Die Künstlerin Heike von Schlebrügge setzt Kriegs- und Nachkriegserinnerungen ihrer Eltern in inszenierten Puppenstubenszenen und Zeichnungen um; mit mehreren Sonderführungen durch die Künstlerin.
Über das Museum
Das Gebäude am Kolpingplatz entstand 1939 als Sanitärbau für die männlichen Arbeiter der Siedlung Föhrenwald, die ab 1940 als nationalsozialistische Mustersiedlung für Beschäftigte der nahen Rüstungswerke diente. Nach Kriegsende wurde Föhrenwald zum Zufluchtsort für Überlebende des Todesmarschs aus Dachau und bald zu einem der grössten Lager für jüdische Displaced Persons; im Keller des Badehauses richteten die Bewohner 1946 eine Mikwe, ein rituelles Tauchbad, ein.
Ab 1956 zogen katholische Heimatvertriebene mit ihren Familien in die Siedlung, die fortan Waldram heisst. Das Badehaus wurde später zu Wohnzwecken umgebaut und sollte schliesslich abgerissen werden.
2012 gründeten Mitglieder des Historischen Vereins Wolfratshausen und der Siedlungsgemeinschaft Waldram den Verein Bürger fürs BADEHAUS Waldram-Föhrenwald, um das Haus zu retten. Nach dem Umbau von 2016 bis 2018, getragen von vielen tausend ehrenamtlichen Arbeitsstunden, öffnete der Erinnerungsort im Oktober 2018.
Auf drei Etagen zeigt die multimediale Dauerausstellung mit Originalobjekten, Fotos, Filmen und Zeitzeugeninterviews die drei Phasen des Ortes. Der Verein betreibt Museum, Führungen und Bildungsarbeit ehrenamtlich und wurde unter anderem mit dem Obermayer Award (2022) und dem Bürgerpreis des Bayerischen Landtags (2024) ausgezeichnet.
Highlights
Ehemalige Mikwe im Keller des einstigen Badehauses
Zeitstrahl im Treppenhaus über alle drei Stockwerke
Zeitzeugenberichte von Zwangsarbeitern, jüdischen DPs und Heimatvertriebenen
Multimediale Installation „Föhrenwald“ von Michaela Melián
Bunkertouren zu Resten der Rüstungswerke Geretsried
Dauerausstellungen
Dauerausstellung Erinnerungsort BADEHAUS – Drei Etagen zur Geschichte von Föhrenwald und Waldram – von der NS-Rüstungssiedlung über das jüdische DP-Lager bis zur Siedlung der Heimatvertriebenen, erzählt mit Objekten, Filmen und Zeitzeugenstimmen.
Gegründet
2018
Träger
Bürger fürs BADEHAUS Waldram-Föhrenwald e. V.
Eintrittspreise & Ermässigungen
Erwachsene
6 €
Ermässigt
3 €Ermässigungsberechtigte (auf der Website nicht näher definiert)
80 €Jede weitere Person 8 €; 6–8 km Fussweg, 2,5–3 Std.
Zu Aktionstagen wie der Langen Nacht der Demokratie ist der Eintritt teils frei.
Barrierefreiheit
Teilweise rollstuhlgerecht
Aufzug: keine Angabe
Barrierefreies WC
Behindertenparkplatz
Assistenzhunde erlaubt: keine Angabe
Tastmodelle / taktile Angebote: keine Angabe
Führungen in Gebärdensprache: keine Angabe
Angebote in Leichter Sprache
Audiodeskription: keine Angabe
Laut Museumsportal Bayern teilweise barrierefrei: stufenloser Eingang und ebenerdige Publikumsbereiche, Behindertenparkplatz, untertitelte Medienstationen. Sieben kostenlose Hefte in Leichter Sprache.
Kinder & Familie
Nur bedingt für Kinder geeignet
Erinnerungsort zu NS-Zeit und DP-Lager; Audioguide in einer eigenen Fassung für Jugendliche, Workshops für Schulklassen. Eigene Familienangebote werden nicht genannt.
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
Waldram · 350 m
S7 bis Wolfratshausen, weiter mit Bus 370, 374, 376, 379 oder X970 bis Waldram, dann ca. 350 m Fussweg.
Mit dem Auto
Behindertenparkplatz
Reisebusse vorab anmelden: Die Strassen in Waldram sind eng, Wenden und Durchfahrt teils nicht möglich; nach Anmeldung gibt es Hinweise zur Anfahrt und zum Busparkplatz.
Kleiner Museumsshop an der Kasse (u. a. Broschüren und Bücher zur Ortsgeschichte).
Veranstaltungen & Vermietung
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Besuch planen
Führungen
ja · Dauer ca. 1.5 Std.
Audioguide
ja (DE)
Angebote für Schulen
ja
Hinweise
Öffentliche Führung jeden Sonntag um 14 Uhr ohne Anmeldung (ca. 1,5 Std.); Ortsrundgang ca. 2 Std., Bunkertouren 2,5–3 Std., Sonderausstellung ca. 1 Std. Kostenlose BADEHAUS-App mit Audioguides für Erwachsene und Jugendliche sowie Aussentouren durch Waldram. Kostenlose schriftliche Guides auf Englisch, Französisch und Hebräisch an der Kasse. Museumspädagogische Workshops für Schulklassen nach Anmeldung.