Übernahme aus dem Jüdischen Museum Hohenems: Künstler*innen mit Familienwurzeln in Nordafrika und Westasien befragen jüdisch-arabische Identitäten zwischen Nähe, Verlust und Exil.
Über das Museum
Pläne für ein jüdisches Museum in München gab es schon Ende der 1920er-Jahre, verwirklicht wurden sie jedoch erst Jahrzehnte später. In den 1980er-Jahren eröffnete der Galerist Richard Grimm auf eigene Kosten ein winziges Privatmuseum in der Maximilianstraße. Nach rund zehn Jahren übernahm die Israelitische Kultusgemeinde die Sammlung und zeigte sie in ihrem Gemeindezentrum an der Reichenbachstraße; ab 2001 betrieb die Stadt München diese Interimslösung gemeinsam mit Stadtmuseum und Stadtarchiv.
Mit dem Neubau des Jüdischen Zentrums am St.-Jakobs-Platz erhielt das Museum ein eigenes Haus. Das Saarbrücker Büro Wandel Hoefer Lorch entwarf drei eigenständige, kubische Bauten – Hauptsynagoge (2006), Gemeindezentrum und Museum –, die durch Travertinfassaden und Blickachsen zu einem Ensemble verbunden sind. Das von der Landeshauptstadt getragene Museum wurde am 22. März 2007 eröffnet; Gründungsdirektor war Bernhard Purin.
Auf rund 900 Quadratmetern zeigt das Haus im Untergeschoss die Dauerausstellung „Stimmen_Orte_Zeiten“, die mit Tonspuren, Ritualobjekten, Fotos und einem Comic die jüdische Geschichte als Teil der Stadtgeschichte erzählt. Die oberen Ebenen gehören wechselnden Ausstellungen, die sich häufig mit Migration, Zugehörigkeit und Gegenwartskunst befassen. Außerdem gestaltete das Museum den Erinnerungsort Olympia-Attentat München 1972 im Olympiapark mit und betreut ihn mit Rundgängen.
Highlights
Dauerausstellung „Stimmen_Orte_Zeiten“ mit Zeitzeugenstimmen und einem Comic von Jordan B. Gorfinkel
Tora-Mantel aus der 1938 zerstörten Münchner Hauptsynagoge (1887/88)
Gitarre „Hans“, heimlich im Getto Theresienstadt gebaut
Architektur-Ensemble des Jüdischen Zentrums am St.-Jakobs-Platz
Kostenlose Guides in den Ausstellungen für Gespräche und Impulsrundgänge
Dauerausstellungen
Stimmen_Orte_Zeiten. Juden in München – Sieben Installationen mit Zeitzeugenstimmen, Stadtplan, Fotos, Ritualobjekten und einem Comic zeigen jüdisches Leben als Teil der Münchner Stadtgeschichte bis heute.
Gegründet
2007
Träger
Landeshauptstadt München (Kulturreferat)
Leitung
Jutta Fleckenstein (kommissarische Leitung)
Eintrittspreise & Ermäßigungen
Erwachsene
6 €
Ermäßigt
3,60 €
Kinder & Jugendliche
freibis 17 Jahre frei · Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren frei.
Mit München-Pass frei. 50 % Ermäßigung mit einer Eintrittskarte anderer städtischer Museen (Stadtmuseum, Villa Stuck, Lenbachhaus, Valentin-Karlstadt-Musäum) vom selben oder den zwei vorhergehenden Tagen (nicht für bereits ermäßigte Karten). Akzeptiert werden München Card, München City Pass und City Tour Card. Wer Anspruch auf den ermäßigten Preis hat, nennt die Website nicht.
Barrierefreiheit
Rollstuhlgerecht
Aufzug
Barrierefreies WC
Behindertenparkplatz: keine Angabe
Assistenzhunde erlaubt
Tastmodelle / taktile Angebote
Führungen in Gebärdensprache: keine Angabe
Angebote in Leichter Sprache
Audiodeskription
Foyer, alle Ausstellungsebenen und Servicebereiche per Aufzug erreichbar; vor dem Eingang Kopfsteinpflaster. Barrierefreie Toilette im Untergeschoss. Rollstuhl und Rollator kostenlos an der Garderobe. Tastobjekte in der Dauerausstellung, Hörgalerie für blinde Menschen, induktive Halsringschleifen für Führungen und Veranstaltungen. Texte der Ausstellung „Yalla“ und eine Museumsseite in Leichter Sprache.
Kinder & Familie
Gut für Kinder & Familien geeignet
Eintritt Kinder
bis 17 Jahre frei
Familienführungen & Workshops
Spielplatz / Spielecke
Kostenlose öffentliche Kinderprogramme und Familienpass-Workshops (z. B. für 7- bis 12-Jährige, mit Anmeldung) sowie buchbare Rundgänge für Familien. Die regulären öffentlichen Rundgänge empfiehlt das Museum ab 14 Jahren. Spielplatz an der Sonnenterrasse des Cafés.
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
U3/U6 und alle S-Bahnen bis „Marienplatz“; U1/U2/U3/U6 bis „Sendlinger Tor“; Bus 62 bis „St.-Jakobs-Platz“.
Café „Coucou Food Market“ mit Sonnenterrasse. Literaturhandlung im Foyer mit Büchern zum Judentum und den Museumspublikationen. Kostenloses WLAN. Koffer, Reisetaschen und Trekkingrucksäcke dürfen nicht mitgenommen werden.
Veranstaltungen & Vermietung
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Besuch planen
Führungen
ja · Dauer ca. 60 Min.
Angebote für Schulen
ja
Hinweise
Guides stehen während der Öffnungszeiten kostenlos und ohne Anmeldung für Gespräche und Impulsrundgänge bereit. Öffentliche Rundgänge Sa/So (im Eintritt enthalten, Anmeldung erbeten). Schulen und Führungsanfragen: fuehrungen.jmm@muenchen.de. Der vom Museum mitgestaltete Erinnerungsort Olympia-Attentat (Kolehmainenweg 11, Olympiapark) ist ganztägig frei zugänglich.