
Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
Gedenkstätte am Ort des KZ Sachsenhausen und des sowjetischen Speziallagers in Oranienburg – zahlreiche Ausstellungen, Eintritt frei.
Über das Museum
Ab 1936 liess die SS in Oranienburg nördlich von Berlin das Konzentrationslager Sachsenhausen errichten. Ab 1938 sass in unmittelbarer Nachbarschaft auch die SS-Behörde, die das gesamte Netz der Konzentrationslager verwaltete. Bis zur Befreiung im April 1945 litten die Häftlinge unter Hunger, Zwangsarbeit und Gewalt; Tausende wurden ermordet, darunter allein im Herbst 1941 rund 13.000 sowjetische Kriegsgefangene.
Nach Kriegsende nutzte der sowjetische Geheimdienst den Kernbereich bis 1950 als Speziallager, in dem rund 60.000 Menschen festgehalten wurden; etwa 12.000 von ihnen starben. Im April 1961 eröffnete die DDR auf einem kleinen Teil des früheren Lagergeländes die Nationale Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen mit dem weithin sichtbaren Obelisken.
Seit 1993 gehört die Gedenkstätte zur Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, die von Land und Bund getragen wird. In den folgenden Jahren wurden die erhaltenen Gebäude saniert, DDR-zeitliche Überformungen teilweise zurückgenommen und ein dezentrales Ausstellungskonzept umgesetzt. 1992 hatte ein antisemitischer Brandanschlag die Baracken 38 und 39 schwer beschädigt; heute zeigt dort ein Museum die Geschichte der jüdischen Häftlinge.
An den authentischen Orten – vom Kommandantenhaus über den Zellenbau und das Krankenrevier bis zur Häftlingsküche – verbinden die Ausstellungen die Geschichte des jeweiligen Gebäudes mit übergreifenden Themen. Die Einrichtung versteht sich als Friedhof, Gedenkort, Lernort und zeithistorisches Museum, das Sammlung, Archiv und Forschung mit historisch-politischer Bildung verbindet.
Highlights
- Dauerausstellungen in originalen Lagergebäuden
- Gedenkort „Station Z“ mit Open-Air-Dokumentation
- Museum Baracke 38 zu den jüdischen Häftlingen
- Museum zum sowjetischen Speziallager 1945–1950
- Tastmodelle und Bronzemodelle des Lagers
- Freier Eintritt, Audioguide in acht Sprachen
Dauerausstellungen
- Das KZ Sachsenhausen 1936–1945. Ereignisse und Entwicklungen – Überblicksausstellung in der ehemaligen Häftlingsküche, die anhand zentraler Ereignisse die Entwicklung des Lagers von 1936 bis zur Befreiung nachzeichnet; im Keller sind Wandmalereien aus der Lagerzeit erhalten.
- Jüdische Häftlinge im KZ Sachsenhausen 1936 bis 1945 – Im wiederaufgebauten Museum Baracke 38 wird das Schicksal der jüdischen Gefangenen an Lebensgeschichten einzelner Häftlinge gezeigt.
- Sowjetisches Speziallager Nr. 7/Nr. 1 (1945–1950) – Ein 2001 eröffneter Museumsbau und zwei erhaltene Steinbaracken dokumentieren die Nachkriegsnutzung als Lager des sowjetischen Geheimdienstes und die Schicksale der Inhaftierten.
- Gegründet
- 1993
- Träger
- Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
- Leitung
- Prof. Dr. Axel Drecoll
- Besucher pro Jahr
- ca. 500'000 (2025)
Eintrittspreise & Ermässigungen
Der Eintritt ist frei.
| Kinder & Jugendliche | –Eintritt für alle frei. |
|---|---|
| Gruppen (ab 8 Pers.) | –Gruppenführungen (8–25 Personen): Deutsch bzw. einfache Sprache 90 €, ermässigt (z. B. Schulen) 50 €; fremdsprachig 110 €, ermässigt 90 €. Workshops: Deutsch 140 €, ermässigt 75 €; fremdsprachig 160 €, ermässigt 110 € (Preise pro Gruppe). |
| Audioguide | 3,50 €Gruppentarif ab 10 Geräten 2,50 € pro Gerät |
| Öffentliche Führung (samstags) | 3 €ermässigt 2 € |
Der Eintritt in die Gedenkstätte und alle Ausstellungen ist frei. Kosten entstehen nur für Audioguides, öffentliche Führungen sowie gebuchte Gruppenführungen und Workshops.
Barrierefreiheit
- Teilweise rollstuhlgerecht
- Aufzug
- Barrierefreies WC
- Behindertenparkplatz
- Assistenzhunde erlaubt
- Tastmodelle / taktile Angebote
- Führungen in Gebärdensprache
- Angebote in Leichter Sprache
- Audiodeskription: keine Angabe
Wegen des Denkmalschutzes ist das Gelände nur eingeschränkt barrierefrei; Rollstuhlnutzende und Menschen mit Seh- oder Gehbeeinträchtigung sollten in Begleitung kommen. Leihrollstühle im Besuchsinformationszentrum. Barrierearme Toiletten im Besuchsinformationszentrum, im Café, in der ehemaligen Häftlingsküche, in der Bibliothek und im ehemaligen Krankenrevier. Drei Behindertenparkplätze nahe dem Eingang, der Weg vom Parkplatz führt zunächst über Kopfsteinpflaster. Vor dem Besuchsinformationszentrum stehen drei grosse Tastmodelle. Gebärdensprachdolmetschung auf Anfrage, Gruppenführungen in einfacher Sprache mit Materialien in Leichter Sprache. Assistenzhunde sind erlaubt.
Kinder & Familie
Nur bedingt für Kinder geeignetEmpfohlen ab 12 Jahren
| Besuchsdauer | ca. 2 Std. |
|---|
- Wickelmöglichkeit
Die Inhalte und Bilder in den Ausstellungen und auf dem Gelände sind für Kinder unter 12 Jahren nicht geeignet. Führungen und pädagogische Angebote richten sich an Jugendliche ab 14 Jahren. Ein Wickeltisch befindet sich im Café im Neuen Museum.
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
Gedenkstätte
S-Bahn S1 oder Regionalzüge RE 5, RB 12, RB 20 und RB 32 bis Bahnhof Oranienburg; weiter vom Bahnhofsvorplatz mit Bus 804 (Richtung Malz) oder 821 (Richtung Tiergarten) bis Haltestelle „Gedenkstätte“ oder rund 20 Minuten zu Fuss.
Mit dem Auto
Parkplatz vorhanden
Parkplatz direkt am Eingang der Gedenkstätte (auch für Reisebusse), drei Behindertenparkplätze nahe dem Eingang. Keine Wertsachen oder Gepäck im Fahrzeug lassen.
- Behindertenparkplatz
Mit Regionalzügen in Oranienburg aussteigen, nicht am Bahnhof Sachsenhausen. Mit dem Auto aus Berlin über A 111 und A 10 bis Abfahrt Birkenwerder, dann B 96 nach Oranienburg und der Beschilderung folgen. Fahrradständer am Besuchsinformationszentrum.
Route planenService & Gastronomie
- Café
- Schliessfächer
„Café im Neuen Museum“ (täglich 9–17 Uhr) mit Getränken, Sandwiches und Kuchen, von Frühling bis Herbst auch im Innenhof; mitgebrachte Speisen dürfen dort verzehrt werden. Schliessfächer für mittelgrosse Taschen im Besuchsinformationszentrum, grössere Gepäckstücke können nicht aufbewahrt werden.
Veranstaltungen & Vermietung
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Besuch planen
| Führungen | ja · Dauer ca. 2 Std. |
|---|---|
| Audioguide | ja (DE, EN, ES, FR, IT, NL, PT, RU) |
| Angebote für Schulen | ja |
| Fotografieren | Fotografieren ohne Blitz und andere Leuchtmittel erlaubt; Aufnahmen von Führungen sowie Veröffentlichungen (journalistisch oder gewerblich) nur mit Genehmigung. |
| Hinweise | Öffentliche Führungen jeden Samstag um 11 Uhr (Englisch) und 14 Uhr (Deutsch), Dauer etwa zwei Stunden, empfohlen ab 14 Jahren; Anmeldung nur vor Ort im Besuchsinformationszentrum. Gruppenführungen und Workshops bitte mehrere Monate im Voraus über die Buchungsseite der Gedenkstätte anfragen. In der ehemaligen Häftlingsküche läuft während der Öffnungszeiten ein etwa 30-minütiger Einführungsfilm (Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch). Zur Selbsterkundung dient ausserdem die kostenlose berlinHistory.app. Das grosse Freigelände erfordert wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk. Tiere (ausser Assistenzhunden) und Fahrräder sind auf dem Gelände nicht erlaubt. |




