
Schulmuseum – Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig
Städtisches Museum zur Leipziger Schul- und Bildungsgeschichte mit historischen Klassenzimmern und nachgespielten Unterrichtsstunden – Eintritt frei.
Über das Museum
Die Idee eines Leipziger Schulmuseums reicht bis 1909 zurück: Ein Verein um den Pädagogen Max Brahn wollte damals ausdrücklich ein lebendiges Haus schaffen, doch der Erste Weltkrieg beendete die Anfänge in einem Volksschul-Klassenzimmer. Brahn, später antisemitisch angefeindet, wurde 1944 in Auschwitz ermordet.
Neu gegründet wurde das Museum 1984, zunächst in einem Klassenraum in Lindenau, ab 1994 in einer Schule am Flossplatz. Seine Ausrichtung war damals stark ideologisch geprägt. Erst nach 1998 leitete die Stadt Leipzig eine inhaltliche und personelle Neuorientierung ein. Seit 2000 befindet sich das Museum am Goerdelerring in einem denkmalgeschützten Saalanbau von 1957, dem ersten Gebäude der Staatssicherheit in Leipzig. Es wird von der Stadt in Kooperation mit der Universität Leipzig und der HTWK betrieben und versteht sich als Museum und Lernwerkstatt zugleich.
Die Dauerausstellungen spannen den Bogen über rund 800 Jahre: von der Ratsfreischule, der ersten städtischen Volksschule, über ein Klassenzimmer um 1900, die Waldschule und die jüdische Carlebachschule bis zur Schule im Nationalsozialismus, dem Jugendwiderstand der Leipziger Meuten, dem DDR-Schulalltag und den Umbrüchen nach 1989/90. Schaudepots mit Schulwandbildern und Objekten der DDR-Schule, eine Physik- und Chemie-Wunderkammer, ein naturkundlicher Realienraum und ein Kleinplanetarium von 1957 ergänzen den Rundgang. Bekannt ist das Haus für seine nachgespielten Unterrichtsstunden aus Kaiserzeit und DDR.
Highlights
- Historische Klassenzimmer: Volksschule um 1900 und Polytechnische Oberschule 1985
- Nachgespielte Unterrichtsstunden aus Kaiserzeit und DDR
- Ausstellung über die Leipziger Meuten, jugendlichen Widerstand 1933–1945
- Schaudepot mit über 1.500 Schulwandbildern
- Kleinplanetarium ZKP 1 von 1957
- Kostenlose Audioguides mit Audiodeskription
Dauerausstellungen
- Dauerausstellungen 1212–1933 – Leipziger Schulgeschichte von der Ratsfreischule über das Klassenzimmer um 1900, Waldschule und Carlebachschule bis zu Wunderkammer, Realienraum und Planetarium.
- Dauerausstellungen 1933–1989/90 – Schule in zwei Diktaturen: NS-Erziehung, die Leipziger Meuten, Staatsjugend in Uniform, Widerstand in der Schule und ein DDR-Klassenzimmer von 1985.
- Umbrüche – Schule in Sachsen seit 1989/90 – Zeigt am Beispiel Leipzigs, wie sich Schulen nach der Friedlichen Revolution veränderten – aus Sicht von Schülern, Lehrkräften und Eltern.
- Gegründet
- 1984
- Träger
- Stadt Leipzig
- Leitung
- Dr. Jörn-Michael Goll
Eintrittspreise & Ermässigungen
Der Eintritt ist frei.
Eintritt frei.
Barrierefreiheit
- Rollstuhlgerecht: nicht vorhanden
- Aufzug: nicht vorhanden
- Barrierefreies WC: keine Angabe
- Behindertenparkplatz: keine Angabe
- Assistenzhunde erlaubt: keine Angabe
- Tastmodelle / taktile Angebote: keine Angabe
- Führungen in Gebärdensprache: keine Angabe
- Angebote in Leichter Sprache: keine Angabe
- Audiodeskription
Das Bürogebäude von 1957 ist nicht barrierefrei; ein Aufzug ist in Planung. Die kostenlosen Audioguides enthalten an einzelnen Stationen Audiodeskriptionen, Schilder in Brailleschrift helfen bei der Bedienung.
Kinder & Familie
Gut für Kinder & Familien geeignet
- Familienführungen & Workshops
- Mitmach- & Anfassstationen
- Kindergeburtstage
Familien und private Gruppen können eine Schulstunde wie um 1900 mit Schiefertafel und Griffel erleben. In der Wunderkammer laden Experimente zum Mitmachen ein, im Realienraum Fühlkästen. Ein Audioguide für Kinder ist geplant.
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
Goerdelerring
Strassenbahn 1, 3, 4, 7, 9, 12, 14, 15 bis Goerdelerring; Strassenbahn 9 und Bus 89 bis Thomaskirche; S-Bahn S1–S5 bis Markt.
Service & Gastronomie
- WLAN
Kostenloses WLAN. Bibliothek zur Schul- und Bildungsgeschichte.
Veranstaltungen & Vermietung
- Räume mietbar
- Private Feiern
Für Kindergeburtstage, Familien- und Klassentreffen; buchbar sind Bausteine wie eine historische Schulstunde, eine Kaffeetafel (Kuchen selbst mitbringen) und ein Kreativprogramm, auch ausserhalb der Öffnungszeiten und am Wochenende.
Anfrage & DetailsBesuch planen
| Audioguide | ja (DE) |
|---|---|
| Angebote für Schulen | ja |
| Hinweise | Für angemeldete Gruppen historische Unterrichtsstunden: Kaiserzeitstunde in der Volksschule um 1900 (90 Minuten) und Heimatkunde-Stunde in der DDR-Schule 1985 (120 Minuten), dazu Workshops und Projekte für Schulen. Audioguides kostenlos beim Personal ausleihen. Für sächsische Schulgruppen können Fahrtkosten vom Freistaat übernommen werden. |




