
Textilfabrik Cromford
LVR-Industriemuseum in Ratingen: die erste vollmechanische Baumwollspinnerei auf dem europäischen Festland (1783/84) mit barockem Fabrikantenhaus.
Über das Museum
Der Wuppertaler Kaufmann Johann Gottfried Brügelmann ließ 1783/84 am Flüsschen Anger bei Ratingen eine wassergetriebene Baumwollspinnerei errichten. Vorbild war Richard Arkwrights Fabrik im englischen Cromford, deren Spinnmaschine („Water Frame“) Brügelmann mithilfe angeworbener englischer Facharbeiter nachbauen ließ. Damit entstand die erste vollmechanische Fabrik auf dem europäischen Kontinent; um 1800 liefen hier zwölf solcher Maschinen gleichzeitig.
Neben der fünfgeschossigen „Hohen Fabrik“ baute sich die Familie ein spätbarockes Herrenhaus im Stil eines Lustschlosses, das zugleich Wohnsitz und Firmenzentrale war. Das Unternehmen überstand im 19. und 20. Jahrhundert mehrere Krisen und Eigentümerwechsel. Nach dem Ende des Betriebs blieben Hohe Fabrik, Kontor, Herrenhaus und Arbeiterwohnungen aus dem 18. Jahrhundert erhalten, während jüngere Bauten abgerissen oder umgenutzt wurden.
Der Landschaftsverband Rheinland eröffnete die Anlage im September 1996 als Standort seines Industriemuseums. In der Hohen Fabrik treibt ein großes Wasserrad einen originalgetreuen Nachbau der Water Frame mit 96 Spindeln an; das 2009/10 sanierte Herrenhaus zeigt das Leben der Unternehmerfamilie und den bemalten Gartensaal. Die Ausstellung thematisiert auch die Verflechtung des Baumwollhandels mit Sklaverei und Kolonialismus. Seit April 2025 wird die Fabrik barrierefrei umgebaut und die Dauerausstellung erneuert.
Highlights
- Erste vollmechanische Fabrik auf dem europäischen Festland
- Funktionsfähiger Nachbau der Water Frame, angetrieben von einem Wasserrad
- Spätbarockes Herrenhaus mit bemaltem Gartensaal
- Vorführung von Handspinnrad und Spinning Jenny (während des Umbaus)
- Ausstellungswerkstatt „Weiße Kleider“ zur Mode 1770–1850
Dauerausstellungen
- Baumwolle und die Anfänge der Industrie – Die Dauerausstellung in Hoher Fabrik und Herrenhaus zeigt den frühen Fabrikbetrieb um 1800 und das Leben der Unternehmerfamilie Brügelmann. Während des Umbaus der Fabrik werden im Herrenhaus Handspinnrad und Spinning Jenny vorgeführt.
- Weiße Kleider – Ausstellungswerkstatt im Herrenhaus – Sieben weiße, nach historischen Schnitten genähte Damenkleider aus Rokoko, Empire und Biedermeier machen den Wandel von Mode und Frauenbild zwischen 1770 und 1850 sichtbar. Die kleine Schau ist bewusst ressourcenschonend gestaltet.
- Gegründet
- 1996
- Träger
- Landschaftsverband Rheinland (LVR-Industriemuseum)
- Leitung
- Claudia Gottfried
Eintrittspreise & Ermäßigungen
| Gruppen | –Gruppenführung (bis 25 Personen) 70 €, für Kinder- und Schulgruppen 50 €, auf Englisch 60–80 € |
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Während des Umbaus der Hohen Fabrik gilt „Zahl, was Du willst“: Der Eintrittspreis wird von den Gästen selbst festgelegt. Für Veranstaltungen, Führungen und Workshops gelten gesonderte Preise. Reguläre Tarife nach der Wiedereröffnung sind noch nicht veröffentlicht.
Barrierefreiheit
- Teilweise rollstuhlgerecht
- Aufzug
- Barrierefreies WC
- Behindertenparkplatz
- Assistenzhunde erlaubt
- Tastmodelle / taktile Angebote
- Führungen in Gebärdensprache
- Angebote in Leichter Sprache
- Audiodeskription: keine Angabe
Herrenhaus über Rampe bzw. ebenerdigen Eingang, Aufzug ins EG, 2. und 3. OG (museumspädagogischer Raum im Dachgeschoss nur über Treppe). Kopfsteinpflaster im Hof, kein Leihrollstuhl, kein Blindenleitsystem. Die Hohe Fabrik erhält beim Umbau einen Außenaufzug bis ins Dachgeschoss. Tastführungen für Blinde und Führungen mit DGS-Dolmetschung (Kosten trägt der LVR) über Kulturinfo Rheinland buchbar.
Kinder & Familie
Gut für Kinder & Familien geeignet
- Familienführungen & Workshops
- Kindergeburtstage
Regelmäßige Familienführungen mit Mitmachaktionen sowie Workshops und Aktionen in den Oster-, Sommer- und Herbstferien. Kindergeburtstage je nach Programm ab 6, 8 oder 9 Jahren (2,5 bis 3 Stunden). Während des Umbaus der Hohen Fabrik ist nur das Herrenhaus zugänglich.
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
Blauer See · 300 m
S 6 bis Ratingen Ost, dort Bus 773 Richtung Ratingen-Hösel bis „Blauer See“; vom Bahnhof zu Fuß etwa 30 Minuten (rund 2 km).
Mit dem Auto
Parkplatz vorhanden · 600 m zum Eingang
Parkplatz „Blauer See“ an der Straße Zum Blauen See (unbefestigt, bei Veranstaltungen auf dem Freizeitgelände gebührenpflichtig), Fußweg rund 600 m mit Gefälle. Wenige Plätze an der Cromforder Allee und auf dem Hof hinter dem Museum (Einfahrt hinter dem Herrenhaus rechts), dort auch zwei Behindertenparkplätze.
- Behindertenparkplatz
Der direkte Fußweg von der Haltestelle ist steil (bis ca. 12 % Steigung); es gibt eine barrierefreie Alternative zum Hintereingang der Hohen Fabrik.
Route planenService & Gastronomie
- Café
- Restaurant: nicht vorhanden
- Museumsshop
Museumscafé im ehemaligen Vestibül des Herrenhauses mit Blick in den Cromford-Park (bei gutem Wetter auch draußen). Museumsshop. Hunde außer Assistenzhunden nicht erlaubt.
Veranstaltungen & Vermietung
- Räume mietbar
- Private Feiern
- Firmenveranstaltungen
- Hochzeiten / Trauungen
Drei Räume im Herrenhaus für Seminare, kleine Familienfeiern und Empfänge; in der Fabrik der Bereich am Wasserrad für Empfänge. Standesamtliche Trauungen der Stadt Ratingen im Gartensaal (max. 30 Personen, 20 Sitzplätze) an ausgewählten Samstagen und einzelnen Freitagnachmittagen.
Anfrage & DetailsBesuch planen
| Führungen | ja |
|---|---|
| Angebote für Schulen | ja |
| Fotografieren | Fotografieren und Filmen zu privaten Zwecken ohne Stativ, Blitz und Selfie-Stange erlaubt; Personen nur mit Einwilligung; gewerbliche Aufnahmen nur mit Genehmigung. |
| Hinweise | Maschinenvorführungen etwa einmal pro Stunde. Führungen und Programme über Kulturinfo Rheinland (Tel. 02234 9921-555, info@kulturinfo-rheinland.de); Sonderführungen mit mindestens einer bis zwei Wochen Vorlauf. Ein Booklet führt durch die Ausstellung im Herrenhaus. |





