
Gedenkstätte ROTER OCHSE
Gedenkstätte in der Haftanstalt „Roter Ochse“ in Halle zur politischen Justiz im Nationalsozialismus, unter sowjetischer Besatzung und in der DDR.
Über das Museum
Die Strafanstalt in Halle wurde 1842 eröffnet; ihren Spitznamen „Roter Ochse“ verdankt sie vermutlich den roten Ziegeln und dem Porphyr der Mauern. Schon nach der Revolution von 1848/49 sassen hier politische Gefangene. In der NS-Zeit diente der Bau als Zuchthaus und ab 1942 als Hinrichtungsstätte: Bis Kriegsende wurden hier 549 Menschen aus 15 Ländern Europas sowie aus Tunesien mit dem Fallbeil oder dem Strang getötet.
Nach der Befreiung im April 1945 nutzte die sowjetische Besatzungsmacht das Gefängnis sieben Jahre lang; viele von Militärtribunalen Verurteilte wurden in Speziallager oder in den Gulag gebracht. Von 1950 bis 1989 betrieb das Ministerium für Staatssicherheit in einem Teil der Anlage eine Untersuchungshaftanstalt, durch die fast 10.000 Menschen gingen, während andere Bereiche dem Strafvollzug dienten.
Seit 1996 erinnert im früheren Hinrichtungsgebäude, das die Stasi zum Vernehmertrakt umgebaut hatte, eine Gedenkstätte an die Opfer beider Diktaturen. Die heutige Dauerausstellung von 2006 erstreckt sich über mehr als 800 Quadratmeter: Das Erdgeschoss dokumentiert die NS-Justiz einschliesslich der freigelegten Reste der Richtstätte und eines Totenbuchs, die Verhöretage die sowjetische Besatzungszeit und die Arbeit des MfS. Die Gedenkstätte gehört zur Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt und ist zugleich Lern-, Forschungs- und Trauerort.
Highlights
- Freigelegte Reste der NS-Richtstätte und Totenbuch mit den Namen aller Opfer
- Originale Verhöretage der Stasi-Untersuchungshaftanstalt
- Waffenkammer und Fotolabor mit Originalinventar
- Zeitzeugeninterviews an Medienstationen
- Freier Eintritt
Dauerausstellungen
- Politische Justiz 1933–1945 – Das Erdgeschoss zeigt Haftbedingungen, Gerichte und Opfer der NS-Justiz; im ehemaligen Hinrichtungsraum sind Reste der Richtstätte freigelegt.
- Politische Justiz 1945–1989/90 – In der erhaltenen Verhöretage geht es um die sowjetische Besatzungszeit und die Untersuchungshaft des MfS, ergänzt durch Originalinventar und Zeitzeugenberichte.
- Gegründet
- 1996
- Träger
- Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt
- Leitung
- Michael Viebig
Eintrittspreise & Ermässigungen
Der Eintritt ist frei.
Eintritt frei; Führungen und Projekttage sind ebenfalls kostenfrei.
Barrierefreiheit
- Rollstuhlgerecht
- Aufzug
- Barrierefreies WC
- Behindertenparkplatz
- Assistenzhunde erlaubt
- Tastmodelle / taktile Angebote: nicht vorhanden
- Führungen in Gebärdensprache: keine Angabe
- Angebote in Leichter Sprache: keine Angabe
- Audiodeskription: keine Angabe
Gebäude, Ausstellungs- und Seminarräume sind stufenlos oder per Aufzug erreichbar; einzelne Türen sind schmaler als 90 cm, vereinzelt gibt es Schwellen. Mobilitätseingeschränkte Gäste können im Hof parken. Keine Braille-Informationen, kein taktiles Leitsystem. Englisches Handout zu den Ausstellungstexten am Empfang. Vorherige Anmeldung erbeten, wenn Unterstützung benötigt wird.
Kinder & Familie
Nur bedingt für Kinder geeignet
Angebote richten sich an Schulklassen und Erwachsenengruppen; Thema und Ausstellung sind für jüngere Kinder wenig geeignet.
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
Hermannstrasse
Strassenbahnlinie 7 bis Hermannstrasse oder Linie 8 bis Peissnitzstrasse/Diakonie.
Mit dem Auto
Kein eigener Parkplatz am Museum.
Mobilitätseingeschränkte Besucher dürfen auf das Gelände fahren und im Hof der Gedenkstätte parken (bei verschlossenem Tor bitte melden).
- Behindertenparkplatz
Mit dem Auto über A14/B100 bis Paracelsusstrasse, dann über Wolfensteinstrasse, Grosse Brunnenstrasse und Burgstrasse zur Strasse Am Kirchtor.
Route planenService & Gastronomie
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Veranstaltungen & Vermietung
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Besuch planen
| Führungen | ja · Dauer ca. 1.5 Std. |
|---|---|
| Angebote für Schulen | ja |
| Hinweise | Gruppenführungen (90–120 Minuten) nur nach telefonischer oder schriftlicher Anmeldung, Schwerpunkt nach Absprache (Gesamtüberblick, 1933–1945 oder 1945–1989/90). Projekttage (3–5 Stunden) und Projektwochen, auf Wunsch mit Zeitzeugengespräch. Die Ausstellungstexte sind deutsch. |
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