Fotos und Briefe des emigrierten Berliner Juden Fritz Julius Traugott, der 1945 als US-Soldat in der früheren SS-Villa stationiert war; im Garten mit Audiowalk.
Die israelische Künstlerin Inbar Chotzen übermalt Kopien von Postkarten, die ihre Familie aus dem Ghetto Theresienstadt schrieb, mit Szenen aus der Zeit vor der Verfolgung; im ersten Obergeschoss.
Über das Museum
Die Villa am Ufer des Großen Wannsees entstand 1914/15 nach Plänen des Architekten Paul Baumgarten für den Fabrikanten Ernst Marlier. 1921 kaufte sie der Industrielle Friedrich Minoux. Im Jahr 1940 ging das Anwesen über die SS-eigene Stiftung Nordhav an den Sicherheitsdienst, der es als Gäste- und Tagungshaus nutzte.
Am 20. Januar 1942 trafen sich hier auf Einladung Reinhard Heydrichs 15 hochrangige Vertreter von SS, NSDAP und Reichsministerien. Sie stimmten ab, wie ihre Behörden bei der bereits begonnenen Deportation und Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden zusammenarbeiten sollten. Das erhaltene Protokoll der Besprechung zählt zu den zentralen Dokumenten des Holocaust.
Nach Kriegsende nutzten zunächst alliierte Truppen, danach das August-Bebel-Institut das Gebäude; ab 1952 betrieb der Bezirk Neukölln darin ein Schullandheim. Der Historiker Joseph Wulf warb in den 1960er-Jahren für ein Dokumentationszentrum an diesem Ort, scheiterte aber am fehlenden politischen Rückhalt.
Erst zum 50. Jahrestag der Konferenz wurde am 20. Januar 1992 die Gedenk- und Bildungsstätte eröffnet. Die Dauerausstellung wurde 2006 und zuletzt 2020 neu konzipiert und reicht von der Ausgrenzung bis zum Umgang mit den Tätern nach 1945. Neben Ausstellungen im Haus und im Garten bietet die Einrichtung Seminare, Workshops und die Joseph Wulf Bibliothek an.
Highlights
Originalschauplatz der Besprechung vom 20. Januar 1942
Dauerausstellung in neun Räumen zur Verfolgung und Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden
Ausstellungen im Villengarten am Großen Wannsee
Audioguide in acht Sprachen, kostenlose WebApp für das eigene Smartphone
Joseph Wulf Bibliothek zur Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust
Dauerausstellungen
Die Besprechung am Wannsee und der Mord an den europäischen Jüdinnen und Juden – Die 2020 eröffnete Hauptausstellung im Erdgeschoss verfolgt in neun Räumen den Weg von der Ausgrenzung bis zum Massenmord und fragt nach dem Umgang mit den Beteiligten nach 1945.
20. Januar 1942. Und heute? – Zweisprachige Ausstellung im Garten der Villa, die zum 80. Jahrestag der Konferenz eingerichtet wurde und nach der Bedeutung des Ortes für die Gegenwart fragt.
Gegründet
1992
Träger
Erinnern für die Zukunft – Trägerverein des Hauses der Wannsee-Konferenz e. V.
Leitung
Deborah Hartmann
Eintrittspreise & Ermäßigungen
Der Eintritt ist frei.
Kinder & Jugendliche
–Eintritt frei; Besuch ab 14 Jahren empfohlen
Seniorinnen & Senioren
–Eintritt frei
Menschen mit Behinderung
–Eintritt frei
Studierende & Azubis
–Eintritt frei; Bildungsangebote für Studierende kostenlos
Gruppen (ab 10 Pers.)
–Eintritt frei, Anmeldung ab 10 Personen. Gruppenführung (90 Min.) pro Gruppe: bis 15 Personen 45 €, 16–30 Personen 90 €, 31–50 Personen 120 €; Workshops 75/150 €, Seminare 90/180 €. Für Schulklassen ab der 9. Klasse, Auszubildende und Studierende kostenlos.
Familien
–Eintritt frei
Audioguide (Leihgerät)
3 €In acht Sprachen; als WebApp auf dem eigenen Smartphone kostenlos
Ausstellungen und Garten kostenlos, keine Tickets nötig. Bei Gruppen ohne eigenes Einkommen verzichtet die Gedenkstätte nach Absprache auf Kosten.
Barrierefreiheit
Teilweise rollstuhlgerecht
Aufzug
Barrierefreies WC
Behindertenparkplatz: keine Angabe
Assistenzhunde erlaubt
Tastmodelle / taktile Angebote
Führungen in Gebärdensprache
Angebote in Leichter Sprache
Audiodeskription
Rampe am Haupteingang; Dauerausstellung im Erdgeschoss rollstuhlgerecht mit unterfahrbaren Vitrinen. Der denkmalgeschützte Aufzug in die oberen Etagen ist für größere Rollstühle zu klein, der Villengarten nur teilweise barrierefrei. Barrierearmes WC, kostenloser Leihrollstuhl. Taktiles Bodenleitsystem, tastbare Exponate und Raumpläne; Mediaguide mit Audiodeskription, Transkripten, DGS-Videos und DGS-Highlighttour; Inhalte in Leichter Sprache; Induktionshörer in der Ausstellung. Zertifiziert nach „Reisen für Alle“.
Kinder & Familie
Nur bedingt für Kinder geeignetEmpfohlen ab 14 Jahren
Besuchsdauer
ca. 1,5 Std.
Familienführungen & Workshops: nicht vorhanden
Die Gedenkstätte empfiehlt den Besuch ab 14 Jahren; Bildungsprogramme richten sich an Gruppen ab der 9. Klasse.
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
Haus der Wannsee-Konferenz (Bus 114)
S1 oder S7 bis S-Bahnhof Wannsee, weiter mit Bus 114 Richtung Heckeshorn (Tarifbereich AB); am ausgeschilderten Radweg Wannsee–Babelsberg.
Aus der Berliner Innenstadt etwa 45 Minuten mit S-Bahn oder Regionalbahn und Bus 114, je nach Anschluss.
Kein Café für Einzelbesucher, nur ein Getränkeautomat; Verpflegung für gebuchte Seminare und Workshops auf Anfrage. Haustiere im Gebäude nicht erlaubt, angeleinte Hunde im Park möglich. Ausstellungskatalog in acht Sprachen (8,50 €).
Veranstaltungen & Vermietung
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Besuch planen
Führungen
ja · Dauer ca. 1,5 Std.
Audioguide
ja (DE, EN, HE, FR, AR, IT, PL, ES)
Angebote für Schulen
ja
Fotografieren
Fotografieren für private Zwecke erlaubt, sofern andere Besucher nicht gestört werden; Filmaufnahmen nur mit vorheriger Genehmigung.
Hinweise
Rundgang durch die Dauerausstellung ca. 1–1,5 Stunden, Audioguide ca. 60 Minuten. Gruppenführungen (90 Min.) nur nach Online-Buchung: 10–30 Personen um 10 und 12 Uhr, 10–50 Personen um 14 und 16 Uhr; je nach Verfügbarkeit auf Deutsch, Englisch, Hebräisch, Französisch, Italienisch oder Niederländisch. Bildungsprogramme (Workshops, Seminare) ab der 9. Klasse. Gruppen über 10 Personen sollen sich auch ohne Führung anmelden.