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LWL-Museum Zeche Nachtigall in Witten
Foto: Kira Nerys · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

LWL-Museum Zeche Nachtigall

LWL-Industriemuseum im Wittener Muttental mit früher Ruhrzeche, Ziegelei-Ringofen und Besucherbergwerk Nachtigallstollen.

ÖffnungszeitenEintritt ab 6 € Teilweise barrierefrei Café

Aktuelle Ausstellungen

3. Oktober 2026 – 13. März 2027

Gesichter der Wismut

Wanderausstellung der Gedenkstätte Amthordurchgang Gera über den Uranbergbau der SDAG Wismut in Ostthüringen – Arbeitsalltag, Geheimhaltung, Kalter Krieg und die Folgen nach 1990.

Über das Museum

Am Hettberg bei Witten wurde nachweislich ab 1714 Steinkohle gegraben, zunächst von Bauern im Stollenbau, ab 1743 unter der Adelsfamilie von Elverfeldt. Ab 1832 wagte man mit dem Schacht Neptun den Übergang zum Tiefbau; Dampfmaschinen aus der Werkstatt von Friedrich Harkort bändigten das eindringende Wasser. Die Zeche Vereinigte Nachtigall Tiefbau zählte in den 1850er- und 1860er-Jahren mit mehreren hundert Bergleuten zu den großen Bergwerken der Region, ihr Schacht Hercules erreichte 1876 eine Tiefe von 450 Metern. Wasserprobleme und ein Konkurs führten 1892 zur Stilllegung.

Noch im selben Jahr erwarb der Bauunternehmer Wilhelm Dünkelberg das Gelände. Er errichtete eine Dampfziegelei, deren Doppel-Ringofen ab 1897 über dem alten Schacht Hercules bis zu elf Millionen Ziegel im Jahr brannte, und ließ für den Transport des Schiefertons einen Tunnel durch den Hettberg treiben – den heutigen Nachtigallstollen. Nach dem Ende der Ziegelei 1963 verfiel das Areal, zuletzt diente es als Autoverwertung.

Auf Initiative von Bürgern, Denkmalpflege und Stadt bezog der Landschaftsverband Westfalen-Lippe das Gelände 1979 in sein dezentrales Westfälisches Industriemuseum ein. Nach Grabungen und Restaurierungen eröffnete das Museum 2003. Ausstellungen im Ringofengewölbe, zur Ziegelei, zu den Nachkriegs-Kleinzechen und zur Kohlenschifffahrt auf der Ruhr erschließen drei Jahrhunderte Industriegeschichte; der Stollen ist seit 1990 als Besucherbergwerk ausgebaut. Seit 2014 beherbergt die Zeche zudem ein Infozentrum des Nationalen GeoParks Ruhrgebiet.

Highlights

  • Führung durch den Nachtigallstollen bis zu einem echten Kohleflöz
  • Doppel-Ringofen der Ziegelei Dünkelberg (1897–1899)
  • Dampffördermaschine von 1887 mit Vorführungen
  • Nachgebauter Ruhrnachen und Wasserspielplatz
  • Kleinzechen-Ausstellung „Zeche Eimerweise“
  • Infozentrum GeoPark Ruhrgebiet als Startpunkt ins Muttental

Dauerausstellungen

  • Weg in die Tiefe – Im Gewölbe des Ringofens über dem Schacht Hercules geht es um den Übergang vom Stollen- zum Tiefbau – mit Modellen zu Bewetterung, Wasserhaltung und Grubenlicht.
  • Ziegelei Dünkelberg – Im östlichen Ringofen folgt die Ausstellung dem Weg des Schiefertons vom Steinbruch bis zum gebrannten Ziegel und schildert den Arbeitsalltag der Ziegler bis in die 1960er-Jahre.
  • Zeche Eimerweise – Funktionsfähige Nachbauten, Fotos und Zeitzeugenberichte erinnern an die über 1000 Kleinzechen, die zwischen 1945 und 1976 im Ruhrgebiet förderten.
Gegründet
2003
Träger
Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)
Leitung
Gerben Bergstra

Eintrittspreise & Ermäßigungen

Erwachsene6 €
Ermäßigt3 €Beziehende von Leistungen nach SGB II und XII, Studierende bis 30 Jahre, Auszubildende, Freiwilligendienstleistende, Menschen mit GdB ab 50, Inhaber:innen der Ehrenamtskarte NRW
Kinder & Jugendlichefreibis 17 Jahre frei · Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre sowie Schulklassen im Klassenverband frei.
Seniorinnen & Senioren–Keine Seniorenermäßigung ausgewiesen.
Menschen mit Behinderung3 €Ermäßigung ab GdB 50.
Studierende & Azubis3 €Studierende bis 30 Jahre, Auszubildende.
Gruppen (ab 16 Pers.)5 € p. P.Erwachsene in Gruppen ab 16 Personen. Gruppenführungen zzgl. Eintritt: Nachtigallstollen oder Museumsführung 45 €, Große Bergwerkstour 65 € (max. 10 bzw. 20 Personen).
Öffentliche Stollenführung (Erwachsene, zzgl. Eintritt)3 €Kinder 1,50 €
LWL-MuseumsCard (Jahreskarte für 31 Museen von LWL und LVR)50 €Ermäßigt 15 €; „Ich und Du“ für zwei Erwachsene 70 €

Freier Eintritt mit LWL-MuseumsCard, LVR-Museumskarte, Ausweis des Deutschen Museumsbundes, ICOM und RuhrtopCard (einmalig).

Barrierefreiheit

  • Teilweise rollstuhlgerecht
  • Aufzug: keine Angabe
  • Barrierefreies WC
  • Behindertenparkplatz
  • Assistenzhunde erlaubt: keine Angabe
  • Tastmodelle / taktile Angebote: keine Angabe
  • Führungen in Gebärdensprache: keine Angabe
  • Angebote in Leichter Sprache
  • Audiodeskription: keine Angabe

Zertifiziert nach „Reisen für Alle“. Führungen über Tage sind für Rollstuhlnutzende geeignet, das Besucherbergwerk ist für Menschen mit Gehbehinderung, Gehhilfen oder Rollstuhl nicht zugänglich. Zwei Rollatoren leihbar, Kurzführer in Leichter Sprache an der Kasse, digitaler Medienguide per QR-Code. Der LWL bietet in seinen Museen regelmäßig Führungen mit Gebärdensprachdolmetschung an.

Kinder & Familie

Gut für Kinder & Familien geeignet

Eintritt Kinderbis 17 Jahre frei
  • Familienführungen & Workshops
  • Entdeckerheft, Rallye oder Kinder-Audioguide
  • Spielplatz / Spielecke
  • Kindergeburtstage

Familiensonntag an jedem 1. Sonntag im Monat mit kostenlosem Mitmachprogramm und Bergbau-Führungen für Kinder von 4 bis 6 Jahren. Mit dem „Püngelsack“ (an der Kasse) erkunden Familien das Gelände auf eigene Faust; Spielplatz mit Bachlauf, Boote an der Kasse ausleihbar. Stollenführungen ab 6 Jahren.

Anreise & Parken

Mit Bus & Bahn

Witten Hauptbahnhof · 20 Min. zu Fuß

Mit S 5 oder RB 40 bis Witten Hauptbahnhof, von dort zu Fuß über Herbeder Straße, Im Sundern und die Nachtigallbrücke (ca. 20 Minuten).

Mit dem Auto

Parkplatz vorhanden · 18 Min. zu Fuß · 1,3 km zum Eingang

Besucherparkplatz „Parkplatz Nachtigallstraße“, von dort 1,3 km Fußweg zum Museum. Direkt am Eingang nur 7 Stellplätze, davon 2 für Menschen mit Gehbeeinträchtigung.

  • Behindertenparkplatz

Mit dem Auto: A 43, Abfahrt Witten-Heven, über Herbeder Straße und Ruhrstraße (B 235), nach der Ruhrbrücke in die Nachtigallstraße.

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Service & Gastronomie

  • Café
  • WLAN

Biergarten, Bistro und Café „Waggon zur Nachtigall“ (1.3.–31.10.2026, Di–So 11–18 Uhr). WLAN im gesamten Museum.

Veranstaltungen & Vermietung

  • Räume mietbar
  • Hochzeiten / Trauungen

Standesamtliche Trauungen im Nachtigallstollen (rund 60 m im Berg, max. 20 Personen; Stollenbelegung 120 € zzgl. Gebühren des Standesamts Witten). Empfang auf dem Außengelände oder im überdachten Ringofenbereich über die Hausgastronomie.

Anfrage & Details

Besuch planen

Führungenja · Dauer ca. 60 Min.
Audioguideja
Angebote für Schulenja
HinweiseStollenführungen ca. 1 Stunde, max. 10 Personen, ab 6 Jahren; feste Schuhe nötig, im Stollen ca. 14 °C (Sommer) bzw. 8 °C (Winter), Stehhöhe teils nur 1,40 m. „Große Bergwerkstour“ (2 Stunden, ab 10 Jahren) an einzelnen Terminen. Gruppenführungen mindestens 10 Tage im Voraus buchen (Tel. 02302 93664-28).

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