Der Fotograf André Wagenzik porträtiert hundert Menschen, die in der DDR aus politischen Gründen in Stasi-Haft saßen. Eintritt frei, per Aufzug zugänglich.
Über das Museum
Auf dem Gelände an der Genslerstraße richtete der sowjetische Geheimdienst 1945 ein Sammellager ein, das Speziallager Nr. 3, in dem Tausende Menschen unter elenden Bedingungen festgehalten wurden. 1947 ließ er im Keller einer ehemaligen Großküche fensterlose Zellen einbauen und nutzte den Bau als zentrales Untersuchungsgefängnis; weil die Zellen ohne Tageslicht völlig von der Außenwelt abgeschnitten waren, nannten Häftlinge den Keller „U-Boot“.
1951 übernahm das neu gegründete Ministerium für Staatssicherheit der DDR das Gefängnis. Häftlinge mussten Ende der 1950er-Jahre einen Neubau mit Zellen und Vernehmungsräumen errichten, dazu kam das zentrale Haftkrankenhaus der Stasi. Das umliegende Sperrgebiet fehlte auf den Stadtplänen. Bis 1989 wurden hier mehr als 11.000 Menschen aus politischen Gründen inhaftiert, darunter Fluchtwillige, Ausreiseantragsteller und Oppositionelle.
Nach der Friedlichen Revolution wurde das Gefängnis 1990 geschlossen. Auf Drängen ehemaliger Häftlinge wurde es unter Denkmalschutz gestellt und 1994 als Gedenkstätte zugänglich gemacht; seit 2000 ist sie eine eigenständige Stiftung des Landes Berlin. Weil die Anlage weitgehend erhalten blieb, vermittelt sie ein ungewöhnlich authentisches Bild von Haftalltag und Verhörmethoden.
Kern des Besuchs sind Führungen durch Zellentrakte, Verhörräume und Freigangzellen, die häufig von ehemaligen politischen Gefangenen geleitet werden. Die Dauerausstellung „Inhaftiert in Hohenschönhausen“ dokumentiert auf rund 700 Quadratmetern die Haftgeschichte von 1945 bis 1989, eine zweite Ausstellung widmet sich den weiblichen Strafgefangenen im Arbeitskommando. Auf dem Gelände steht zudem der letzte erhaltene Gefangenentransportwagen der Reichsbahn, der sogenannte „Grotewohl-Express“.
Highlights
Führungen mit ehemaligen politischen Häftlingen
Original erhaltener Kellertrakt „U-Boot“ aus der sowjetischen Haftzeit
Stasi-Neubau mit Zellen, Vernehmungsräumen und Freigangzellen
Dauerausstellung „Inhaftiert in Hohenschönhausen“ mit seltenen Originalobjekten
Gefangenentransportwagen „Grotewohl-Express“
Dauerausstellungen
Inhaftiert in Hohenschönhausen. Zeugnisse politischer Verfolgung 1945–1989 – Auf rund 700 Quadratmetern zeigen Originalobjekte, Dokumente und Fotos die Geschichte des Haftortes vom sowjetischen Lager bis zum Ende der Stasi-Haft.
In Zwangsgemeinschaft. Die Arbeitskommandos der Strafgefangenen in Hohenschönhausen – Die Ausstellung im Gefängnisneubau beleuchtet Lebens- und Arbeitsbedingungen der weiblichen Strafgefangenen, die den Betrieb der Haftanstalt aufrechterhalten mussten (täglich 10–16 Uhr, nicht barrierefrei).
5 €Studierende, Auszubildende, Schwerbehinderte, Inhaber*innen des Berechtigungsnachweises (ehem. berlinpass) oder der Ehrenamtskarte, ALG-I/II-Beziehende, Erwerbslose, Bundesfreiwilligendienstleistende, Mitglieder von Opferverbänden politisch Verfolgter in der DDR
Kinder & Jugendliche
2,50 €Schülerinnen und Schüler zahlen 2,50 € für die Führung. Besuch empfohlen ab 14 Jahren.
Seniorinnen & Senioren
–Keine Seniorenermäßigung.
Menschen mit Behinderung
5 €Begleitperson frei · Ermäßigt mit Schwerbehindertenausweis; eine Begleitperson frei.
Studierende & Azubis
5 €Studierende ermäßigt; Schüler*innen 2,50 €.
Gruppen (ab 7 Pers.)
–Gruppenführung (max. 25 Personen) pauschal 110 €, ermäßigt 90 €, Schulklassen 60 €; ab 7 Personen Buchung vorab erforderlich. Hör- und Tastführung (max. 12 Personen) 55 €/25 €, Führung in Leichter Sprache (max. 15) 90/68/35 €.
Familien
–Kein Familienticket.
Preise gelten für die Führung durch das ehemalige Gefängnis (inkl. Einführungsfilm). Die Ausstellungen sind kostenfrei ohne Anmeldung zugänglich. Voranmeldung für öffentliche Führungen empfohlen (max. 25 Teilnehmende). Zahlung bar, mit EC- oder Kreditkarte.
Barrierefreiheit
Teilweise rollstuhlgerecht
Aufzug
Barrierefreies WC
Behindertenparkplatz
Assistenzhunde erlaubt
Tastmodelle / taktile Angebote
Führungen in Gebärdensprache
Angebote in Leichter Sprache
Audiodeskription
Denkmalgeschützte Anlage, nicht überall barrierefrei. Besucherinformation, Cafeteria und Buchhandlung barrierefrei; Neubau und Kellergefängnis per Aufzug erreichbar (nicht für breite E-Rollstühle), Haftkrankenhaus und Ausstellung „In Zwangsgemeinschaft“ nicht rollstuhlgerecht. Aufzug zur Dauerausstellung wird an der Kasse freigeschaltet. Leichtrollstuhl und Klappstühle leihbar, Tastmodell des Geländes, kein Bodenleitsystem. Führungen in Leichter Sprache, DGS sowie Hör- und Tastführungen. Ein Behindertenparkplatz direkt vor dem Eingang.
Kinder & Familie
Nur bedingt für Kinder geeignetEmpfohlen ab 14 Jahren
Besuchsdauer
ca. 2 Std.
Die Gedenkstätte empfiehlt den Besuch und die Rundgänge erst ab 14 Jahren, weil die Schilderungen jüngere Kinder inhaltlich und emotional überfordern können.
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
Tram M5 bis Freienwalder Straße, Tram M6 und 16 bis Genslerstraße; Bus 256 bis Große-Leege-Straße/Freienwalder Straße. Nicht bis S Hohenschönhausen fahren.
Mit dem Auto
Parkplatz kostenlos
Kostenlose Pkw-Parkplätze und acht ausgewiesene Busparkplätze in unmittelbarer Umgebung; ein Behindertenparkplatz direkt vor dem Eingang. Busse bitte mit abgestelltem Motor warten lassen.
Cafeteria im Besucherzentrum (täglich, Snacks und kleine warme Gerichte). „BuchHandlung ’89“ mit Literatur zur DDR-Geschichte (täglich 9–18 Uhr). Schließfächer in verschiedenen Größen. Haustiere nicht erlaubt (außer Assistenzhunde).
Veranstaltungen & Vermietung
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Besuch planen
Führungen
ja · Dauer ca. 1,5 Std.
Audioguide
ja (DE, EN, FR, IT, ES, DA, RU)
Angebote für Schulen
ja
Fotografieren
Während der Führungen für private Zwecke erlaubt; Audio-/Videoaufnahmen und Fotos außerhalb der Rundgänge nur nach Absprache mit der Pressestelle.
Hinweise
Rundgang ca. 1,5 Std. plus Einführungsfilm (Sonderführungen ca. 2,5 Std.). Tickets für öffentliche Führungen online oder an der Kasse; Gruppen ab 7 Personen buchen vorab über das Formular. Gruppenführungen in zehn Sprachen. Audioguides und Multimedia-Tablets gegen Pfand kostenlos.