Gedenkstätte im früheren Stasi-Gefängnis in Erfurt: Thüringens umfassendste Ausstellung zur SED-Diktatur, zur Haft und zur Friedlichen Revolution 1989.
ÖffnungszeitenEintritt ab 2 € Teilweise barrierefrei
Sieben Künstlerinnen und Künstler reflektieren ausgehend von der Geschichte des Ortes gesellschaftliche Umbrüche seit dem Ende der Diktaturen in Europa; zweisprachig Deutsch/Englisch.
Über das Museum
Der rote Backsteinbau in der Andreasstraße nahe dem Domplatz diente seit 1878 als Gefängnis. In der NS-Zeit wurden hier Hunderte Menschen aus politischen Gründen oder wegen ihrer Herkunft und Lebensweise inhaftiert. Ab 1952 nutzte das Ministerium für Staatssicherheit das Gebäude als Untersuchungshaftanstalt seiner Erfurter Bezirksverwaltung; die Volkspolizei belegte weitere Etagen.
Nach heutigem Kenntnisstand saßen hier mehr als 5.500 Menschen aus politischen Gründen in Stasi-Untersuchungshaft – zunächst oft unter Vorwürfen wie Spionage oder Hetze, nach dem Mauerbau vor allem wegen versuchter Flucht. Am 4. Dezember 1989 besetzten Erfurter Bürgerinnen und Bürger, angeführt von der Gruppe „Frauen für Veränderung“, die Stasi-Bezirksverwaltung und das Gefängnis. Es war die erste Besetzung dieser Art in der DDR; die geretteten Akten wurden in leeren Zellen verwahrt.
Nach der Wiedervereinigung blieb das Gebäude bis 2002 Haftanstalt. Die nicht mehr genutzte zweite Etage blieb weitgehend im Zustand der 1980er Jahre erhalten. Als ein Abriss drohte, setzten sich frühere Häftlinge und Akteure der Friedlichen Revolution für den Erhalt ein und organisierten Führungen, Konzerte und Kunstausstellungen.
2012 übertrug der Freistaat Thüringen die Trägerschaft der Stiftung Ettersberg, die die Gedenk- und Bildungsstätte am 3. Dezember 2012 eröffnete. Die Dauerausstellung verbindet die erhaltene Haftetage mit Zeitzeugenberichten und Medienstationen; der „Kubus der Friedlichen Revolution“ ist das Wahrzeichen des Ortes. 2020 erhielt die Gedenkstätte den Museumspreis der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen.
Highlights
Original erhaltene Haftetage der Stasi-Untersuchungshaftanstalt
Ort der ersten Stasi-Besetzung in der DDR am 4. Dezember 1989
„Kubus der Friedlichen Revolution“ im Freihof
Multimediaguide mit Zeitzeugenberichten, auch auf Englisch
Inklusive und taktile Führungen
Dauerausstellungen
HAFT | DIKTATUR | REVOLUTION: Thüringen 1949 – 1989 – Zeichnet am historischen Ort den Weg von Repression und politischer Haft bis zur Friedlichen Revolution nach; Kernstück ist die weitgehend original erhaltene Haftetage.
Gefangen unter Hitler: politische Häftlinge im Erfurter Gefängnis 1933 – 1945 – Kompakte Ausstellung über Frauen und Männer, die in der NS-Zeit aus politischen und rassistischen Gründen oder wegen ihrer Homosexualität in der Andreasstraße inhaftiert waren.
Gegründet
2012
Träger
Stiftung Ettersberg
Eintrittspreise & Ermäßigungen
Erwachsene
2 €
Ermäßigt
1 €Schülerinnen und Schüler, Studierende, Personen im Ruhestand, Menschen mit Behinderung und eine Begleitperson, Empfänger von ALG I und Bürgergeld, Bundesfreiwilligendienstleistende, Auszubildende (jeweils mit Nachweis)
Kinder & Jugendliche
1 €Schülerinnen und Schüler zahlen den ermäßigten Preis; eine Altersgrenze für freien Eintritt ist nicht angegeben.
Seniorinnen & Senioren
1 €Ermäßigt für Personen im Ruhestand.
Menschen mit Behinderung
1 €Ermäßigt; auch eine Begleitperson zahlt den ermäßigten Preis.
–Kein Familienticket angegeben; freier Eintritt mit Familienpass.
Multimediaguide „Orte der Friedlichen Revolution in Erfurt“ (Stadtrundgang)
3 €pro Person; Ausleihe am Servicetresen
Freier Eintritt:Jeden ersten Dienstag im Monat freier Eintritt
Freier Eintritt mit Erfurt-Card und Familienpass, für Mitglieder von MVT, Deutschem Museumsbund und ICOM, für Journalistinnen und Journalisten sowie für Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Der Multimediaguide ist in der Gedenkstätte kostenlos.
Barrierefreiheit
Teilweise rollstuhlgerecht
Aufzug
Barrierefreies WC
Behindertenparkplatz
Assistenzhunde erlaubt
Tastmodelle / taktile Angebote
Führungen in Gebärdensprache: keine Angabe
Angebote in Leichter Sprache
Audiodeskription
Barrierearmer Zugang (bei Problemen mit der Eingangstür bitte klingeln). Aufzug in alle drei Etagen (Kabine 90 × 140 cm); Ausstellungsräume überwiegend mit Rollstuhl zugänglich, Treppenlift zum Freihof. Rollstuhl-WC im Untergeschoss (Euroschlüssel am Servicetresen). Parkplatz Nr. 38 hinter dem Gebäude für Menschen mit Mobilitätseinschränkung. Tragbare Hocker, Multimediaguide mit Induktionsschleife, Taststation mit Gebäudemodell und Audiodeskription (DE/EN), Führungen in möglichst einfacher Sprache.
Kinder & Familie
Nur bedingt für Kinder geeignet
Familienführungen & Workshops
Entdeckerheft, Rallye oder Kinder-Audioguide
Gedenkstätte im früheren Stasi-Gefängnis. Für Kinder im Lesealter gibt es am Servicetresen das Heft „Andreasstraße für Kinder“ (3 €) zum Malen, Basteln und Schreiben.
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
Domplatz Nord · 125 m
Domplatz Nord (Straßenbahn 3, 4, 6; Bus 90), ca. 125 m; Domplatz Süd (Straßenbahn 2), ca. 175 m
Mit dem Auto
Parkplatz vorhanden
Parkhaus Domplatz. Für Menschen mit Mobilitätseinschränkung: Stellplatz Nr. 38 hinter der Gedenkstätte.
Behindertenparkplatz
Weg von den Haltestellen teils über Kopfsteinpflaster; bei Bedarf Abholung an der Haltestelle möglich.
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Veranstaltungen & Vermietung
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Besuch planen
Führungen
ja · Dauer ca. 1,5 Std.
Audioguide
ja (DE, EN)
Angebote für Schulen
ja
Hinweise
Öffentliche Führung Sa und So um 14 Uhr (90 Min., im Eintritt enthalten, ohne Anmeldung); „Andreasstraße inklusiv“ jeden ersten Sonntag im Monat um 14 Uhr (60 Min.). Gruppenführungen auf Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch und Polnisch. Multimediaguide mit Zeitzeugenvideos, Ausleihe am Servicetresen.