Die Jubiläumsschau stellt die Frage, wie sich Werke zeigen lassen, die oft nie für ein Publikum gedacht waren. Zu sehen sind unter anderem die rekonstruierte Puppe von Katharina Detzel und nachgedruckte Fantasie-Geldscheine von Else Blankenhorn.
Über das Museum
Den Kern der Sammlung legte der Kunsthistoriker und Psychiater Hans Prinzhorn, der als Assistenzarzt an der Heidelberger Psychiatrischen Universitätsklinik zwischen 1919 und 1921 Anstalten im deutschsprachigen Raum um Bilder, Objekte und Texte ihrer Patientinnen und Patienten bat. So wuchs die ältere Lehrsammlung der Klinik um mehrere tausend Werke. Sein 1922 erschienenes Buch „Bildnerei der Geisteskranken“ machte den Bestand international bekannt und wurde zu einer wichtigen Inspirationsquelle der Surrealisten.
In der NS-Zeit wurden Werke aus der Sammlung missbraucht: 1938 dienten sie in der Wanderausstellung „Entartete Kunst“ als diffamierendes Vergleichsmaterial zur Moderne. Nach dem Krieg geriet der Bestand weitgehend in Vergessenheit, bis Harald Szeemann 1963 in der Kunsthalle Bern eine Auswahl zeigte und weitere Ausstellungen im In- und Ausland folgten.
2001 bekam die Sammlung ein eigenes Museum in einem umgebauten früheren Hörsaal der Neurologie auf dem Altklinikum-Gelände in Bergheim – auch als Antwort auf Überlegungen, sie nach Berlin abzugeben. Der historische Bestand umfasst rund 8.000 Arbeiten aus der Zeit zwischen 1840 und 1945, darunter Werke von August Natterer, Else Blankenhorn und Adolf Wölfli. Seit 1980 kommen laufend Arbeiten zeitgenössischer Psychiatrie-Erfahrener hinzu, sodass die Sammlung heute etwa 40.000 Werke zählt.
Seit 2020 gibt eine Dauerausstellung mit rund 120 Werken einen Überblick, daneben entstehen jährlich zwei bis drei thematische Sonderausstellungen. Das Museum versteht sich zugleich als Forschungseinrichtung und will zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen beitragen; ein Erweiterungsbau ist geplant.
Highlights
Weltweit bedeutende Sammlung von Kunst aus psychiatrischem Kontext
Werke von August Natterer, Else Blankenhorn und Adolf Wölfli
Dauerausstellung „Von ‚Irrenkunst‘ zur Outsider Art“ mit rund 120 Werken
Grafisches Kabinett: Originale aus dem Bestand nach Anmeldung einsehen
Jubiläumsausstellung „Alles Kunst?“ zum 25-jährigen Bestehen
Dauerausstellungen
Die Sammlung Prinzhorn – von „Irrenkunst“ zur Outsider Art – Rund 120 Werke von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute geben einen Überblick über die Sammlung und den Wandel im Blick auf Kunst aus psychiatrischem Kontext.
Gegründet
2001
Träger
Universitätsklinikum Heidelberg
Leitung
PD Dr. Thomas Röske
Eintrittspreise & Ermässigungen
Erwachsene
10 €
Ermässigt
7 €Studierende, Auszubildende, Schwerbehinderte ab GdB 50, Beschäftigte psychiatrischer Einrichtungen, Inhaber der ArtCard
Kinder & Jugendliche
freibis 14 Jahre frei · Kinder bis 14 Jahre sowie Schüler*innen von 14 bis 18 Jahren frei.
Seniorinnen & Senioren
–Keine Seniorenermässigung ausgewiesen.
Menschen mit Behinderung
7 €Ermässigung ab GdB 50.
Studierende & Azubis
7 €Studierende der Universität Heidelberg frei.
Gruppen
–Gruppen ab 10 Personen bitte vorab per E-Mail oder Telefon anmelden.
Eintritt nur Dauerausstellung (wenn keine Sonderausstellung läuft)
7 €Ermässigt 5 €
Freier Eintritt u. a. mit Heidelberg-Pass, Kulturpass (Kulturparkett Rhein-Neckar), ICOM-Karte, für Mitglieder der Freunde der Sammlung Prinzhorn, FSJ/BFD-Leistende, Beschäftigte der Unikliniken Heidelberg und Mannheim sowie Patient*innen der Psychiatrischen Uniklinik Heidelberg; mit HeidelbergCard einmalig frei.
Barrierefreiheit
Rollstuhlgerecht: nicht vorhanden
Aufzug: keine Angabe
Barrierefreies WC: keine Angabe
Behindertenparkplatz: keine Angabe
Assistenzhunde erlaubt: keine Angabe
Tastmodelle / taktile Angebote: keine Angabe
Führungen in Gebärdensprache: keine Angabe
Angebote in Leichter Sprache
Audiodeskription: keine Angabe
Das Museum ist laut eigener Angabe nicht barrierefrei zugänglich. Website mit Informationen in Leichter Sprache.
Kinder & Familie
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
Altes Hallenbad
Haltestelle Altes Hallenbad (Linien 21, 26, 34, 35) oder Bismarckplatz (u. a. Linien 5, 32, 33), jeweils wenige Gehminuten.
Mit dem Auto
Parkplatz vorhanden
Parkhaus P15 des Klinikums in der Thibautstrasse.
Mit dem Auto über die A 656 Richtung Heidelberg, am Neckarufer entlang und nach der Brückenunterführung an der Ampel rechts in die Thibautstrasse (Beschilderung P15/Psychiatrie).
Museumscafé im Nachbargebäude (ehemalige Cafeteria des Zentrums für Psychosoziale Medizin), Mo–Fr 10.30–14 Uhr. Museumsshop mit Publikationen.
Veranstaltungen & Vermietung
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Besuch planen
Führungen
ja · Dauer ca. 60 Min.
Hinweise
Während Sonderausstellungen öffentliche Führungen sonntags 11.30 Uhr und mittwochs 17.30 Uhr, kostenlos zzgl. Eintritt, ohne Anmeldung. Gruppenführungen (max. 20 Personen, ca. 1 Stunde) nach Vereinbarung, auch auf Englisch und Französisch; Buchung Tel. 06221 56-318318.