Die Sonderausstellung fragt in drei Teilen, was die Bevölkerung über Propaganda, Gerüchte und Alltagsbeobachtungen vom Völkermord erfahren konnte und wie Einzelne mit diesem Wissen umgingen.
Über das Museum
Zwischen 1933 und 1945 lagen an der damaligen Prinz-Albrecht-Straße und der Wilhelmstraße die Schaltzentralen des NS-Terrors: das Geheime Staatspolizeiamt, die Reichsführung SS und später das Reichssicherheitshauptamt. Nach Kriegszerstörung wurden die Ruinen in den 1950er-Jahren abgetragen; das Areal im Schatten der Mauer diente danach unter anderem als Schuttplatz und Übungsgelände für Autofahrer und geriet weitgehend in Vergessenheit.
Ende der 1970er-Jahre machten Bürgerinitiativen und Historiker auf die Bedeutung des Ortes aufmerksam. Zur 750-Jahr-Feier Berlins 1987 entstand nach ersten Grabungen, bei denen Kellerreste freigelegt wurden, eine provisorische Ausstellung, die wegen des großen Andrangs dauerhaft blieb. 1992 wurde eine Stiftung gegründet, die heute von Bund und Land Berlin gemeinsam getragen wird.
Der Neubau nach einem Entwurf des Schweizer Architekten Peter Zumthor scheiterte an Kostensteigerungen; die bereits errichteten Treppentürme wurden 2004 abgerissen. Aus einem neuen Wettbewerb ging der schlichte, rundum verglaste Pavillon von Ursula Wilms und Heinz W. Hallmann hervor, der im Mai 2010 eröffnet wurde.
Das Dokumentationszentrum versteht sich nicht als klassisches Museum, sondern als Informations- und Lernort über die Täter. Neben der Dauerausstellung im Gebäude gehören die Freiluftausstellung im Graben entlang eines erhaltenen Mauerstücks, ein Geländerundgang, Sonderausstellungen, eine Fachbibliothek und ein umfangreiches Bildungsprogramm dazu.
Highlights
Dauerausstellung zu Gestapo, SS und Reichssicherheitshauptamt mit zahlreichen historischen Fotos und Dokumenten
Freiluftausstellung „Berlin 1933–1945“ im Graben vor freigelegten Kellermauern
Rund 200 m langer Rest der Berliner Mauer an der Niederkirchnerstraße
Geländerundgang mit 15 Stationen über den historischen Ort
Kostenloser Audioguide in 22 Sprachen, auch in Leichter Sprache und DGS
Dauerausstellungen
Topographie des Terrors. Gestapo, SS und Reichssicherheitshauptamt in der Wilhelm- und Prinz-Albrecht-Straße – Die Hauptausstellung im Gebäude zeigt in fünf Kapiteln, wie SS und Polizei Verfolgung und Massenmord in Deutschland und im besetzten Europa organisierten – vor allem anhand historischer Fotos und Dokumente.
Berlin 1933–1945. Zwischen Propaganda und Terror – Die ganzjährige Freiluftausstellung im Graben vor freigelegten Kellermauern schildert, wie die NS-Herrschaft Berlin und seine Bevölkerung veränderte.
Der historische Ort – Geländerundgang – Ein Rundweg mit 15 Stationen führt zu baulichen Spuren der früheren Terrorzentralen und erläutert die Geschichte des Geländes bis heute.
Gegründet
1987
Träger
Stiftung Topographie des Terrors
Leitung
Andrea Riedle
Besucher pro Jahr
ca. 1.600.000 (2025)
Eintrittspreise & Ermäßigungen
Der Eintritt ist frei.
Kinder & Jugendliche
–Eintritt frei; Besuch ab 14 Jahren empfohlen, jüngere Kinder nur in Begleitung der Eltern
Seniorinnen & Senioren
–Eintritt frei
Menschen mit Behinderung
–Eintritt frei
Studierende & Azubis
–Eintritt frei
Gruppen (ab 7 Pers.)
–Eintritt frei; gebuchte Gruppenführung (ab 7 Personen) 80 € (60 Min.) bzw. 112,50 € (90 Min.) pro Gruppe, für Schulen und Erwachsenenbildung kostenlos
Familien
–Eintritt frei
Eintritt, Audioguide und öffentliche Führungen kostenlos, kein Zeitfenster-Ticket nötig.
Barrierefreiheit
Rollstuhlgerecht
Aufzug
Barrierefreies WC
Behindertenparkplatz
Assistenzhunde erlaubt
Tastmodelle / taktile Angebote: nicht vorhanden
Führungen in Gebärdensprache
Angebote in Leichter Sprache
Audiodeskription
Rampe neben der Treppe und Automatiktür am Eingang, Ausstellungsebene stufenlos, Vitrinen unterfahrbar; Toiletten im Untergeschoss per Aufzug. Kostenloser Leihrollstuhl. Kostenpflichtige Behindertenparkplätze am benachbarten Gropius Bau. Kein Bodenleitsystem, keine Braille-Texte; Außengelände mit taktil markierten Wegkanten. Induktionsschleifen in Seminarräumen und Auditorium, Roger-Anlage für Führungen. Regelmäßig kostenlose DGS- und Telefonführungen, auf Anfrage Führungen in Leichter Sprache und mit Beschreibung. Zertifiziert nach „Reisen für Alle“.
Kinder & Familie
Nur bedingt für Kinder geeignetEmpfohlen ab 14 Jahren
Familienführungen & Workshops: nicht vorhanden
Das Dokumentationszentrum empfiehlt den Besuch ab 14 Jahren; jüngere Kinder sollten nur in Begleitung ihrer Eltern kommen.
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
U2 Potsdamer Platz, U6 Kochstraße; S-Bahn Anhalter Bahnhof oder Potsdamer Platz; Bus bis Abgeordnetenhaus oder Wilhelmstraße/Kochstraße
Mit dem Auto
Kein eigener Parkplatz am Museum.
Keine Parkplätze vor Ort; auf dem Parkplatz des benachbarten Gropius Bau gibt es kostenpflichtige Stellplätze für Rollstuhlfahrende.
Cafeteria im Ausstellungsgebäude; mitgebrachte Speisen dürfen im Gebäude nicht verzehrt werden. Schließfächer im Foyer, freies WLAN. Haustiere (außer Assistenzhunde) nicht erlaubt.
Veranstaltungen & Vermietung
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Besuch planen
Führungen
ja · Dauer ca. 60 Min.
Audioguide
ja (AR, CS, DA, DE, EL, EN, ES, FI, FR, HE, HI, IT, JA, KO, NL, NO, PL, PT, RU, SV, TR, ZH)
Angebote für Schulen
ja
Fotografieren
Private Foto- und Filmaufnahmen erlaubt, sofern der Betrieb nicht gestört wird; professionelle Aufnahmen nur mit Genehmigung der Pressestelle.
Hinweise
Öffentliche Führungen kostenlos Sa und So 14 Uhr (Deutsch) und 15.30 Uhr (Englisch), 60 Min., ohne Anmeldung. Gruppenführungen mehrere Wochen vorab über Buchungsformulare (Museumsdienst Berlin); für September/Oktober 2026 ausgebucht, wieder ab November. Führungen durch externe Guides oder Lehrkräfte sind im Gebäude nicht erlaubt. Audioguide (ca. 60 Min.) kostenlos als Leihgerät oder per WLAN aufs eigene Smartphone.