Frankfurts einzige erhaltene mittelalterliche Klosteranlage mit Jörg Ratgebs Wandbildern und Ausstellungen des Instituts für Stadtgeschichte – Eintritt frei.
Aufnahmen des Pressefotografen Mickey Bohnacker zeigen im Dormitorium, wie sich Frankfurt nach dem Krieg unter amerikanischem Einfluss vom Trümmerfeld zur modernen Grossstadt wandelte.
Über das Museum
Mitte des 13. Jahrhunderts liessen sich Mönche des Karmeliterordens in Frankfurt nieder. Aus einer bescheidenen Unterkunft wuchs bis um 1500 eine vollständige Klosteranlage mit Kirche, Kreuzgang, Refektorium und Wohntrakten, finanziert vor allem durch Stiftungen Frankfurter Patrizierfamilien, die sich dafür Grabstätten und Messen sicherten. Zwischen 1514 und 1521 schmückte der schwäbische Maler Jörg Ratgeb, ein Zeitgenosse Dürers und Grünewalds, Kreuzgang und Refektorium mit grossen Wandbildern zur Heilsgeschichte und zur Geschichte des Ordens.
Mit der Säkularisation 1803 fiel das Kloster an die Stadt und wurde zweckentfremdet, unter anderem als Kaserne; dabei ging ein grosser Teil der Malereien verloren. Nach dem Ersten Weltkrieg setzten sich Altstadtfreunde für den Erhalt ein, im Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage schwer beschädigt. Ab 1951 begann der Wiederaufbau, 1959 zog das Stadtarchiv ein. In den 1980er-Jahren restaurierte ein Warschauer Team die erhaltenen Ratgeb-Bilder, die Kirchenruine wurde zum Ausstellungsraum des heutigen Archäologischen Museums ausgebaut.
Seit 1998 nutzt das Institut für Stadtgeschichte – das Gedächtnis der Stadt mit Beständen vom frühen Mittelalter bis heute – auch Kreuzgang, Refektorium und Dormitorium; nach einer Sanierung bis 2010 sind diese Räume öffentlich zugänglich. Neben der Dauerausstellung zu Ratgebs Wandbildern zeigt das Institut im Dormitorium wechselnde Ausstellungen zur Frankfurter Geschichte und Werkschauen Frankfurter Künstler, bei freiem Eintritt.
Highlights
Wandbilder Jörg Ratgebs (1514–1521) in Kreuzgang und Refektorium
28 Meter langes Refektoriumsbild zur Geschichte des Karmeliterordens
Ruhiger Kreuzganggarten mitten in der Innenstadt
Wechselausstellungen des Instituts für Stadtgeschichte im Dormitorium
Thomas Werners „WandBild (für Jerg)“ im Foyer
Dauerausstellungen
Jörg Ratgeb (um 1480–1526): Die Wandbilder im Karmeliterkloster – Die teils rekonstruierten Wandgemälde in Kreuzgang und Refektorium erzählen die Heilsgeschichte und die Geschichte des Karmeliterordens; Erläuterungen helfen, die Bildsprache des frühen 16. Jahrhunderts zu entschlüsseln.
Thomas Werner: WandBild (für Jerg) – Neunteiliges Grossformat des Frankfurter Malers im Foyer, das Motive aus Ratgebs Wandbildern mit Werners eigener Bildwelt verbindet.
Träger
Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main (Stadt Frankfurt am Main)
Eintrittspreise & Ermässigungen
Der Eintritt ist frei.
Gruppen
–Gruppenführungen (ca. 60–90 Minuten) für bis zu 25 Personen 100 €, werktags 9–18 Uhr, Anfrage mindestens 14 Tage vorher per Online-Formular oder Tel. 069 212-33955.
Öffentliche Führung durch die Sonderausstellung
8 €Ermässigt 4 €; ohne Reservierung.
Eintritt zu allen Ausstellungen frei. Die Führungen zu den Ratgeb-Wandbildern am dritten Sonntag im Monat sind ebenfalls öffentlich.
Barrierefreiheit
Rollstuhlgerecht
Aufzug: keine Angabe
Barrierefreies WC: keine Angabe
Behindertenparkplatz: keine Angabe
Assistenzhunde erlaubt: keine Angabe
Tastmodelle / taktile Angebote: keine Angabe
Führungen in Gebärdensprache: keine Angabe
Angebote in Leichter Sprache: keine Angabe
Audiodeskription: keine Angabe
Die Ausstellungen sind laut Institut barrierefrei erreichbar.
Kinder & Familie
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
Karmeliterkloster
U1–U5 und U8 bis Willy-Brandt-Platz; Tram 11, 12 und 14 bis Karmeliterkloster.
Mit dem Auto
Kein eigener Parkplatz am Museum.
Kein eigener Parkplatz; Parkhäuser Kaiserplatz (Bethmannstrasse), Hauptwache (Kornmarkt) und Römer liegen in unmittelbarer Nähe.
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Veranstaltungen & Vermietung
Räume mietbar
Private Feiern
Firmenveranstaltungen
Bis zu 240 Personen.
Vermietet werden Refektorium (bis 240 Personen), Kreuzgang (bis 200), Kreuzganggarten (bis 180, z. B. für Konzerte und Empfänge), Dormitorium (bis 120), Parlatorium (Seminarraum bis 35) und die Foyers, auch kombiniert. Die Klosterkirche ist über das Archäologische Museum buchbar.
Öffentliche Führungen zu den Ratgeb-Wandbildern jeden dritten Sonntag im Monat um 15 Uhr; Führungen durch Sonderausstellungen laut Kalender. Ein Audioguide und Multimediaguides zu den Wandbildern laufen im Webbrowser auf dem eigenen Smartphone. Die Archivpädagogik bietet Programme für Schulklassen der Sekundarstufe I und II.