
Gedenkstätte Münchner Platz Dresden
Gedenkstätte im früheren Dresdner Justizkomplex zu politischer Strafjustiz, Haft und Hinrichtungen in NS-Zeit, Besatzungszeit und früher DDR.
Über das Museum
Der Justizkomplex am Münchner Platz wurde 1907 als Sitz des sächsischen Landgerichts mit angeschlossenem Untersuchungsgefängnis in Betrieb genommen. In der NS-Zeit wurde er zu einem Zentrum politischer Verfolgung: Im Hinrichtungshof wurden rund 1300 Menschen mit der Guillotine getötet, viele von ihnen Angehörige des tschechischen Widerstands.
Nach Kriegsende nutzten zunächst sowjetische Militärtribunale die Gebäude, danach die Justiz der frühen DDR, die hier bis Ende 1956 insgesamt 83 Todesurteile vollstrecken ließ. Anschließend übernahm die Technische Hochschule Dresden das Areal und eröffnete 1959 im früheren Hinrichtungshof eine Mahn- und Gedenkstätte, die fast nur an den kommunistischen Widerstand erinnerte.
Seit 1994 gehört die Gedenkstätte zur Stiftung Sächsische Gedenkstätten. 2012 eröffnete im Georg-Schumann-Bau der TU Dresden die heutige Dauerausstellung, die NS-Justiz, sowjetische Militärjustiz und DDR-Justiz anhand einzelner Lebenswege vergleichend darstellt. Markierungen auf dem Gelände und in den Gebäuden machen den einstigen Justizkomplex zusätzlich erfahrbar; die Denkmäler der DDR-Gedenkstätte sind heute selbst Teil des historischen Ortes.
Daneben erforscht die Gedenkstätte weitere Dresdner Justizorte wie das 1945 zerstörte Gefängnis an der Mathildenstraße, ergänzt ihre Installation zu den Hingerichteten laufend um neue Biografien und bietet Auskünfte zu Verfolgten an.
Highlights
- Früherer Hinrichtungshof mit Denkmälern der DDR-Gedenkstätte von 1959
- Sanierter Zellengang des einstigen Untersuchungsgefängnisses
- Dauerausstellung mit über 700 Fotos, Zeichnungen, Objekten und Dokumenten
- Zeitzeugen-Interviews an Medienstationen
- Karteikarten-Installation mit Biografien Hingerichteter
Dauerausstellungen
- Verurteilt. Inhaftiert. Hingerichtet. Politische Justiz in Dresden 1933–1945 | 1945–1957 – Die 2012 eröffnete Schau gliedert sich nach den Funktionen des Ortes als Gericht, Gefängnis und Richtstätte und erzählt anhand von Einzelschicksalen von NS-, sowjetischer und früher DDR-Justiz.
- Gegründet
- 1959
- Träger
- Stiftung Sächsische Gedenkstätten
- Leitung
- Dr. Birgit Sack
Eintrittspreise & Ermäßigungen
Der Eintritt ist frei.
Eintritt und öffentliche Führungen kostenlos, Spenden erbeten. Gruppenführungen nach Vereinbarung in der Regel kostenpflichtig; für Schulklassen, Berufsschüler, Jugendliche und Studierende kostenfrei.
Barrierefreiheit
- Rollstuhlgerecht
- Aufzug: keine Angabe
- Barrierefreies WC: keine Angabe
- Behindertenparkplatz: keine Angabe
- Assistenzhunde erlaubt: keine Angabe
- Tastmodelle / taktile Angebote: keine Angabe
- Führungen in Gebärdensprache: keine Angabe
- Angebote in Leichter Sprache: keine Angabe
- Audiodeskription: keine Angabe
Ausstellung und früherer Richthof sind für Rollstühle zugänglich.
Kinder & Familie
Gedenkstätte zu politischer Justiz und Hinrichtungen; Bildungsangebote richten sich an Schulklassen und Jugendliche (kostenfrei, mit Themenmappen und Zeitzeugeninterviews).
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
Münchner Platz/Gedenkstätte
Straßenbahn 3 (Richtung Plauen/Coschütz) bis »Münchner Platz/Gedenkstätte«
Die Gedenkstätte liegt im Georg-Schumann-Bau der TU Dresden; Zugang zur Ausstellung vom Münchner Platz aus links neben dem Haupteingang. Mit dem Auto vom Hauptbahnhof über Fritz-Löffler-Straße, Nürnberger Platz und Münchner Straße oder von der A 17 (Abfahrt Dresden-Süd) über Bergstraße, Nöthnitzer Straße und Georg-Schumann-Straße.
Route planenService & Gastronomie
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Veranstaltungen & Vermietung
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Besuch planen
| Führungen | ja · Dauer ca. 1,5 Std. |
|---|---|
| Angebote für Schulen | ja |
| Hinweise | Öffentliche Führung über das Gelände und durch die Ausstellung Sa, So und feiertags 14 Uhr (ca. 1,5 Std., ohne Anmeldung). Gruppenführungen, Rundgänge und Projekte mindestens 14 Tage vorher über das Online-Formular anfragen; ein Teil des Rundgangs findet im Freien statt. |




