Eingeschränkter Betrieb (voraussichtlich bis 2028). Der ehemalige Zellenbau mit seiner Ausstellung ist wegen Sanierung geschlossen, die Wiedereröffnung ist für 2028 geplant. Nach einem Cyberangriff auf die Stiftung (August 2026) ist die Gedenkstätte per Telefon und E-Mail nur eingeschränkt erreichbar.
Außenausstellung, die an den historischen Orten auf dem Gelände die Lebenswege von 20 Frauen vorstellt, die sich im Lager auf unterschiedliche Weise der SS widersetzten. Entstanden gemeinsam mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand.
Die israelische Künstlerin nutzt Abriebe und Abdrücke gefallener Pappeln der früheren Lagerstraße, um die Landschaft selbst als Zeugin der Geschichte zu befragen. Zu sehen im ehemaligen Wasserwerk.
Über das Museum
Zwischen 1939 und 1945 betrieb die SS am Schwedtsee bei Fürstenberg das größte Konzentrationslager für Frauen im Deutschen Reich. Zum Lagerkomplex gehörten später auch ein Männerlager, das sogenannte Jugendschutzlager Uckermark und ein Fertigungsbereich des Siemens-Konzerns. Registriert wurden bis 1945 mehr als 120.000 Frauen und Kinder, rund 20.000 Männer und etwa 1.200 weibliche Jugendliche aus über 30 Ländern; Zehntausende kamen durch Hunger, Krankheit, medizinische Versuche, Erschießungen oder in der Gaskammer ums Leben. Am 30. April 1945 befreite die Rote Armee das Lager.
Nach Kriegsende nutzte die sowjetische Armee große Teile des Geländes als Kaserne. Am Seeufer entstand eine Gedenkanlage, die im September 1959 als Nationale Mahn- und Gedenkstätte eingeweiht wurde; die Bronzeplastik „Tragende“ von Will Lammert auf einer Stele über dem See wurde zu ihrem Wahrzeichen. Im früheren Lagergefängnis, dem Zellenbau, richtete man ein erstes Museum ein, 1984 folgte eine größere Ausstellung in der ehemaligen Kommandantur.
Seit 1993 gehört die Gedenkstätte zur Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. Nach dem Abzug der Truppen 1994 wurden weitere Teile des historischen Geländes zugänglich und schrittweise erschlossen: In den früheren Häusern der Aufseherinnen entstanden eine Jugendherberge und eine internationale Begegnungsstätte, 2007 eröffnete das Besuchsinformationszentrum. Seit 2013 zeigt die sanierte Kommandantur eine umfassende Dauerausstellung zur Geschichte des Lagerkomplexes und zu seiner Nachgeschichte.
Ergänzend informieren Ausstellungen im früheren Kommandantenhaus, im Wohnhaus der Aufseherinnen und in einer Halle des ehemaligen Industriehofs über Täterinnen und Täter sowie über die Zwangsarbeit in der SS-eigenen Textilproduktion. Der Zellenbau wird derzeit saniert.
Highlights
Dauerausstellung zum Lagerkomplex in der sanierten ehemaligen Kommandantur
Weitläufiges Außengelände mit Mauer der Nationen und Krematorium
Plastik „Tragende“ von Will Lammert am Ufer des Schwedtsees
Ausstellungen zu Aufseherinnen und SS-Offizieren in den früheren Wohnhäusern
Außenausstellung mit Biografien von 20 Frauen im Widerstand
Audioguides in fünf Sprachen und stündlich gezeigter Film mit Überlebenden
Dauerausstellungen
Das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück – Geschichte und Erinnerung – Hauptausstellung auf zwei Etagen der früheren Kommandantur zum gesamten Lagerkomplex mit Männerlager, Jugendschutzlager Uckermark, Siemens-Lager und Außenlagern sowie zur Nachgeschichte.
„Im Gefolge der SS“ – Aufseherinnen des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück – Im einstigen Wohnhaus der Aufseherinnen geht es um Herkunft und Laufbahnen des weiblichen Wachpersonals, um Gewalt im Lageralltag und um Ravensbrück als Ausbildungsort für Aufseherinnen.
Das »Führerhaus«: Alltag und Verbrechen der Ravensbrücker SS-Offiziere – Die Ausstellung im früheren Haus des Lagerkommandanten beleuchtet das Leben der SS-Offiziere und ihrer Familien direkt neben dem Häftlingslager.
Gegründet
1959
Träger
Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
Leitung
Andrea Genest
Besucher pro Jahr
ca. 74 000 (2025)
Eintrittspreise & Ermäßigungen
Der Eintritt ist frei.
Kinder & Jugendliche
–Ausstellungen und Gelände sind laut Gedenkstätte für Kinder unter 12 Jahren nicht geeignet; Besuch nur in Begleitung Erziehungsberechtigter empfohlen.
Gruppen
–Eintritt frei; Gruppenführungen (bis 30 Personen) kosten 90 € bzw. ermäßigt (z. B. Schulklassen, Azubis, Studierende) 50 € auf Deutsch und 90 € in einer Fremdsprache. Studientage pro Tag: 140 € (fremdsprachig 160 €), ermäßigt 75 € (fremdsprachig 110 €). Anmeldung Di–Fr 8–16 Uhr unter +49 33093 608-185 oder paedagogik@ravensbrueck.de.
Audioguide-Leihgebühr
3 €Zwei Rundgänge à 90 Minuten (Außengelände bzw. Hauptausstellung); Pfand erforderlich.
Der Eintritt in die Gedenkstätte und alle Ausstellungen ist kostenfrei; Spenden sind willkommen.
Barrierefreiheit
Teilweise rollstuhlgerecht
Aufzug
Barrierefreies WC
Behindertenparkplatz: keine Angabe
Assistenzhunde erlaubt
Tastmodelle / taktile Angebote: keine Angabe
Führungen in Gebärdensprache: keine Angabe
Angebote in Leichter Sprache: keine Angabe
Audiodeskription: keine Angabe
Historischer Ort mit denkmalgeschützten Gebäuden und weitläufigem Außengelände; ein durchgehend barrierefreier Besuch ist nicht gewährleistet, eine Begleitperson wird empfohlen. Die Hauptausstellung ist per Aufzug auf allen Etagen rollstuhlgerecht erreichbar. Leihrollstuhl im Besuchsinformationszentrum; barrierearme Toiletten im Besuchsinformationszentrum, in der Hauptausstellung und in den ehemaligen Garagen. Tiere sind nicht erlaubt, gekennzeichnete Assistenzhunde ausgenommen.
Kinder & Familie
Nur bedingt für Kinder geeignetEmpfohlen ab 12 Jahren
Familienführungen & Workshops: nicht vorhanden
Ausstellungen und Gelände sind laut Gedenkstätte für Kinder unter 12 Jahren nicht geeignet; jüngere Kinder nur in Begleitung der Erziehungsberechtigten. Die pädagogischen Angebote richten sich an Jugendliche ab 14 Jahren.
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
Bahnhof Fürstenberg/Havel · 25 Min. zu Fuß
RE 5 (Berlin–Stralsund/Rostock) stündlich bis Bahnhof Fürstenberg/Havel, von dort etwa 25 Minuten zu Fuß. Alternativ Rufbus MOHVER der Oberhavel Verkehrsgesellschaft bis zum Parkplatz am Besuchsinformationszentrum (Buchung mindestens 90 Minuten vorher per OVG-App oder Tel. 03306 2307, VBB-Tarif). Mit dem Auto über die B 96, ab Fürstenberg ausgeschildert.
Mit dem Auto
Parkplatz kostenlos
Kostenfreier Parkplatz am Besuchsinformationszentrum, dort auch die Haltestelle des Rufbusses.
Auf dem Gelände gibt es keine Verpflegung; Gruppen können Mahlzeiten in der Jugendherberge Ravensbrück vorbestellen (Tel. +49 33093 605-90). Buchverkauf im Besuchsinformationszentrum, dort auch Schließfächer für mittelgroße Taschen (kein großes Gepäck). Fahrradständer am Eingang; Radfahren und das Mitführen von Fahrrädern auf dem Gelände sind nicht gestattet.
Veranstaltungen & Vermietung
Das Museum vermietet nach unseren Informationen keine Räume für externe Veranstaltungen.
Gedenkort; keine Vermietung für private oder kommerzielle Veranstaltungen ausgewiesen. Für Seminargruppen gibt es Übernachtungsmöglichkeiten in der Jugendherberge auf dem Gelände.
Besuch planen
Führungen
ja · Dauer ca. 2 Std.
Audioguide
ja (DE, EN, FR, NL, PL)
Angebote für Schulen
ja
Hinweise
Die beiden Audioguide-Rundgänge dauern je 90 Minuten; für Projektarbeit von Gruppen empfiehlt die Gedenkstätte mindestens fünf Stunden. Gruppenführungen (Überblicksführung 120 Minuten, Selbstführung, Fotospaziergang) sowie Projekttage und Seminare nur mit Voranmeldung. Im ehemaligen Tor- und Wachhaus läuft stündlich der 30-minütige Film „Erinnern an Ravensbrück“ (Deutsch, Englisch, Französisch). Da der größte Teil im Freien liegt, sind wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk ratsam; Besuchsordnung beachten.