Die Schau im Sonderausstellungsraum beleuchtet die US-Militärgerichtsverfahren von 1945 bis 1948 in Dachau – Tatorte, Angeklagte, Zeugen und Richter – und fragt nach Verantwortung und Aufarbeitung.
Über das Museum
Das Konzentrationslager Dachau entstand im März 1933 kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten auf dem Gelände einer stillgelegten Munitionsfabrik. Es war zwölf Jahre lang in Betrieb und diente der SS als Modell und Ausbildungsstätte für das spätere Lagersystem. Mehr als 200.000 Menschen aus ganz Europa waren hier und in den rund 140 Außenlagern inhaftiert, über 41.000 von ihnen kamen ums Leben. Am 29. April 1945 befreiten US-Truppen die Überlebenden.
Nach dem Krieg nutzten die Amerikaner das Areal zunächst als Internierungslager und für die Dachauer Prozesse, anschließend lebten dort jahrelang Geflüchtete und Vertriebene. Schon 1948 gab es eine kleine Ausstellung im Krematorium, die jedoch mehrfach abgebaut und verändert wurde. Überlebende, vereint im Comité International de Dachau, setzten sich hartnäckig für einen würdigen Erinnerungsort ein; 1965 wurde die Gedenkstätte schließlich mit einer großen Ausstellung, Archiv und Bibliothek im früheren Wirtschaftsgebäude eröffnet.
In den folgenden Jahren entstanden auf dem ehemaligen Lagergelände religiöse Gedenkorte – eine katholische Kapelle, eine evangelische Kirche, eine jüdische Gedenkstätte, ein Karmel-Kloster und später eine russisch-orthodoxe Kapelle – sowie 1968 das Internationale Mahnmal von Nandor Glid auf dem Appellplatz. Seit 2003 folgt die neu gestaltete Hauptausstellung dem Weg der Häftlinge durch das Lager; seit 2005 betreten Besucher das Gelände wieder durch das historische Jourhaus mit dem Tor, 2009 kam ein Besucherzentrum hinzu.
Heute ist Dachau die meistbesuchte KZ-Gedenkstätte Deutschlands. Sie gehört zur Stiftung Bayerische Gedenkstätten, betreibt Archiv, Bibliothek und eine umfangreiche Bildungsarbeit und wird schrittweise neu gestaltet, unter anderem mit einer neuen Ausstellung in einer rekonstruierten Baracke und der Überarbeitung des Internationalen Mahnmals.
Highlights
Jourhaus mit dem Lagertor und der Inschrift „Arbeit macht frei“
Hauptausstellung „Der Weg der Häftlinge“ im ehemaligen Wirtschaftsgebäude
Ehemaliges Lagergefängnis (Bunker) und rekonstruierte Baracke
Bereich des ehemaligen Krematoriums
Internationales Mahnmal von Nandor Glid und religiöse Gedenkorte
Dokumentarfilm „Das Konzentrationslager Dachau“ im Kinosaal
Dauerausstellungen
Der Weg der Häftlinge – Die Hauptausstellung im ehemaligen Wirtschaftsgebäude folgt in 13 Räumen dem Weg der Gefangenen von der Einlieferung über den Lageralltag bis zu Tod oder Befreiung und ordnet die Lagergeschichte von 1933 bis 1945 ein; Texte auf Deutsch und Englisch.
Ehemaliges Lagergefängnis – Im sogenannten Bunker hinter dem Wirtschaftsgebäude dokumentiert eine Ausstellung Haftbedingungen, Strafen und Schicksale der dort isolierten Gefangenen.
Baracken-Ausstellung – In der rekonstruierten Häftlingsbaracke wird sichtbar, wie sich die Unterbringung der Gefangenen im Laufe der Jahre veränderte und zunehmend verschlechterte.
Gegründet
1965
Träger
Stiftung Bayerische Gedenkstätten
Leitung
Gabriele Hammermann
Besucher pro Jahr
ca. 1 013 203 (2025)
Eintrittspreise & Ermäßigungen
Der Eintritt ist frei.
Kinder & Jugendliche
–Eintritt frei. Die Gedenkstätte empfiehlt den Besuch erst ab 13 Jahren; Minderjährige nur in Begleitung Erziehungsberechtigter.
Gruppen
–Rundgänge, Studientage und Seminare für Gruppen (max. 30 Personen, ab 13 Jahren) kostenpflichtig; Buchung mit mehreren Monaten Vorlauf über buchungen@gedenkstaette-dachau.de oder +49 8131 66997-131.
Öffentlicher Rundgang (ca. 2,5 Std.)
4 €täglich, Tickets nur am selben Tag im Besucherzentrum, spätestens 45 Min. vor Beginn; max. 30 Personen
Audioguide
5 €ermäßigt 4 € für Gruppen und Studierende; gegen Pfand im Besucherzentrum
Rundgangsbroschüre (Druck)
8 €als E-Book 6 €; auch in Leichter Sprache erhältlich
Eintritt und Ausstellungen kostenlos, keine Anmeldung nötig. Kostenpflichtig sind Führungen, Audioguides und der Parkplatz (Pkw 3 €, Bus/Wohnmobil 5 €, nur Barzahlung).
Barrierefreiheit
Teilweise rollstuhlgerecht
Aufzug: keine Angabe
Barrierefreies WC
Behindertenparkplatz: keine Angabe
Assistenzhunde erlaubt
Tastmodelle / taktile Angebote: keine Angabe
Führungen in Gebärdensprache
Angebote in Leichter Sprache
Audiodeskription: keine Angabe
Das weitläufige Gelände hat überwiegend Kieswege. Rollstühle und Elektromobile können ausgeliehen werden. Rampen führen in das ehemalige Wirtschaftsgebäude (Hauptausstellung), die rekonstruierte Baracke, das ehemalige Krematorium, das Lagergefängnis, die Seminarräume und die Evangelische Versöhnungskirche. Barrierefreie Toiletten im Besucherzentrum, im Ausstellungsgebäude und bei den Seminarräumen. Zertifiziert nach „Reisen für Alle“. Kostenlose App mit über 80 Videos in Deutscher Gebärdensprache (Leihgeräte im Besucherzentrum); Rundgangsbroschüre und AR-Webtour in Leichter Sprache; barrierefreie Bildungsangebote für Gruppen. Hunde sind nicht erlaubt, ausgenommen Assistenzhunde.
Kinder & Familie
Nur bedingt für Kinder geeignetEmpfohlen ab 13 Jahren
Besuchsdauer
ca. 4 Std.
Familienführungen & Workshops: nicht vorhanden
Keine eigene Ausstellung für Kinder; einige Inhalte sind für Kinder unter 13 Jahren nicht geeignet. Jüngere Jugendliche sollten mit Eltern oder Begleitperson kommen.
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
KZ-Gedenkstätte
S2 (Richtung Dachau/Petershausen) oder Regionalzug ab München Hbf bis Dachau Bahnhof (ca. 25 Min.), weiter mit Bus 726 (Richtung Saubachsiedlung) bis KZ-Gedenkstätte (ca. 10 Min.).
Mit dem Auto
Parkplatz gebührenpflichtig
Parkplatz Alte Römerstraße 73: Pkw/Motorrad 3 €, Bus/Wohnmobil 5 €, nur Barzahlung. Kapazität begrenzt, die Gedenkstätte empfiehlt die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Besucherzentrum: Pater-Roth-Straße 2a. Fahrräder dürfen nicht aufs Gelände, Abstellplätze sind vorhanden.
Bistro im Besucherzentrum (täglich 9–17 Uhr, Kaffee, Kuchen, Snacks und warme Gerichte). Literaturhandlung im Besucherzentrum und Buchhandlung des Comité International de Dachau am Eingang der Hauptausstellung (jeweils täglich 10–17 Uhr). Gepäck kann nur sehr eingeschränkt abgegeben werden; empfohlen werden die Schließfächer am Münchner Hauptbahnhof.
Veranstaltungen & Vermietung
Das Museum vermietet nach unseren Informationen keine Räume für externe Veranstaltungen.
Als Gedenkort keine Vermietung für private oder kommerzielle Veranstaltungen.
Besuch planen
Führungen
ja · Dauer ca. 2,5 Std.
Audioguide
ja (AR, CS, NL, EN, FR, DE, EL, HE, HU, IT, JA, ZH, PL, PT, RU, ES, TR, UK)
Angebote für Schulen
ja
Fotografieren
Fotos und Videos für private, nichtkommerzielle Zwecke auf dem Gelände und in den Ausstellungen erlaubt (ohne Stativ, mit Rücksicht auf die Würde des Ortes). Nicht erlaubt: Aufnahmen von Führungen, Drohnen sowie Filmen im Krematorium.
Hinweise
Die Gedenkstätte rät, etwa einen halben Tag einzuplanen. Besucherzentrum an der Pater-Roth-Straße 2a. Öffentliche Rundgänge täglich auf Deutsch 12 Uhr, auf Englisch 11 und 13 Uhr; keine Vorreservierung. Dokumentarfilm (38 Min.) im Kinosaal des Ausstellungsgebäudes, Deutsch 9.30, 11, 13.15 und 14.45 Uhr, Englisch 10.15, 11.45 und 14 Uhr, weitere Sprachen auf Anfrage. Alle Bildungsangebote erst ab 13 Jahren. Kostenlose AR-App „ARt. Das KZ Dachau in Zeichnungen“.