderte ab GdB 50 und Gleichgestellte (jeweils mit Nachweis)
Kinder & Jugendliche
freibis 18 Jahre frei · Laut Museum „bis 18 Jahre“ freier Eintritt; Schulklassen und Seminargruppen nach Anmeldung frei (1 € Führungsbeitrag pro Person).
Seniorinnen & Senioren
–Keine Seniorenermäßigung.
Menschen mit Behinderung
3,50 €Begleitperson frei · Ermäßigt ab GdB 50; Begleitperson mit Merkzeichen B frei.
Studierende & Azubis
3,50 €Studierende sowie Schüler und Auszubildende über 18 Jahre mit Nachweis.
Gruppen (ab 15 Pers.)
6 € p. P.Gruppenticket ab 15 Personen 6 € (Kombiticket 9 €) pro Person, nur vor Ort erhältlich. Gruppen ab 10 Personen bitte mindestens eine Woche vorher beim Besucherservice anmelden (fuehrung@dhm.de). Gruppenführung 75 € (max. 25 Personen) bzw. 30 € (max. 10 Personen) zzgl. Eintritt; Fremdführungen derzeit nicht möglich.
Familien
18 €Familienticket für bis zu 2 Erwachsene und 3 Kinder inklusive Familienführung, nur vor Ort; mit Kombiticket für alle Ausstellungen 22 €.
Freier Eintritt:Freier Eintritt am 3.10., 9.11. und 3.12.2026
Einzelticket gilt für eine Ausstellung im Pei-Bau; Kombiticket für alle Ausstellungen 10 €, ermäßigt 5 €; Erweiterungsticket für eine weitere Ausstellung 3 € (ermäßigt 1,50 €). Audioguide 3 € (Familien 6 €), öffentliche Führung 3 € zzgl. Eintritt, Telefonführung 5 €. Museumspass Berlin gültig; Berlin WelcomeCard: Einzelticket 5,50 €, Kombiticket 7,50 € (all inclusive frei). Keine Jahreskarte, SMB-Jahreskarten gelten nicht; Mitglieder des Museumsvereins frei.
Barrierefreiheit
Rollstuhlgerecht
Aufzug
Barrierefreies WC
Behindertenparkplatz: nicht vorhanden
Assistenzhunde erlaubt
Tastmodelle / taktile Angebote
Führungen in Gebärdensprache
Angebote in Leichter Sprache
Audiodeskription
Pei-Bau stufenlos zugänglich, alle Ausstellungsebenen per Aufzug (mit Ansage und taktilen Bedienelementen); rollstuhlgerechte WCs mit Wickelmöglichkeit im Untergeschoss. Rollstühle, Rollatoren, Klapphocker und Buggys an den Infoständen leihbar. Keine fest installierten Induktionsanlagen, aber induktive Halsringschleifen an den Audioguide-Ausgaben. Inklusive Kommunikations-Stationen mit Tastobjekten, Braille, Leichter Sprache, DGS-Videos und taktilem Bodenleitsystem; Hörführung mit Audiodeskription. Monatlich öffentliche Führungen mit DGS-Verdolmetschung, mit Objektbeschreibungen für blinde Menschen und in Einfacher Sprache. Die beiden öffentlichen Behindertenparkplätze vor dem Palais am Festungsgraben sind wegen Bauarbeiten derzeit nicht nutzbar. Zertifikat „Reisen für Alle – Barrierefreiheit geprüft“ (gültig bis Dezember 2028).
Kinder & Familie
Gut für Kinder & Familien geeignet
Besuchsdauer
ca. 1,5 Std.
Eintritt Kinder
bis 18 Jahre frei
Familienticket
18 € · Familienticket für bis zu 2 Erwachsene und 3 Kinder inklusive Familienführung, nur vor Ort; mit Kombiticket für alle Ausstellungen 22 €.
Familienführungen & Workshops
Entdeckerheft, Rallye oder Kinder-Audioguide
Kinderwagenfreundlich
Wickelmöglichkeit
Jeden Sonntag um 14 Uhr und in den Berliner Schulferien Führungen für Kinder und Familien; das Familienticket (18 €, nur vor Ort) umfasst Eintritt und Führung für zwei Erwachsene und bis zu drei Kinder. Zur eigenständigen Erkundung gibt es eine Hörführung für Kinder. Buggys an den Infoständen leihbar, Wickelmöglichkeit in der barrierefreien Toilette im Untergeschoss des Pei-Baus. Ab 12 Jahren dürfen Kinder die Ausstellungen allein besuchen.
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
U Museumsinsel · 200 m
U5 Museumsinsel (ca. 200 m); S-Bahn Hackescher Markt oder Friedrichstraße; U-Bahn Unter den Linden, Friedrichstraße oder Hausvogteiplatz (je ca. 800–900 m); Bus 100, 300 (nachts N5) bis Staatsoper (ca. 260 m) oder Museumsinsel.
Mit dem Auto
Parkplatz vorhanden
Keine eigenen Besucherparkplätze. Das Museum verweist auf die Tiefgarage unter dem Bebelplatz und das Parkhaus im City Quartier Dom Aquarée; wenige Plätze am Palais am Festungsgraben. Öffentliche Stellplätze gegenüber dem Pei-Bau (ca. 100 m), die beiden Behindertenparkplätze dort sind wegen Bauarbeiten derzeit nicht nutzbar.
Behindertenparkplatz: nicht vorhanden
Eingang über den Pei-Bau, Hinter dem Gießhaus 3. Fahrradbügel an der Straße Hinter dem Gießhaus nahe dem Eingang, Leihrad-Stationen in Gehweite.
Museumscafé wegen der Zeughaus-Sanierung geschlossen; kostenloser Wasserspender im Untergeschoss des Pei-Baus. Museumsshop der Buchhandlung Walther König im Pei-Bau (täglich 10–18 Uhr). Kostenlose Garderobe und Schließfächer im Untergeschoss, nur begrenzt verfügbar.
Veranstaltungen & Vermietung
Räume mietbar
Firmenveranstaltungen
Kommerzielle Vermietung des Pei-Bau-Foyers für Empfänge sowie des Auditoriums im Pei-Bau mit 57 Sitzplätzen (für Abendveranstaltungen nur donnerstags). Zeughaushof und Kinosaal sind wegen der Sanierung nicht verfügbar. Maximale Kapazität des Foyers nicht angegeben. Kontakt: nawrot@dhm.de.
In Foyers und Wechselausstellungen für private Zwecke erlaubt, außer bei gekennzeichneten Objekten; kein Blitz, kein Stativ. Redaktionelle und kommerzielle Aufnahmen nur mit schriftlicher Genehmigung.