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Henrichshütte in Hattingen
Foto: Frank Vincentz · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Henrichshütte

LWL-Industriemuseum im früheren Hüttenwerk Hattingen mit dem ältesten Hochofen des Reviers, Gebläsehalle, Schaugiesserei und Industrienatur.

ÖffnungszeitenEintritt ab 5 € Teilweise barrierefrei Restaurant
Eingeschränkter Betrieb. Der Hochofen ist wegen dringender Sanierungsarbeiten bis auf Weiteres nicht zugänglich; Gelände, Abstichhalle, Gebläsehaus und Gastronomie sind geöffnet. Während der Sperrung gelten reduzierte Eintrittspreise.

Aktuelle Ausstellungen

ab 16. Oktober 2025

Ans Werk!

Werkstattausstellung (angekündigt bis 2027), in der das Museum mit dem Publikum über seine Zukunft nachdenkt: mit digitalem 3D-Modell der Hütte, KI-Avatar „Andi“, Zeitstrahl, Themenwürfeln im Freien und einer Vitrine für mitgebrachte Erinnerungsstücke.

Über das Museum

Die Henrichshütte entstand 1854, als Graf Henrich zu Stolberg-Wernigerode die Erz- und Kohlevorkommen an der Ruhr bei Hattingen für ein neues Eisenwerk nutzen liess; das Werk wurde nach dem kurz zuvor verstorbenen Gründer benannt. Unter wechselnden Eigentümern – einer Berliner Bank, Henschel & Sohn aus Kassel, der Ruhrstahl AG, Rheinstahl und zuletzt Thyssen – entwickelte sich die Hütte zu einem integrierten Werk, das Schienen, Radsätze, schwere Schmiede- und Gussteile bis hin zu Reaktordruckbehältern lieferte. In beiden Weltkriegen produzierte sie Rüstungsgüter; im Zweiten Weltkrieg mussten hier Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter unter harten Bedingungen arbeiten.

Mit der Stahlkrise begann ab 1983 der Abbau. Die angekündigte Stilllegung der Hochöfen 1987 löste in Hattingen einen breiten Protest mit Grossdemonstration, Menschenkette und Hungerstreik der Frauen aus. Am 18. Dezember 1987 erfolgte dennoch der letzte Abstich; Hochofen 2 wurde später nach China verkauft, die übrigen Betriebe endeten bis 2004 schrittweise.

1989 übernahm der Landschaftsverband Westfalen-Lippe die wichtigsten Anlagen, darunter den 1940 in Betrieb genommenen Hochofen 3, und machte die Hütte zu einem Standort seines Industriemuseums. Seit 2000 können Besucher dem Weg des Eisens vom Erzbunker bis in die Giesshalle folgen. Hinzu kamen Rundwege zur Industrienatur, eine von Ehrenamtlichen betriebene Schaugiesserei und ein Familienspielplatz. Seit 2025 erprobt die Werkstattausstellung „Ans Werk!“ mit Besucherbeteiligung, wie sich das Museum künftig neu aufstellt. Der Hochofen ist derzeit wegen Sanierungsarbeiten gesperrt.

Highlights

  • Hochofen 3 von 1940 – ältester erhaltener Hochofen des Ruhrgebiets (derzeit wegen Sanierung gesperrt, Abstichhalle zugänglich)
  • „Weg des Eisens“ vom Erzbunker bis zur Giesshalle
  • Schaugiesserei mit Vorführungen mittwochs von April bis Oktober
  • „Grüner Weg“ zur Pflanzen- und Tierwelt der Industriebrache
  • Werkstattausstellung „Ans Werk!“ mit digitalem 3D-Modell und KI-Avatar
  • Preisgekrönter Hüttenspielplatz „Rackerwerk“ mit Spielhochofen

Dauerausstellungen

  • Eisen und Stahl – Der Weg des Eisens – Rundgang entlang des Materialflusses von Erz, Koks und Kalk bis zum flüssigen Roheisen, mit Fotos, Filmen und Interviews ehemaliger Beschäftigter. Der Aufstieg auf den Hochofen ist wegen der Sanierung derzeit nicht möglich.
  • Der grüne Weg – Stationen zur Natur, die sich die Industriebrache zurückerobert hat – mit Wildpflanzen, Tieren und eingeschleppten Arten, die einst mit Rohstoffen aus aller Welt ankamen.
  • 100 Hüttenleben – Lebensgrosse Porträts ehemaliger Beschäftigter mit Zitaten am Aussenzaun, die an die Menschenkette gegen die Stilllegung 1987 erinnern.
Gegründet
2000
Träger
Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL-Museen für Industriekultur)
Leitung
Robert Laube

Eintrittspreise & Ermässigungen

Erwachsene5 €
Ermässigt3 €Beziehende von Leistungen nach SGB II/XII, Studierende bis 30 Jahre, Auszubildende, Freiwilligendienstleistende, Menschen mit GdB ab 50, Inhaber:innen der Ehrenamtskarte NRW
Kinder & Jugendlichefreibis 17 Jahre frei · Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre sowie Schulklassen frei
Seniorinnen & Senioren–Keine Seniorenermässigung ausgewiesen
Menschen mit Behinderung3 €Ab GdB 50
Studierende & Azubis3 €Bis zum 30. Lebensjahr
Gruppen (ab 16 Pers.)4 € p. P.Erwachsene in Gruppen; Gruppenführungen ab 45 € zzgl. Eintritt
Familien–Kein Familienticket; Kinder bis 17 Jahre frei
Öffentliche Führung „Eisen und Stahl“2 €Zuschlag zum Eintritt
Fackelführung (Oktober–März, einmal monatlich 19 Uhr)8 €Kinder 6–17 Jahre 3 €; Anmeldung erforderlich
LWL-MuseumsCard (Jahreskarte, 31 Museen von LWL und LVR)50 €Für zwei Erwachsene 70 €, ermässigt 15 €

Freier Eintritt: An einzelnen Aktionstagen freier Eintritt, 2026 z. B. Internationaler Museumstag, Tag des offenen Denkmals und Maustag am 3. Oktober

Die genannten Preise sind wegen der Hochofen-Sperrung reduziert. Freier Eintritt mit LWL-MuseumsCard, LVR-Museumskarte, Ausweis des Deutschen Museumsbunds oder ICOM sowie einmalig mit der RuhrtopCard.

Barrierefreiheit

  • Teilweise rollstuhlgerecht
  • Aufzug
  • Barrierefreies WC
  • Behindertenparkplatz
  • Assistenzhunde erlaubt
  • Tastmodelle / taktile Angebote: keine Angabe
  • Führungen in Gebärdensprache
  • Angebote in Leichter Sprache
  • Audiodeskription: keine Angabe

Zertifiziert nach „Reisen für Alle“. Fast alle Besucherbereiche ebenerdig oder über Rampen und Aufzüge erreichbar; nicht alle historischen Anlagen sind barrierefrei. Sechs Behindertenparkplätze, drei rollstuhlgerechte Toiletten (Gebläsehalle, Mehrzweckcontainer), kostenlose Leihrollstühle und Rollatoren, Kurzführer in Leichter Sprache an der Kasse. Führungen für Menschen mit Gehbehinderung buchbar; LWL-weit öffentliche Führungen mit Gebärdendolmetschung.

Kinder & Familie

Gut für Kinder & Familien geeignet

Eintritt Kinderbis 17 Jahre frei
  • Familienführungen & Workshops
  • Entdeckerheft, Rallye oder Kinder-Audioguide
  • Mitmach- & Anfassstationen
  • Spielplatz / Spielecke
  • Kindergeburtstage

Preisgekrönter Hüttenspielplatz „Rackerwerk“ mit Spielhochofen und Riesenrutsche; Kinderrundweg „Weg der Ratte“ mit Modellen und Mitmachstationen; Familienabenteuer mit der blauen Ratte in der Museums-App. Ferienprogramme, Workshops und Kindergeburtstage.

Anreise & Parken

Mit Bus & Bahn

Henrichshütte

Ab Bochum Hbf Bus 350 oder SB 37 bis „Henrichshütte“; ab Hattingen Mitte (S3 ab Essen Hbf) Bus 554 bis „Industriemuseum“, SB 38 bis „Werksstrasse“ oder 350/SB 37 bis „Henrichshütte“. Mit dem Rad über den RuhrtalRadweg (Knotenpunkt 86).

Mit dem Auto

Sechs Behindertenparkplätze nahe am Museumseingang.

  • Behindertenparkplatz

Mit dem Auto über die A 43, Abfahrt Witten-Herbede, dann der Beschilderung „LWL-Industriemuseum“ folgen; Navi: Werksstrasse 31, Hattingen.

Route planen

Service & Gastronomie

  • Restaurant
  • Museumsshop
  • WLAN

Restaurant „HENRICHS“ in der Gaszentrale mit Blick in die historische Halle (Di–So 12–18 Uhr), Biergarten auf dem Gelände. Museumsshop Di–So 10–18 Uhr. WLAN im gesamten Museum. Hunde angeleint auf dem Aussengelände erlaubt (nicht auf dem Spielplatz), nicht in den Gebäuden; Assistenzhunde ausgenommen.

Veranstaltungen & Vermietung

  • Räume mietbar
  • Private Feiern
  • Firmenveranstaltungen
  • Hochzeiten / Trauungen

Bis zu 900 Personen.

Veranstaltungshalle „Gaskraftwerk“ (1.100 m², bis 900 Gäste, z. B. 350 Bankett/800 Theater) mit Tagungsräumen „Atelier“ und „Kabinett“; Restaurant HENRICHS (500 m², Bankett 120–150 Personen) mit zwei Besprechungsräumen, bei Hallenveranstaltungen Cateringbindung. Standesamtliche Trauungen April–Oktober im Trauzimmer der Übergabestation (bis 40 Gäste, mit Aufzug).

Anfrage & Details

Besuch planen

Führungenja
Audioguideja (DE, EN, TR, NL)
Angebote für Schulenja
FotografierenPrivate Fotos erwünscht; gewerbliche Aufnahmen sowie Shootings mit Models, Fahrzeugen, Drohnen oder Requisiten nur nach vorheriger Absprache.
HinweiseKostenlose Museums-App (Deutsch, Englisch, Türkisch, Niederländisch) mit Touren und Kinderspiel; Leihgeräte am Eingang. Öffentliche Führung „Eisen und Stahl“ Di–So 11:30 Uhr, Sa/So zusätzlich 15 Uhr (2 € zzgl. Eintritt, ohne Anmeldung); Themenführungen an Sonntagen, im Sommer Vollmondführungen. Erwachsenengruppen ab 6 Personen müssen eine Gruppenführung buchen (ab 45 €; Fremdsprachen u. a. Englisch). Führungsangebote werden während der Hochofen-Sperrung angepasst.

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