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KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora in Nordhausen
Foto: unbekannt · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora

Gedenkstätte am Ort des KZ Mittelbau-Dora bei Nordhausen: Stollen der früheren V2-Raketenfabrik, Lagergelände und Ausstellung zur KZ-Zwangsarbeit.

ÖffnungszeitenEintritt frei Teilweise barrierefrei
Eingeschränkter Betrieb. Gedenkstätte, Dauerausstellung und Außengelände sind geöffnet. Die Sonderausstellung „Flucht“ in der ehemaligen Feuerwache ist wegen Bauarbeiten seit 8. September 2026 bis auf Weiteres geschlossen, und geführte Rundgänge fallen derzeit vereinzelt aus – vor dem Besuch bei der Information nachfragen. Wegen Straßenbauarbeiten sind bei der Anfahrt Umleitungen möglich.

Über das Museum

Ende August 1943 richtete die SS am Kohnstein nördlich von Nordhausen das Außenlager „Dora“ des KZ Buchenwald ein. Die Häftlinge mussten ein bestehendes Stollensystem zu einer unterirdischen Rüstungsfabrik ausbauen, in der die Mittelwerk GmbH ab Anfang 1944 V2-Raketen und später auch V1-Flugbomben montieren ließ. In der Anfangszeit schliefen Tausende Gefangene in den Stollen selbst. Im Herbst 1944 wurde Mittelbau zum eigenständigen Konzentrationslager mit einem dichten Netz von Außenlagern in der Harzregion.

Von rund 60.000 Häftlingen aus zahlreichen Ländern kamen mindestens 20.000 ums Leben – durch mörderische Bauarbeit, Hunger, Krankheit und Gewalt sowie bei den Todesmärschen der Räumung im April 1945. Am 11. April 1945 erreichten US-Truppen das Lager. Die Stolleneingänge wurden 1947/48 von der sowjetischen Besatzungsmacht gesprengt.

Nach ersten Gedenkfeiern, vor allem ehemaliger französischer Häftlinge, entstand in den 1950er-Jahren ein Gedenkort am Krematorium. Die Enthüllung einer Plastik von Jürgen von Woyski 1964 gilt als Gründung der „Mahn- und Gedenkstätte Mittelbau-Dora“, die in der DDR stets im Schatten Buchenwalds stand; 1974 wurde der Appellplatz zum „Ehrenplatz der Nationen“ umgestaltet.

Nach 1990 rückte der historische Ort selbst in den Mittelpunkt. Seit 1995 ist ein Teil der Stollenanlage über einen neuen Zugangsstollen bei Führungen zugänglich, 2005 entstand ein Museumsgebäude, und 2006 eröffnete die Dauerausstellung zur KZ-Zwangsarbeit. Barackenfundamente und andere Relikte werden bis heute schrittweise sichtbar gemacht. Träger ist die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora.

Highlights

  • Geführter Rundgang durch einen Teil der historischen Stollenanlage im Kohnstein
  • Dauerausstellung „KZ Mittelbau-Dora 1943–1945“ im Museumsgebäude
  • Vollständig erhaltenes ehemaliges Krematorium
  • Ehemaliges Lagergelände mit Barackenfundamenten, Appellplatz und Lagerbahnhof
  • App „Mittelbau“ mit Geländerundgang in vier Sprachen

Dauerausstellungen

  • KZ Mittelbau-Dora 1943–1945 – Die Dauerausstellung im Museumsgebäude stellt die KZ-Zwangsarbeit für die Raketenrüstung und die Untertageverlagerung in den Mittelpunkt und beleuchtet Häftlinge, Täter und das gesellschaftliche Umfeld der Lager. Terminals mit Zeitzeugeninterviews vertiefen die Geschichte der Außenlager.
  • Historische Stollenanlage – Über einen 1995 angelegten Zugangsstollen sind ein Abschnitt des Fahrstollens A und drei Querkammern begehbar, die weitgehend im vorgefundenen Zustand belassen wurden. Nur im Rahmen eines geführten Rundgangs; Temperatur ganzjährig um 8 °C.
Gegründet
1964
Träger
Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora
Leitung
Andreas Froese
Besucher pro Jahr
ca. 50 000 (2025)

Eintrittspreise & Ermäßigungen

Der Eintritt ist frei.

Kinder & Jugendliche–Eintritt frei. Empfohlen wird, das ehemalige Krematorium und die Ausstellungen nicht mit Kindern unter 12 Jahren zu besuchen; angemeldete Gruppenangebote ab 15 Jahren (ab Klasse 9).
Menschen mit Behinderung–Eintritt frei; geführter Rundgang für Menschen mit Behinderung ermäßigt (3 €).
Studierende & Azubis–Eintritt frei; geführter Rundgang für Schüler, Studierende und Auszubildende ermäßigt (3 €).
Gruppen–Betreuungsgebühr für angemeldete Gruppen (mehrstündige Programme, Tages- und Mehrtagesveranstaltungen): Erwachsene bis 15 Personen 80 €, darüber 120 €; ermäßigt 40 € bzw. 60 €. Zahlung bar im Foyer. Rundgänge für Gruppen auch auf Englisch oder Französisch; frühzeitige Anmeldung nötig, für Mai bis Juli bis zu zehn Monate im Voraus.

Besuch von Gelände und Ausstellungen kostenlos. Geführter Rundgang über das Lagergelände mit Stollen: 7 €, ermäßigt 3 € (Auszubildende, Schüler, Studierende, Menschen mit Behinderung, Sozialhilfeempfänger, Inhaber der Thüringer Ehrenamtscard und der Thüringer Mehrkindfamilienkarte); für ICOM- und DMB-Mitglieder frei. Ausleihe eines Multimedia-Guides 5 € p. P.; die App „Mittelbau“ ist kostenlos.

Barrierefreiheit

  • Teilweise rollstuhlgerecht
  • Aufzug
  • Barrierefreies WC
  • Behindertenparkplatz
  • Assistenzhunde erlaubt
  • Tastmodelle / taktile Angebote: nicht vorhanden
  • Führungen in Gebärdensprache: nicht vorhanden
  • Angebote in Leichter Sprache
  • Audiodeskription: nicht vorhanden

Das Museumsgebäude von 2005 ist ebenerdig zugänglich (breite Gänge, unterfahrbare Vitrinen, Sitzgelegenheiten); die barrierefreie Toilette im 1. Obergeschoss ist per Aufzug erreichbar. Das Außengelände liegt am Hang: asphaltierte Hauptwege mit Steigung, Schotter auf Nebenwegen, viele Treppen. Im Stollen ist ein großer Teil der Besuchergalerie ebenerdig oder per Rampe erreichbar, der Rest nur über Stufen; teils dunkel und uneben. Drei Behindertenparkplätze nahe dem Museum. Keine Angebote für blinde oder gehörlose Menschen, keine Induktionsschleifen. Informationen in Leichter Sprache auf der Website und Bildungsangebote für Menschen mit Lernschwierigkeiten. Blindenführ- und Assistenzhunde auf dem ganzen Gelände erlaubt.

Kinder & Familie

Nur bedingt für Kinder geeignetEmpfohlen ab 12 Jahren

Besuchsdauerca. 80 Min.
  • Familienführungen & Workshops: nicht vorhanden

Keine speziellen Familienangebote. Kinder unter 12 Jahren sollten das ehemalige Krematorium und die Ausstellungen nicht besuchen; angemeldete Gruppen werden ab der 9. Klasse empfangen. Im Stollen herrschen ganzjährig etwa 8 °C.

Anreise & Parken

Mit Bus & Bahn

Nordhausen-Krimderode · 30 Min. zu Fuß

Straßenbahnlinie 10 oder Harzquerbahn (HSB) bis Haltepunkt Nordhausen-Krimderode, dann 20–30 Min. Fußweg. Rufbus Linie G ab Nordhausen Bahnhofsplatz (Fahrzeit ca. 12 Min.), kostenlose Anmeldung mindestens 1 Std. vorher unter 0800 6396390.

Mit dem Auto

Parkplatz kostenlos

Ausgeschilderte kostenlose Parkplätze auf dem Gelände der Gedenkstätte, Ladestation für E-Autos. Übernachten im Fahrzeug oder Zelt nicht gestattet.

  • Behindertenparkplatz
Route planen

Service & Gastronomie

  • Café: nicht vorhanden
  • Restaurant: nicht vorhanden
  • Museumsshop
  • Schließfächer

Das Museumscafé ist bis auf Weiteres geschlossen. Buchshop an der Information im Museumsgebäude. Drei große Schiebefächer für Gruppen im Foyer. Hunde (außer Assistenzhunde) nicht im ehemaligen Häftlingslager und in den Gebäuden. Archiv, Bibliothek und Online-Totenbuch für Recherchen.

Veranstaltungen & Vermietung

Das Museum vermietet nach unseren Informationen keine Räume für externe Veranstaltungen.

Keine Vermietung. Gedenkveranstaltungen sind nach Absprache mit der Information möglich, meist auf dem Gedenkplatz vor dem ehemaligen Krematorium.

Besuch planen

Führungenja · Dauer ca. 1,5 Std.
Audioguideja (DE, EN, FR, NL)
Angebote für Schulenja
FotografierenFotos und Filme für private Zwecke im Außengelände erlaubt; im Stollen während der Rundgänge Fotografierverbot. Für Veröffentlichungen (auch in sozialen Medien) und professionelle Aufnahmen ist eine Genehmigung nötig.

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