
Industriemuseum Howaldtsche Metallgießerei
Original erhaltene Werftgießerei von 1884 in Kiel-Dietrichsdorf mit Schmelzöfen und Gussvorführungen, geöffnet im Sommerhalbjahr, Eintritt frei.
Über das Museum
Die Howaldtswerke gehen auf eine Maschinenfabrik zurück, die August Ferdinand Howaldt und Johann Schweffel 1838 als ersten Industriebetrieb Kiels gründeten. Nachdem Georg Howaldt 1876 in Dietrichsdorf eine Werft gegründet hatte, verlegten die Brüder Howaldt um 1880 auch die Maschinenfabrik auf das Ostufer der Förde. 1889 schlossen sich beide Betriebe zu den Howaldtswerken zusammen.
Die Werkstätten entwarf Heinrich Moldenschardt, ein bedeutender Architekt des Historismus in Schleswig-Holstein. Die 1884 fertiggestellte Metallgießerei mit gemusterten Backsteinwänden und Rundbogenfenstern hatte von Anfang an elektrisches Licht. Bis 1980 wurden hier vor allem Teile aus Bronze, Blei und Messing für die Schiffe der Werft gegossen. Die Arbeit an den Schmelzöfen rund um den zentralen Schornstein war hart und gefährlich.
Nach dem Zweiten Weltkrieg zog die Werft nach und nach nach Gaarden, 1983 wurde der Standort Dietrichsdorf aufgegeben. Nur die Metallgießerei blieb von den Moldenschardt-Bauten erhalten. Sie steht seit 1992 unter Denkmalschutz und wurde 2003 bis 2006 saniert, unter anderem mit Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Den verlorenen Schornstein ersetzt eine Nachbildung aus Cortenstahl.
Am Internationalen Museumstag 2007 eröffnete das Industriemuseum, das zunächst ein Verein ehrenamtlich betrieb. Seit 2020 gehört es zum Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum. Die Werkhalle mit Öfen, Werkbänken und Werkzeugen ist weitgehend im Originalzustand. Führungen und Gussvorführungen vermitteln Kieler Industrie-, Schiffbau- und Arbeitsgeschichte.
Highlights
- Ältestes erhaltenes Gebäude der Kieler Werftgeschichte (1884, Architekt Heinrich Moldenschardt)
- Weitgehend original erhaltene Werkhalle mit Schmelzöfen, Werkbänken und Werkzeugen
- Gussvorführungen und Zinn-Gussworkshops zum Mitmachen
- Kleine Dampfmaschine, die bei Führungen in Betrieb gesetzt wird
- Formkasten, Formsand und Werkzeuge zum Anfassen
Dauerausstellungen
- Werkhalle der Howaldtschen Metallgießerei – Die original erhaltene Gießereihalle mit Schmelzöfen, Werkbänken und Werkzeugen zeigt rund 100 Jahre Werft- und Arbeitsgeschichte am Kieler Ostufer.
- Gegründet
- 2007
- Träger
- Landeshauptstadt Kiel (Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum)
Eintrittspreise & Ermäßigungen
Der Eintritt ist frei.
| Kinder & Jugendliche | –Eintritt frei |
|---|---|
| Gruppen | –Gruppenführungen mit Guss und Guss-Workshops (ca. 1,5 Std., bis 25 Personen, Workshop max. 10): 50 € pro Gruppe. |
Eintritt frei. Öffentliche Guss-Workshops kostenlos; wer den gegossenen Zinntaler mitnehmen möchte, zahlt 7 € Materialkosten.
Barrierefreiheit
- Teilweise rollstuhlgerecht
- Aufzug: nicht vorhanden
- Barrierefreies WC: nicht vorhanden
- Behindertenparkplatz
- Assistenzhunde erlaubt
- Tastmodelle / taktile Angebote: keine Angabe
- Führungen in Gebärdensprache: keine Angabe
- Angebote in Leichter Sprache: keine Angabe
- Audiodeskription: keine Angabe
Barrierefreier Eingang. Wegen der Hanglage sind beide Geschosse ebenerdig von außen erreichbar; Rollstuhlnutzende wechseln die Etage über den Gehweg um das Gebäude (Aufsicht öffnet die Tür zur Werkhalle, Tel. 0431 901-3466). Innen nur schmale Treppe mit einseitigem Handlauf. Keine rollstuhlgerechte Toilette. Zwei Behindertenparkplätze auf dem öffentlichen Parkplatz hinter dem Gebäude.
Kinder & Familie
Gut für Kinder & Familien geeignet
- Familienführungen & Workshops
Kinder sind willkommen, müssen in der Werkhalle (scharfe Kanten, schwere Gegenstände) aber beaufsichtigt werden. Angebote wie Kinderführung mit Guss und Guss-Workshop ab 8 Jahren, für Jüngere keine eigenen Angebote; Ferienpass in den Sommer- und Herbstferien. Im Erdgeschoss Bilderbücher und Malsachen.
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
Grenzstraße · 300 m
Bus 11 (Richtung Dietrichsdorf) oder X60 (Richtung HAW Campus) bis Grenzstraße; Schwentinefähre F2 ab Reventloubrücke bis Anleger Dietrichsdorf, wenige Schritte.
Mit dem Auto
Parkplatz kostenlos
Kostenloser öffentlicher Parkplatz hinter dem Gebäude (Zufahrt Moorblöcken), davon zwei Behindertenstellplätze direkt am Zugang.
- Behindertenparkplatz
Fahrradstellplätze nur am nahen Anleger Dietrichsdorf.
Route planenService & Gastronomie
- Café: nicht vorhanden
- Restaurant: nicht vorhanden
Kein Café, Gastronomie in 5–10 Minuten Fußweg.
Veranstaltungen & Vermietung
Das Museum vermietet nach unseren Informationen keine Räume für externe Veranstaltungen.
Keine Vermietung für private Feiern, geschlossene Veranstaltungen, Fotoshootings oder Dreharbeiten.
Besuch planen
| Führungen | ja · Dauer ca. 60 Min. |
|---|---|
| Angebote für Schulen | ja |
| Fotografieren | Private Fotos erlaubt; andere Personen und das Team nur mit Einverständnis fotografieren. |
| Hinweise | Werkhalle unbeheizt, mit scharfen Kanten und schweren Gegenständen: festes Schuhwerk empfohlen. Öffentliche Themenführungen ca. 1 Std.; buchbare Gruppenführungen und Guss-Workshop ca. 1,5 Std. Gussvorführungen nach Anmeldung unter 0431 901-3466. Hunde außer Assistenzhunden nicht erlaubt. |





