Eingeschränkter Betrieb. Der Hochofen ist wegen dringender Sanierungsarbeiten bis auf Weiteres nicht zugänglich; Gelände, Abstichhalle, Gebläsehaus und Gastronomie sind geöffnet. Während der Sperrung gelten reduzierte Eintrittspreise.
Werkstattausstellung (angekündigt bis 2027), in der das Museum mit dem Publikum über seine Zukunft nachdenkt: mit digitalem 3D-Modell der Hütte, KI-Avatar „Andi“, Zeitstrahl, Themenwürfeln im Freien und einer Vitrine für mitgebrachte Erinnerungsstücke.
Über das Museum
Die Henrichshütte entstand 1854, als Graf Henrich zu Stolberg-Wernigerode die Erz- und Kohlevorkommen an der Ruhr bei Hattingen für ein neues Eisenwerk nutzen ließ; das Werk wurde nach dem kurz zuvor verstorbenen Gründer benannt. Unter wechselnden Eigentümern – einer Berliner Bank, Henschel & Sohn aus Kassel, der Ruhrstahl AG, Rheinstahl und zuletzt Thyssen – entwickelte sich die Hütte zu einem integrierten Werk, das Schienen, Radsätze, schwere Schmiede- und Gussteile bis hin zu Reaktordruckbehältern lieferte. In beiden Weltkriegen produzierte sie Rüstungsgüter; im Zweiten Weltkrieg mussten hier Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter unter harten Bedingungen arbeiten.
Mit der Stahlkrise begann ab 1983 der Abbau. Die angekündigte Stilllegung der Hochöfen 1987 löste in Hattingen einen breiten Protest mit Großdemonstration, Menschenkette und Hungerstreik der Frauen aus. Am 18. Dezember 1987 erfolgte dennoch der letzte Abstich; Hochofen 2 wurde später nach China verkauft, die übrigen Betriebe endeten bis 2004 schrittweise.
1989 übernahm der Landschaftsverband Westfalen-Lippe die wichtigsten Anlagen, darunter den 1940 in Betrieb genommenen Hochofen 3, und machte die Hütte zu einem Standort seines Industriemuseums. Seit 2000 können Besucher dem Weg des Eisens vom Erzbunker bis in die Gießhalle folgen. Hinzu kamen Rundwege zur Industrienatur, eine von Ehrenamtlichen betriebene Schaugießerei und ein Familienspielplatz. Seit 2025 erprobt die Werkstattausstellung „Ans Werk!“ mit Besucherbeteiligung, wie sich das Museum künftig neu aufstellt. Der Hochofen ist derzeit wegen Sanierungsarbeiten gesperrt.
Highlights
Hochofen 3 von 1940 – ältester erhaltener Hochofen des Ruhrgebiets (derzeit wegen Sanierung gesperrt, Abstichhalle zugänglich)
„Weg des Eisens“ vom Erzbunker bis zur Gießhalle
Schaugießerei mit Vorführungen mittwochs von April bis Oktober
„Grüner Weg“ zur Pflanzen- und Tierwelt der Industriebrache
Werkstattausstellung „Ans Werk!“ mit digitalem 3D-Modell und KI-Avatar
Preisgekrönter Hüttenspielplatz „Rackerwerk“ mit Spielhochofen
Dauerausstellungen
Eisen und Stahl – Der Weg des Eisens – Rundgang entlang des Materialflusses von Erz, Koks und Kalk bis zum flüssigen Roheisen, mit Fotos, Filmen und Interviews ehemaliger Beschäftigter. Der Aufstieg auf den Hochofen ist wegen der Sanierung derzeit nicht möglich.
Der grüne Weg – Stationen zur Natur, die sich die Industriebrache zurückerobert hat – mit Wildpflanzen, Tieren und eingeschleppten Arten, die einst mit Rohstoffen aus aller Welt ankamen.
100 Hüttenleben – Lebensgroße Porträts ehemaliger Beschäftigter mit Zitaten am Außenzaun, die an die Menschenkette gegen die Stilllegung 1987 erinnern.
Gegründet
2000
Träger
Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL-Museen für Industriekultur)
Leitung
Robert Laube
Eintrittspreise & Ermäßigungen
Erwachsene
5 €
Ermäßigt
3 €Beziehende von Leistungen nach SGB II/XII, Studierende bis 30 Jahre, Auszubildende, Freiwilligendienstleistende, Menschen mit GdB ab 50, Inhaber:innen der Ehrenamtskarte NRW
Kinder & Jugendliche
freibis 17 Jahre frei · Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre sowie Schulklassen frei
Seniorinnen & Senioren
–Keine Seniorenermäßigung ausgewiesen
Menschen mit Behinderung
3 €Ab GdB 50
Studierende & Azubis
3 €Bis zum 30. Lebensjahr
Gruppen (ab 16 Pers.)
4 € p. P.Erwachsene in Gruppen; Gruppenführungen ab 45 € zzgl. Eintritt
Familien
–Kein Familienticket; Kinder bis 17 Jahre frei
Öffentliche Führung „Eisen und Stahl“
2 €Zuschlag zum Eintritt
Fackelführung (Oktober–März, einmal monatlich 19 Uhr)
8 €Kinder 6–17 Jahre 3 €; Anmeldung erforderlich
LWL-MuseumsCard (Jahreskarte, 31 Museen von LWL und LVR)
50 €Für zwei Erwachsene 70 €, ermäßigt 15 €
Freier Eintritt:An einzelnen Aktionstagen freier Eintritt, 2026 z. B. Internationaler Museumstag, Tag des offenen Denkmals und Maustag am 3. Oktober
Die genannten Preise sind wegen der Hochofen-Sperrung reduziert. Freier Eintritt mit LWL-MuseumsCard, LVR-Museumskarte, Ausweis des Deutschen Museumsbunds oder ICOM sowie einmalig mit der RuhrtopCard.
Barrierefreiheit
Teilweise rollstuhlgerecht
Aufzug
Barrierefreies WC
Behindertenparkplatz
Assistenzhunde erlaubt
Tastmodelle / taktile Angebote: keine Angabe
Führungen in Gebärdensprache
Angebote in Leichter Sprache
Audiodeskription: keine Angabe
Zertifiziert nach „Reisen für Alle“. Fast alle Besucherbereiche ebenerdig oder über Rampen und Aufzüge erreichbar; nicht alle historischen Anlagen sind barrierefrei. Sechs Behindertenparkplätze, drei rollstuhlgerechte Toiletten (Gebläsehalle, Mehrzweckcontainer), kostenlose Leihrollstühle und Rollatoren, Kurzführer in Leichter Sprache an der Kasse. Führungen für Menschen mit Gehbehinderung buchbar; LWL-weit öffentliche Führungen mit Gebärdendolmetschung.
Kinder & Familie
Gut für Kinder & Familien geeignet
Eintritt Kinder
bis 17 Jahre frei
Familienführungen & Workshops
Entdeckerheft, Rallye oder Kinder-Audioguide
Mitmach- & Anfassstationen
Spielplatz / Spielecke
Kindergeburtstage
Preisgekrönter Hüttenspielplatz „Rackerwerk“ mit Spielhochofen und Riesenrutsche; Kinderrundweg „Weg der Ratte“ mit Modellen und Mitmachstationen; Familienabenteuer mit der blauen Ratte in der Museums-App. Ferienprogramme, Workshops und Kindergeburtstage.
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
Henrichshütte
Ab Bochum Hbf Bus 350 oder SB 37 bis „Henrichshütte“; ab Hattingen Mitte (S3 ab Essen Hbf) Bus 554 bis „Industriemuseum“, SB 38 bis „Werksstraße“ oder 350/SB 37 bis „Henrichshütte“. Mit dem Rad über den RuhrtalRadweg (Knotenpunkt 86).
Mit dem Auto
Sechs Behindertenparkplätze nahe am Museumseingang.
Behindertenparkplatz
Mit dem Auto über die A 43, Abfahrt Witten-Herbede, dann der Beschilderung „LWL-Industriemuseum“ folgen; Navi: Werksstraße 31, Hattingen.
Restaurant „HENRICHS“ in der Gaszentrale mit Blick in die historische Halle (Di–So 12–18 Uhr), Biergarten auf dem Gelände. Museumsshop Di–So 10–18 Uhr. WLAN im gesamten Museum. Hunde angeleint auf dem Außengelände erlaubt (nicht auf dem Spielplatz), nicht in den Gebäuden; Assistenzhunde ausgenommen.
Veranstaltungen & Vermietung
Räume mietbar
Private Feiern
Firmenveranstaltungen
Hochzeiten / Trauungen
Bis zu 900 Personen.
Veranstaltungshalle „Gaskraftwerk“ (1.100 m², bis 900 Gäste, z. B. 350 Bankett/800 Theater) mit Tagungsräumen „Atelier“ und „Kabinett“; Restaurant HENRICHS (500 m², Bankett 120–150 Personen) mit zwei Besprechungsräumen, bei Hallenveranstaltungen Cateringbindung. Standesamtliche Trauungen April–Oktober im Trauzimmer der Übergabestation (bis 40 Gäste, mit Aufzug).
Private Fotos erwünscht; gewerbliche Aufnahmen sowie Shootings mit Models, Fahrzeugen, Drohnen oder Requisiten nur nach vorheriger Absprache.
Hinweise
Kostenlose Museums-App (Deutsch, Englisch, Türkisch, Niederländisch) mit Touren und Kinderspiel; Leihgeräte am Eingang. Öffentliche Führung „Eisen und Stahl“ Di–So 11:30 Uhr, Sa/So zusätzlich 15 Uhr (2 € zzgl. Eintritt, ohne Anmeldung); Themenführungen an Sonntagen, im Sommer Vollmondführungen. Erwachsenengruppen ab 6 Personen müssen eine Gruppenführung buchen (ab 45 €; Fremdsprachen u. a. Englisch). Führungsangebote werden während der Hochofen-Sperrung angepasst.