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Wolhynier Umsiedlermuseum in Dobbin-Linstow
Foto: Silvio John, Elsterwerda · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Wolhynier Umsiedlermuseum

Freilichtmuseum in einem Umsiedlerhof von 1947 über Wolhyniendeutsche, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Linstow einen Neuanfang wagten.

ÖffnungszeitenEintritt ab 5 € Teilweise barrierefrei

Über das Museum

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen zahlreiche deutsche Flüchtlinge nach Linstow in Mecklenburg; mehr als die Hälfte der 73 Familien, die bei der Bodenreform 1945 hier Land erhielten, stammte aus Wolhynien in der heutigen Nordwestukraine. Ihre Vorfahren hatten sich dort ab den 1860er-Jahren als Bauern und Handwerker niedergelassen, 1939/40 wurden sie umgesiedelt und mussten 1945 erneut fliehen. In Linstow errichteten sie ihre Häuser so, wie sie es aus der alten Heimat kannten: aus Holzbohlen und Lehm, gedeckt mit Stroh und Schilf.

Eines dieser Häuser baute 1947 Emma Altmann mit ihren ältesten Söhnen. Unter einem Dach lagen Küche, Wohnstube, Schlafraum, eine Kammer für die Magd, der Stall und der Erntespeicher. 1987 wurde das Haus gesperrt und sollte abgerissen werden. Nach der politischen Wende übernahm die Gemeinde 1990 das Gebäude und baute es mit Hilfe von Zeitzeugen zum Museum aus; die Einrichtung wurde aus Spenden ehemaliger Wolhyniendeutscher zusammengetragen. Am 6. August 1993 öffnete das Museum, im selben Jahr gründete sich der Heimatverein Linstow als Träger.

In den folgenden Jahren kamen Backhaus, Wirtschaftsgebäude, Erdkeller, ein Garten des Gedenkens mit einem Grabstein aus Wolhynien sowie 2005 eine Bildungs- und Museumsscheune hinzu. 2017 wurde die Dauerausstellung zum Neubeginn der Flüchtlinge in der Nachkriegszeit neu gestaltet, 2023 das Haus saniert. Neben Führungen bietet das Museum Projekttage und Seminare zu Flucht, Vertreibung und Migration an.

Highlights

  • Originaler Umsiedlerhof von 1947 in traditioneller Holz-Lehm-Bauweise
  • Einrichtung aus Spenden ehemaliger Wolhyniendeutscher
  • Garten des Gedenkens mit Grabstein aus Wolhynien und mehrsprachigem Gedenkstein
  • Backhaus, Erdkeller und landwirtschaftliche Geräte
  • Museumsfest jedes Jahr am ersten Septemberwochenende

Dauerausstellungen

  • Umsiedlerhof – Neubeginn der Wolhyniendeutschen in Linstow – Das original eingerichtete Bauernhaus von 1947 und die 2017 neu gestaltete Ausstellung zeigen mit Objekten, Fotos und Dokumenten Herkunft, Flucht und Neuanfang der Wolhyniendeutschen in der Nachkriegszeit.
Gegründet
1993
Träger
Heimatverein Linstow e. V.
Leitung
Michael Thoss

Eintrittspreise & Ermässigungen

Erwachsene5 €
Kinder & Jugendliche2 €bis 5 Jahre frei · 6 bis 17 Jahre 2 €.
Führung (Zuschlag pro Person)2 €

Nur Barzahlung möglich. Preise für Bildungsangebote richten sich nach Gruppengrösse und Umfang. Schulklassen aus Mecklenburg-Vorpommern können beim Schulamt einen Zuschuss von bis zu 500 € für Fahrt und Eintritt beantragen.

Barrierefreiheit

  • Teilweise rollstuhlgerecht
  • Aufzug: nicht vorhanden
  • Barrierefreies WC
  • Behindertenparkplatz: keine Angabe
  • Assistenzhunde erlaubt: keine Angabe
  • Tastmodelle / taktile Angebote: keine Angabe
  • Führungen in Gebärdensprache: keine Angabe
  • Angebote in Leichter Sprache: keine Angabe
  • Audiodeskription: keine Angabe

Das Gelände ist nur eingeschränkt barrierefrei: Das Erdgeschoss des Museums ist stufenlos erreichbar, das Dachgeschoss nur über eine Treppe. Die Veranstaltungsscheune mit den Sanitäranlagen ist für Rollstuhl und Rollator geeignet.

Kinder & Familie

Eintritt Kinderbis 5 Jahre frei

    Kinder bis 5 Jahre frei. Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche richten sich an Schulklassen und Gruppen.

    Anreise & Parken

    Mit Bus & Bahn

    Buslinie 250 von Güstrow und Krakow am See.

    Mit dem Auto

    Parkplatz kostenlos

    Kostenlose Parkplätze am Eingang Kiether Strasse. Ladestation für E-Autos am Gutshaus Linstow.

    Mit dem Auto über die A19, Abfahrt 15 Linstow; im Ort im Kreisverkehr die 2. Ausfahrt, nach etwa 800 m rechts in die Kiether Strasse. Das Museum liegt direkt am Radfernweg Berlin–Kopenhagen; an der Museumsscheune gibt es eine Ladestation für bis zu vier E-Bikes. Die Bahnhöfe Langhagen und Nossentin (je 12 km) sowie Malchow (15 km) sind per Rad über Waldwege erreichbar.

    Route planen

    Service & Gastronomie

    • Café: nicht vorhanden
    • Restaurant: nicht vorhanden

    Während der regulären Öffnungszeiten keine Gastronomie; für Gruppen ab 10 Personen im Rahmen von Bildungsangeboten nach Absprache wolhynische Speisen wie Piroggen und Borschtsch sowie Kaffee und Kuchen. Gastronomie und Übernachtung in der Nähe im Van der Valk Resort Linstow und im Gutshaus Linstow. Hunde haben keinen Zutritt zum Museumsgelände.

    Veranstaltungen & Vermietung

    • Räume mietbar
    • Private Feiern

    Bis zu 80 Personen.

    Die Bildungs- und Museumsscheune mit Saal (bis 80 Personen, Veranstaltungstechnik), Seminarraum (bis 16 Personen) und Küche kann für private Feiern und Bildungsveranstaltungen gemietet werden; Konditionen auf Anfrage.

    Anfrage & Details

    Besuch planen

    Führungenja
    Angebote für Schulenja
    HinweiseFührungen für Gruppen und Einzelpersonen dauern je nach Vorwissen und Interesse 30 bis 60 Minuten; in den Öffnungszeiten ohne Anmeldung, sonst über das Kontaktformular oder telefonisch. Englischsprachige Rundgänge auf Anfrage. Für Schulklassen altersgerechte Führungen, Projekttage (3–5 Stunden) und mehrtägige Seminare zu Flucht, Vertreibung und Migration.

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