
Gedenkstätte Grafeneck
Gedenkstätte und Dokumentationszentrum auf der Schwäbischen Alb für die über 10.600 Opfer der NS-„Euthanasie“-Morde in Grafeneck 1940.
Über das Museum
Schloss Grafeneck bei Gomadingen entstand aus einer mittelalterlichen Burg; im 16. Jahrhundert wurde es zum Jagdschloss der württembergischen Herzöge ausgebaut, unter Herzog Carl Eugen zur barocken Sommerresidenz. Im 19. Jahrhundert verlor es an Bedeutung, 1928 erwarb die evangelische Samariterstiftung das Anwesen und richtete darin ein Heim für Menschen mit Behinderung ein.
Im Oktober 1939 beschlagnahmten die Nationalsozialisten das Schloss. Von Januar bis Dezember 1940 war Grafeneck die erste Tötungsanstalt der sogenannten Aktion T4: In einer als Gaskammer umgebauten Baracke wurden über 10.600 Menschen mit geistiger Behinderung oder psychischer Erkrankung ermordet, die aus Heil- und Pflegeanstalten in Württemberg, Baden, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen herangebracht worden waren.
Nach dem Krieg nutzte die Samariterstiftung Grafeneck wieder als Einrichtung für Menschen mit Behinderung, was sie bis heute tut. Das Gedenken entwickelte sich schrittweise: In den 1950er- und 1960er-Jahren entstand ein Friedhof, 1982 eine Gedenktafel angebracht und 1990 eine offene Gedenkkapelle errichtet.
Im Oktober 2005 eröffnete das Dokumentationszentrum mit einer Dauerausstellung zu Opfern, Tätern, Widerstand und der juristischen Aufarbeitung nach 1945. Getragen vom Verein Gedenkstätte Grafeneck e. V. in Zusammenarbeit mit der Samariterstiftung, ist Grafeneck heute Lern- und Forschungsort, bietet eine Namensrecherche zu den Opfern an und zählt zu den meistbesuchten Gedenkstätten in Baden-Württemberg.
Highlights
- Dauerausstellung im Dokumentationszentrum zur NS-„Euthanasie“ im deutschen Südwesten
- Offene Gedenkkapelle von 1990 und Friedhof
- Alphabet-Garten als künstlerischer Gedenkort
- Namensbuch und Recherchemöglichkeit zu den Opfern
- Rundgänge mit inklusiver Jugendguide-Gruppe
Dauerausstellungen
- Dauerausstellung im Dokumentationszentrum – Die Ausstellung dokumentiert die Morde von 1940 in Grafeneck, die Biografien der Opfer, die Täter, Widerstand und die Aufarbeitung nach dem Krieg.
- Gegründet
- 2005
- Träger
- Gedenkstätte Grafeneck e. V. (in Zusammenarbeit mit der Samariterstiftung)
- Leitung
- Thomas Stöckle
Eintrittspreise & Ermäßigungen
Der Eintritt ist frei.
| Erwachsene | frei |
|---|---|
| Gruppen | –Gruppenangebote kostenpflichtig: Seminar mit Rundgang (ca. 2 Std.) 100 €, Schulen/kleine Gruppen 75 €; Workshop (ca. 3 Std.) 150 €/100 €; Tagesseminar 200 €/150 €; Seminare in Leichter Sprache kostenlos |
Eintritt in Gedenkstätte und Dokumentationszentrum frei.
Barrierefreiheit
- Rollstuhlgerecht: keine Angabe
- Aufzug: keine Angabe
- Barrierefreies WC: keine Angabe
- Behindertenparkplatz: keine Angabe
- Assistenzhunde erlaubt: keine Angabe
- Tastmodelle / taktile Angebote: keine Angabe
- Führungen in Gebärdensprache: keine Angabe
- Angebote in Leichter Sprache
- Audiodeskription: keine Angabe
Die Gedenkstätte versteht sich als barrierearmer, inklusiver Lernort (Projekt „Barrierefreie Gedenkstätte“); Seminare in Leichter Sprache für Menschen mit Lernschwierigkeiten kostenlos. Inklusive Jugendguide-Gruppe „Grafenschrecks“.
Kinder & Familie
Nur bedingt für Kinder geeignet
Gedenkstätte für die Opfer der NS-„Euthanasie“-Verbrechen; die Bildungsangebote richten sich an Schulklassen, Jugend- und Erwachsenengruppen.
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
Grafeneck · 10 Min. zu Fuß
Bus bis Haltestelle „Grafeneck“ (Gomadingen) oder Bahn bis Haltepunkt „Marbach (Lauter)-Grafeneck“; beide liegen wenige Meter auseinander und sind nicht barrierefrei. Von dort ca. 10 Minuten zu Fuß über die steile, asphaltierte Zufahrt.
Mit dem Auto
Parkplatz vorhanden
Ausreichend Parkplätze gegenüber dem Dokumentationszentrum.
Navi-Adresse: Grafeneck 3, 72532 Gomadingen-Grafeneck; ausgeschilderte Zufahrten aus Richtung Marbach (Lauter), Steingebronn und Münsingen.
Route planenService & Gastronomie
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Veranstaltungen & Vermietung
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Besuch planen
| Führungen | ja · Dauer ca. 1,5 Std. |
|---|---|
| Angebote für Schulen | ja |
| Hinweise | Seminare, Workshops und Rundgänge für Gruppen nach Anmeldung (Buchung über den Online-Kalender gilt nur als Anfrage); Angebote der Jugendguides grundsätzlich mittwochs. Gelegentlich öffentliche Rundgänge (ca. 90 Min.). Grafeneck ist weiterhin Wohn- und Arbeitsort von Menschen mit Behinderung der Samariterstiftung. |





