Rund 200 Objekte auf etwa 550 m² – von historischen Maschinen über Kleidung bis zu Schafrassen – zeigen, wie Tierhaltung, Textiltechnik und Mode in den letzten 200 Jahren zusammenhängen.
Über das Museum
Das Fabrikgebäude am Erftmühlenbach entstand 1801 zunächst als Papiermühle und wurde rund vier Jahrzehnte später zur Spinnerei und Walkerei umgebaut; in den 1860er Jahren kam eine Dampfmaschine hinzu. 1894 übernahm der Tuchfabrikant Ludwig Müller den Betrieb und richtete eine vollständige Tuchfabrik ein, in der von der Rohwolle bis zum fertigen Stoff alle Arbeitsschritte unter einem Dach stattfanden. Hergestellt wurden strapazierfähige Wolltuche und Loden, über Jahrzehnte sowohl für zivile Kleidung als auch für Uniformen.
In den späten 1950er Jahren geriet der kleine Familienbetrieb wie viele andere Wolltuchhersteller unter Konkurrenzdruck und stellte 1961 die Produktion ein. Der letzte Inhaber Kurt Müller verkaufte die Maschinen jedoch nicht, sondern liess die Fabrik unverändert stehen. So blieben Maschinenpark, Kontor, Tuchlager und sogar persönliche Gegenstände der Beschäftigten über mehr als zwei Jahrzehnte wie am letzten Arbeitstag erhalten.
1988 übernahm der Landschaftsverband Rheinland das Ensemble für sein dezentrales Industriemuseum, restaurierte Gebäude und Maschinen und eröffnete den Standort im September 2000 als Museum. Heute werden die wichtigsten Textilmaschinen und die Dampfmaschine von 1903 bei Führungen wieder in Gang gesetzt; ein Neubau ergänzt die historische Fabrik um Räume für Wechselausstellungen, Café und Shop. Zugänglich ist auch das Wohnhaus der Fabrikantenfamilie.
Highlights
Nahezu vollständig erhaltene Tuchfabrik mit Maschinen aus der Zeit um 1900
Vorführungen an Krempel, Spinnmaschine von 1897 und Webstühlen
Dampfmaschine von 1903 (an ausgewählten Tagen in Betrieb)
Kontor, Tuchlager und Wohnhaus der Fabrikantenfamilie Müller
Sonderausstellung „Von der Wolle“ zur Geschichte der Wollverarbeitung
Dauerausstellungen
Dauerausstellung: Die Tuchfabrik Müller – Führung durch die komplette Produktionskette von der Wolferei über Krempelei und Spinnerei bis zur Weberei, mit vorgeführten Maschinen sowie Kontor, Tuchlager und Fabrikantenwohnhaus.
4 €Studierende, Auszubildende, Bundesfreiwilligendienstleistende, Menschen mit Schwerbehinderung, Empfänger:innen von Leistungen nach SGB II und SGB XII, Inhaber:innen der Ehrenamtskarte NRW
Kinder & Jugendliche
freibis 17 Jahre frei · Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt.
Seniorinnen & Senioren
–Keine eigene Seniorenermässigung ausgewiesen.
Menschen mit Behinderung
4 €Ermässigter Eintritt für Menschen mit Schwerbehinderung.
Studierende & Azubis
4 €
Gruppen (ab 10 Pers.)
6 € p. P.Ab 10 Personen: Dauerausstellung 6 €, Sonderausstellung 4 €, Kombiticket 9 € pro Person. Schulklassen und Kitas inkl. Begleitpersonen frei.
Sonderausstellung
6 €ermässigt 4 €
Kombiticket Dauer- und Sonderausstellung
11 €
Freier Eintritt:Jeden ersten Freitag im Monat freier Eintritt
Der reguläre Eintritt von 8 € gilt für Dauerausstellung inkl. Fabrikführung.
Barrierefreiheit
Teilweise rollstuhlgerecht
Aufzug
Barrierefreies WC
Behindertenparkplatz
Assistenzhunde erlaubt
Tastmodelle / taktile Angebote: keine Angabe
Führungen in Gebärdensprache
Angebote in Leichter Sprache
Audiodeskription: keine Angabe
Die Fabrik ist stufenlos über einen Aufzug (Kabine 109 × 146 cm) erreichbar; Nassappretur und Dampfmaschine nur über Treppen, aber einsehbar. Leihrollstuhl vorhanden, kostenlose Klapphocker (auch als Gehhilfe). Behindertentoilette im Museumsneubau, Behindertenparkplätze ca. 30 m vom Eingang. Führungen mit Gebärdensprachdolmetschung buchbar (Kosten trägt der LVR). Assistenzhunde willkommen.
Kinder & Familie
Gut für Kinder & Familien geeignetEmpfohlen ab 5 Jahren
Eintritt Kinder
bis 17 Jahre frei
Familienführungen & Workshops
Kindergeburtstage
Laut Museum für Kinder ab etwa 5 Jahren besonders empfehlenswert; Kinder sind in allen öffentlichen Führungen willkommen. Jeden 1. Sonntag Kinder- und Familienführung, jeden 2. Sonntag läuft die Dampfmaschine. Workshops zum Selbermachen an Wochenenden und in den Oster-, Sommer- und Herbstferien; Kindergeburtstage mit Filzen, Weben oder Drucken (je nach Programm ab 5, 6 oder 8 Jahren).
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
Rheinisches Industriemuseum · 500 m
Stadtbus 874 (werktags und samstags) bis Händelstrasse bzw. Kuchenheim Markt oder Stadtbus 876 bis „Rheinisches Industriemuseum“; sonn- und feiertags Linie 870. Fussweg jeweils ca. 500 m.
Mit dem Auto
Parkplatz vorhanden · 30 m zum Eingang
Parkplatz direkt am Museum mit ausgewiesenem Behindertenparkplatz.
Behindertenparkplatz
Der Fussweg ab Haltestelle „Rheinisches Industriemuseum“ führt über einen sehr schmalen Gehweg an einer stark befahrenen Strasse – mit Kinderwagen oder Rollator besser ab „Händelstrasse“ über Kuchenheimer Strasse, Schwarzer Weg und Obere Burg gehen. Mit dem Auto über die A 61 (Abfahrt Swisttal-Heimerzheim oder Rheinbach/Meckenheim) bzw. die B 56; ab Kuchenheim ausgeschildert.
Museumscafé mit Selbstbedienung (Kaffee, Snacks), sonntags 11–18 Uhr bedient mit Waffeln. Shop mit Schals und Mützen aus Müller-Tuch, Wollprodukten und Büchern.
Veranstaltungen & Vermietung
Auf der Website keine Angaben zur Raumvermietung. Zum Standort gehört das Museumsgästehaus „Mottenburg“ mit Übernachtungsangeboten für Schulklassen.
Besuch planen
Führungen
ja · Dauer ca. 75 Min.
Angebote für Schulen
ja
Fotografieren
Fotografieren zu privaten Zwecken ohne Stativ, Kunst- und Blitzlicht erlaubt.
Hinweise
Die Fabrik ist nur mit Führung zu besichtigen; offene Führungen ohne Anmeldung, im Eintritt enthalten. Buchungen und Auskünfte über Kulturinfo Rheinland, Tel. 02234 9921-555 (Mo–Fr 8–18, Sa/So/Feiertage 10–15 Uhr), info@kulturinfo-rheinland.de. Gruppenangebote für Schulen, Kitas, Erwachsene sowie Kindergeburtstage; jährlicher Wollmarkt. Hunde (ausser Assistenzhunde) nicht erlaubt.