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Gedenkstätte Bautzen
Foto: Fiver, der Hellseher · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Gedenkstätte Bautzen

Gedenkstätte im früheren Stasi-Gefängnis Bautzen II zur politischen Haft in NS-Zeit, sowjetischem Speziallager und DDR – Eintritt frei.

ÖffnungszeitenEintritt frei Teilweise barrierefrei

Über das Museum

Bautzen gilt wie kaum ein anderer Ort als Symbol politischer Haft in der sowjetischen Besatzungszone und der DDR. Die Stadt hatte zwei Gefängnisse: die 1904 eröffnete Landesstrafanstalt Bautzen I, im Volksmund „Gelbes Elend“, und das 1906 zusammen mit dem Amts- und Landgericht errichtete Gerichtsgefängnis Bautzen II. In der NS-Zeit wurden hier auch Schutzhäftlinge verhört und misshandelt, nach 1945 nutzte die sowjetische Geheimpolizei Bautzen II als Untersuchungsgefängnis, während Bautzen I bis 1950 als Speziallager diente, in dem Tausende Menschen starben.

1956 richtete das Ministerium für Staatssicherheit in Bautzen II eine Sonderhaftanstalt für rund 200 Gefangene ein – darunter Regimekritiker, Häftlinge aus der Bundesrepublik und vermeintliche Spione. Offiziell blieb das Gefängnis zur Tarnung dem Innenministerium unterstellt. Im Dezember 1989 kamen die politischen Gefangenen frei, im Januar 1992 wurde die Anstalt endgültig geschlossen.

Vor allem auf Drängen ehemaliger Häftlinge, die sich 1990 im Bautzen-Komitee zusammengeschlossen hatten, entstand im Gebäude eine Gedenkstätte, die 1993 erstmals für Besucher öffnete. Seit 1994 wird sie von der Stiftung Sächsische Gedenkstätten getragen, deren Konzept ausdrücklich auch die NS-Verfolgung und die Geschichte von Bautzen I einbezieht. Das weitgehend im Originalzustand erhaltene Hafthaus kann eigenständig erkundet werden; Ausstellungen, ein Einführungsfilm, Medienstationen und Führungen mit Zeitzeugen vermitteln die Geschichte beider Haftanstalten in drei Verfolgungsperioden.

Highlights

  • Weitgehend original erhaltenes Hafthaus der Stasi-Sonderhaftanstalt
  • Ausstellungen zu NS-Haft, sowjetischem Speziallager und Stasi-Gefängnis
  • Einführungsfilm (23 Minuten) zur Geschichte beider Bautzener Gefängnisse
  • Regelmässige Führungen mit ehemaligen politischen Häftlingen
  • Freier Eintritt und kostenlose öffentliche Führungen

Dauerausstellungen

  • Stasi-Gefängnis Bautzen II. 1956–1989 – Der Rundgang führt durch Zellen, Verhörräume und Höfe der Sonderhaftanstalt der Staatssicherheit; Stelen stellen Orte des Gefängnisses und einzelne Haftschicksale vor.
  • Geschichte des Speziallagers Bautzen. 1945–1956 – Die Ausstellung dokumentiert das sowjetische Speziallager im „Gelben Elend“ und die Lebensbedingungen der dort Internierten und Verurteilten.
  • Haft unterm Hakenkreuz. Bautzen I und Bautzen II 1933–1945 – Thema ist der Strafvollzug in beiden Bautzener Gefängnissen während der NS-Diktatur, einschliesslich der Verfolgung politischer Gegner.
Gegründet
1993
Träger
Stiftung Sächsische Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft
Leitung
Silke Klewin

Eintrittspreise & Ermässigungen

Der Eintritt ist frei.

Kinder & Jugendliche–Eintritt für alle frei.
Gruppen–Führungen für Gruppen nach Anmeldung (mindestens 6 Wochen im Voraus): 90 € pro Gruppe, englischsprachig 100 €; kostenlos für Schulen, Studierende, FSJ-Gruppen, Auszubildende und Menschen mit Behinderung.

Eintritt und öffentliche Führungen sind kostenlos. Projekttage für Schulklassen und Jugendgruppen sind ebenfalls kostenfrei; das Sächsische Kultusministerium fördert Fahrten von Schulklassen zu Gedenkstätten.

Barrierefreiheit

  • Teilweise rollstuhlgerecht
  • Aufzug
  • Barrierefreies WC: keine Angabe
  • Behindertenparkplatz: keine Angabe
  • Assistenzhunde erlaubt
  • Tastmodelle / taktile Angebote: keine Angabe
  • Führungen in Gebärdensprache: keine Angabe
  • Angebote in Leichter Sprache: keine Angabe
  • Audiodeskription: keine Angabe

Bedingt zugänglich für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen: Am Haupteingang sind einige Stufen zu überwinden, alternativ gibt es einen Aufzug mit Aussenzugang an der Rückseite des Hafthauses (bitte beim Personal melden). Im Haus sind alle Etagen per Aufzug erreichbar. Hunde sind nicht erlaubt, Assistenzhunde ausgenommen.

Kinder & Familie

Nur bedingt für Kinder geeignet

    Gedenkstätte; Schülerprojekte ab Klassenstufe 10 (einige auch in einer Fassung für Klasse 8).

    Anreise & Parken

    Mit Bus & Bahn

    Bahnhof Bautzen · 10 Min. zu Fuss

    Mit Regionalbahn oder Regionalexpress stündlich ab Dresden Hbf bzw. Dresden-Neustadt bis Bahnhof Bautzen, von dort ca. 10 Minuten Fussweg.

    Mit dem Auto über die A 4 (Dresden–Görlitz), Abfahrt Bautzen-West oder Bautzen-Ost; ab Dresden ca. 40 Minuten.

    Route planen

    Service & Gastronomie

      Publikationen der Gedenkstätte sind über den Webshop der Stiftung erhältlich. Hunde dürfen (ausser Assistenzhunden) nicht mitgebracht werden.

      Veranstaltungen & Vermietung

      Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.

      Besuch planen

      Führungenja · Dauer ca. 1.5 Std.
      Angebote für Schulenja
      HinweiseDas Gebäude kann eigenständig erkundet werden; ein 23-minütiger Einführungsfilm, Medienstationen und Informationsstelen begleiten den Rundgang, Film und Medieninhalte sind auch online abrufbar. Regelmässig Führungen mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen (2026 u. a. 2.–4. Oktober, 6.–8. November, 25.–27. Dezember). Gruppenführungen und Projekttage über Anmeldeformular.

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