
KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora
Gedenkstätte am Ort des KZ Mittelbau-Dora bei Nordhausen: Stollen der früheren V2-Raketenfabrik, Lagergelände und Ausstellung zur KZ-Zwangsarbeit.
Über das Museum
Ende August 1943 richtete die SS am Kohnstein nördlich von Nordhausen das Aussenlager „Dora“ des KZ Buchenwald ein. Die Häftlinge mussten ein bestehendes Stollensystem zu einer unterirdischen Rüstungsfabrik ausbauen, in der die Mittelwerk GmbH ab Anfang 1944 V2-Raketen und später auch V1-Flugbomben montieren liess. In der Anfangszeit schliefen Tausende Gefangene in den Stollen selbst. Im Herbst 1944 wurde Mittelbau zum eigenständigen Konzentrationslager mit einem dichten Netz von Aussenlagern in der Harzregion.
Von rund 60.000 Häftlingen aus zahlreichen Ländern kamen mindestens 20.000 ums Leben – durch mörderische Bauarbeit, Hunger, Krankheit und Gewalt sowie bei den Todesmärschen der Räumung im April 1945. Am 11. April 1945 erreichten US-Truppen das Lager. Die Stolleneingänge wurden 1947/48 von der sowjetischen Besatzungsmacht gesprengt.
Nach ersten Gedenkfeiern, vor allem ehemaliger französischer Häftlinge, entstand in den 1950er-Jahren ein Gedenkort am Krematorium. Die Enthüllung einer Plastik von Jürgen von Woyski 1964 gilt als Gründung der „Mahn- und Gedenkstätte Mittelbau-Dora“, die in der DDR stets im Schatten Buchenwalds stand; 1974 wurde der Appellplatz zum „Ehrenplatz der Nationen“ umgestaltet.
Nach 1990 rückte der historische Ort selbst in den Mittelpunkt. Seit 1995 ist ein Teil der Stollenanlage über einen neuen Zugangsstollen bei Führungen zugänglich, 2005 entstand ein Museumsgebäude, und 2006 eröffnete die Dauerausstellung zur KZ-Zwangsarbeit. Barackenfundamente und andere Relikte werden bis heute schrittweise sichtbar gemacht. Träger ist die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora.
Highlights
- Geführter Rundgang durch einen Teil der historischen Stollenanlage im Kohnstein
- Dauerausstellung „KZ Mittelbau-Dora 1943–1945“ im Museumsgebäude
- Vollständig erhaltenes ehemaliges Krematorium
- Ehemaliges Lagergelände mit Barackenfundamenten, Appellplatz und Lagerbahnhof
- App „Mittelbau“ mit Geländerundgang in vier Sprachen
Dauerausstellungen
- KZ Mittelbau-Dora 1943–1945 – Die Dauerausstellung im Museumsgebäude stellt die KZ-Zwangsarbeit für die Raketenrüstung und die Untertageverlagerung in den Mittelpunkt und beleuchtet Häftlinge, Täter und das gesellschaftliche Umfeld der Lager. Terminals mit Zeitzeugeninterviews vertiefen die Geschichte der Aussenlager.
- Historische Stollenanlage – Über einen 1995 angelegten Zugangsstollen sind ein Abschnitt des Fahrstollens A und drei Querkammern begehbar, die weitgehend im vorgefundenen Zustand belassen wurden. Nur im Rahmen eines geführten Rundgangs; Temperatur ganzjährig um 8 °C.
- Gegründet
- 1964
- Träger
- Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora
- Leitung
- Andreas Froese
- Besucher pro Jahr
- ca. 50'000 (2025)
Eintrittspreise & Ermässigungen
Der Eintritt ist frei.
| Kinder & Jugendliche | –Eintritt frei. Empfohlen wird, das ehemalige Krematorium und die Ausstellungen nicht mit Kindern unter 12 Jahren zu besuchen; angemeldete Gruppenangebote ab 15 Jahren (ab Klasse 9). |
|---|---|
| Menschen mit Behinderung | –Eintritt frei; geführter Rundgang für Menschen mit Behinderung ermässigt (3 €). |
| Studierende & Azubis | –Eintritt frei; geführter Rundgang für Schüler, Studierende und Auszubildende ermässigt (3 €). |
| Gruppen | –Betreuungsgebühr für angemeldete Gruppen (mehrstündige Programme, Tages- und Mehrtagesveranstaltungen): Erwachsene bis 15 Personen 80 €, darüber 120 €; ermässigt 40 € bzw. 60 €. Zahlung bar im Foyer. Rundgänge für Gruppen auch auf Englisch oder Französisch; frühzeitige Anmeldung nötig, für Mai bis Juli bis zu zehn Monate im Voraus. |
Besuch von Gelände und Ausstellungen kostenlos. Geführter Rundgang über das Lagergelände mit Stollen: 7 €, ermässigt 3 € (Auszubildende, Schüler, Studierende, Menschen mit Behinderung, Sozialhilfeempfänger, Inhaber der Thüringer Ehrenamtscard und der Thüringer Mehrkindfamilienkarte); für ICOM- und DMB-Mitglieder frei. Ausleihe eines Multimedia-Guides 5 € p. P.; die App „Mittelbau“ ist kostenlos.
Barrierefreiheit
- Teilweise rollstuhlgerecht
- Aufzug
- Barrierefreies WC
- Behindertenparkplatz
- Assistenzhunde erlaubt
- Tastmodelle / taktile Angebote: nicht vorhanden
- Führungen in Gebärdensprache: nicht vorhanden
- Angebote in Leichter Sprache
- Audiodeskription: nicht vorhanden
Das Museumsgebäude von 2005 ist ebenerdig zugänglich (breite Gänge, unterfahrbare Vitrinen, Sitzgelegenheiten); die barrierefreie Toilette im 1. Obergeschoss ist per Aufzug erreichbar. Das Aussengelände liegt am Hang: asphaltierte Hauptwege mit Steigung, Schotter auf Nebenwegen, viele Treppen. Im Stollen ist ein grosser Teil der Besuchergalerie ebenerdig oder per Rampe erreichbar, der Rest nur über Stufen; teils dunkel und uneben. Drei Behindertenparkplätze nahe dem Museum. Keine Angebote für blinde oder gehörlose Menschen, keine Induktionsschleifen. Informationen in Leichter Sprache auf der Website und Bildungsangebote für Menschen mit Lernschwierigkeiten. Blindenführ- und Assistenzhunde auf dem ganzen Gelände erlaubt.
Kinder & Familie
Nur bedingt für Kinder geeignetEmpfohlen ab 12 Jahren
| Besuchsdauer | ca. 80 Min. |
|---|
- Familienführungen & Workshops: nicht vorhanden
Keine speziellen Familienangebote. Kinder unter 12 Jahren sollten das ehemalige Krematorium und die Ausstellungen nicht besuchen; angemeldete Gruppen werden ab der 9. Klasse empfangen. Im Stollen herrschen ganzjährig etwa 8 °C.
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
Nordhausen-Krimderode · 30 Min. zu Fuss
Strassenbahnlinie 10 oder Harzquerbahn (HSB) bis Haltepunkt Nordhausen-Krimderode, dann 20–30 Min. Fussweg. Rufbus Linie G ab Nordhausen Bahnhofsplatz (Fahrzeit ca. 12 Min.), kostenlose Anmeldung mindestens 1 Std. vorher unter 0800 6396390.
Mit dem Auto
Parkplatz kostenlos
Ausgeschilderte kostenlose Parkplätze auf dem Gelände der Gedenkstätte, Ladestation für E-Autos. Übernachten im Fahrzeug oder Zelt nicht gestattet.
- Behindertenparkplatz
Service & Gastronomie
- Café: nicht vorhanden
- Restaurant: nicht vorhanden
- Museumsshop
- Schliessfächer
Das Museumscafé ist bis auf Weiteres geschlossen. Buchshop an der Information im Museumsgebäude. Drei grosse Schiebefächer für Gruppen im Foyer. Hunde (ausser Assistenzhunde) nicht im ehemaligen Häftlingslager und in den Gebäuden. Archiv, Bibliothek und Online-Totenbuch für Recherchen.
Veranstaltungen & Vermietung
Das Museum vermietet nach unseren Informationen keine Räume für externe Veranstaltungen.
Keine Vermietung. Gedenkveranstaltungen sind nach Absprache mit der Information möglich, meist auf dem Gedenkplatz vor dem ehemaligen Krematorium.
Besuch planen
| Führungen | ja · Dauer ca. 1.5 Std. |
|---|---|
| Audioguide | ja (DE, EN, FR, NL) |
| Angebote für Schulen | ja |
| Fotografieren | Fotos und Filme für private Zwecke im Aussengelände erlaubt; im Stollen während der Rundgänge Fotografierverbot. Für Veröffentlichungen (auch in sozialen Medien) und professionelle Aufnahmen ist eine Genehmigung nötig. |





