Ausgehend von den Aufzeichnungen des Hamburger Neurologen Max Nonne über seinen Patienten Lenin beleuchtet die Schau Nonnes umstrittene Therapien, seine Rolle in der NS-Zeit und den Totenkult um Lenin.
Die im Sektionssaal gezeigte Ausstellung stellt Massnahmen gegen Corona in den Zusammenhang früherer Seuchen wie Pest, Cholera und Spanische Grippe; ein Enddatum ist nicht angegeben.
Über das Museum
Das Museum geht auf eine Initiative aus dem Jahr 2007 zurück: Nachdem die Pathologie aus dem Fritz-Schumacher-Haus auf dem Gelände des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf ausgezogen war, bat der Klinikvorstand den Freundes- und Förderkreis des UKE, das Gebäude zu restaurieren und neu zu nutzen. In Abstimmung mit dem Denkmalschutz wurde es abschnittsweise instand gesetzt; 2010 war der restaurierte grosse Sektionssaal erstmals mit einer Ausstellung zu sehen.
Das Gebäude selbst plante Hamburgs Baudirektor Fritz Schumacher ab 1911 als Forschungs- und Institutsbau. Im Ersten Weltkrieg diente es als Lazarett, erst 1926 nahmen die Institute ihre Arbeit auf. Die Pathologie nutzte den Sektionssaal bis 2006. 2011 wurde das Ensemble als Baudenkmal von nationaler Bedeutung eingestuft.
Im Oktober 2013 eröffnete der erste Teil der Dauerausstellung „Die Entstehung der modernen Medizin“, im Dezember 2014 folgten der kleine Sektionssaal und die Räume im Obergeschoss. 2017 kam der Lern- und Gedenkort zu den Medizinverbrechen im Nationalsozialismus hinzu. Das Museum gehört zum Institut für Geschichte und Ethik der Medizin und versteht sich als forschendes Haus mit Objektsammlungen, darunter rund 600 Wachsmoulagen, sowie Dokumenten- und Fotobeständen zur Geschichte des Eppendorfer Krankenhauses.
Highlights
Grosser und kleiner Sektionssaal im Zustand von 1926
Wachsmoulagen zur Medizin- und Kulturgeschichte der Syphilis
Eingerichtete Praxis des Internisten Hans-Joachim von Leitner
Lern- und Gedenkort „Medizinverbrechen im Nationalsozialismus“
Historische Mikroskope und Röntgentechnik
Dauerausstellungen
Die Entstehung der modernen Medizin – Dauerausstellung zum Wandel der Medizin seit dem späten 19. Jahrhundert – von Krankenpflege, Pathologie und Zahntechnik bis zu Mikroskopie, Röntgen und Pharmaindustrie, mit den historischen Sektionssälen als Zentrum.
Lern- und Gedenkort „Medizinverbrechen im Nationalsozialismus“ – Zwei Räume erinnern an Hamburger Opfer von „Euthanasie“, Zwangssterilisation und Menschenversuchen und fragen nach der Verantwortung der Wissenschaft; Texte zweisprachig, mit Recherche-Terminal.
Gegründet
2007
Träger
Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
4 €bis 15 Jahre frei · Unter 16 Jahren frei; ab 16 Jahren ermässigt als Schüler:in oder Auszubildende:r.
Seniorinnen & Senioren
4 €Ermässigung für Rentner:innen.
Menschen mit Behinderung
freiBegleitperson frei · Schwerbehinderte Menschen frei.
Studierende & Azubis
4 €Studierende und Auszubildende.
Gruppen
–Gruppen ab 15 Personen bitte anmelden. Gruppenführungen über den Museumsdienst Hamburg: 1 Std. 90 € (Englisch 102 €), 1,5 Std. 105 € (Englisch 117 €), jeweils zzgl. 2 € Eintritt pro Person.
Freier Eintritt ausserdem für UKE-Mitarbeitende, Patient:innen des UKE, Mitglieder des Deutschen Museumsbundes und von ICOM sowie für alle, die sich den Eintritt nicht leisten können.
Barrierefreiheit
Teilweise rollstuhlgerecht
Aufzug: keine Angabe
Barrierefreies WC: keine Angabe
Behindertenparkplatz: keine Angabe
Assistenzhunde erlaubt: keine Angabe
Tastmodelle / taktile Angebote: keine Angabe
Führungen in Gebärdensprache: keine Angabe
Angebote in Leichter Sprache
Audiodeskription: keine Angabe
Kein durchgehend barrierefreier Zugang; das Museum unterstützt nach telefonischer Absprache (040 7410-57172). Der Lern- und Gedenkort ist barrierefrei zugänglich. Kostenloses Begleitheft in Einfacher Sprache für einzelne Bereiche. Assistenztiere nur nach vorheriger Genehmigung des UKE. Die Besucherinformationen sprechen an einer Stelle auch von einem barrierefreien Zugang für Rollstuhlfahrende.
Kinder & Familie
Nur bedingt für Kinder geeignet
Eintritt Kinder
bis 15 Jahre frei
Wegen der Wirkung einiger Exponate wird Jugendlichen unter 16 Jahren ein Besuch in Begleitung Erwachsener empfohlen; der abgedunkelte Raum mit realistischen Wachsmoulagen von Krankheiten ist für Kinder wenig geeignet. Führungen für Schulklassen und Kindergruppen über den Museumsdienst Hamburg.
Anreise & Parken
Mit Bus & Bahn
Julius-Reincke-Stieg · 10 Min. zu Fuss
U1/U3 bis Kellinghusenstrasse, weiter mit Bus 20 oder 25 bis Julius-Reincke-Stieg (ca. 10 Min. Fussweg bis zum Eingang)
Mit dem Auto
Parkplatz vorhanden
Kein museumseigener Pkw- oder Busparkplatz; Parkmöglichkeiten auf dem UKE-Gelände.
Zugang über den Nebeneingang Frickestrasse/Ecke Schedestrasse.
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Veranstaltungen & Vermietung
Räume mietbar
Firmenveranstaltungen
Bis zu 196 Personen.
Vermietet werden grosser Hörsaal (196 Plätze), grosser Sektionssaal (ca. 150 Plätze), kleiner Sektionssaal (ca. 30), Foyer und Museumslabor (ca. 20) für Tagungen, Konzerte, Lesungen und Filmaufnahmen. Die Sektionssäle sind derzeit wegen einer Ausstellung nicht buchbar; im Sektionssaal keine Speisen und Getränke. Hörsaal-Anfragen ohne Museumsbezug über das Dekanat.
Fotografieren für private Zwecke ohne Blitz erlaubt; gewerbliche Foto- und Filmaufnahmen nur mit Sondergenehmigung.
Hinweise
Tiere sind auf dem UKE-Gelände nicht erlaubt (Ausnahme: genehmigte Assistenztiere). Führungen und Schulprogramme über den Museumsdienst Hamburg buchbar.