
Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau
Gedenkstätte am Ort des einzigen Geschlossenen Jugendwerkhofs der DDR mit Dauerausstellung zur repressiven Heimerziehung; Eintritt frei.
Über das Museum
Das Gebäude am Torgauer Fischerdörfchen entstand 1901 als Militärarrestanstalt und diente danach lange als Gefängnis, 1945 auch als Untersuchungsgefängnis des sowjetischen Geheimdienstes und von 1952 bis 1963 als Jugendgefängnis. Im Mai 1964 zog der Geschlossene Jugendwerkhof ein, die offiziell einzige geschlossene Einrichtung der DDR-Jugendhilfe. Sie unterstand direkt dem Ministerium für Volksbildung; eingewiesen wurde ohne Gerichtsurteil.
Bis zur Auflösung im November 1989 durchliefen mehr als 4.000 Jugendliche die Einrichtung. Hinter Mauern, Gittern und Wachtürmen sollten sie mit Drill, Arrest, Zwangssport und Arbeit gebrochen und „umerzogen“ werden. Ein Untersuchungsausschuss stellte 1990 fest, dass die Verhältnisse in vieler Hinsicht härter waren als im Strafvollzug.
Nach dem Verkauf des Areals und seinem Umbau zu Wohnungen wurde das frühere Verwaltungsgebäude unter Denkmalschutz gestellt. Die 1996 gegründete Initiativgruppe Geschlossener Jugendwerkhof Torgau richtete dort 1998 eine Erinnerungs- und Begegnungsstätte ein. Einer ersten Dauerausstellung von 2003 folgte 2009 die heutige Schau, die 2024 grundlegend überarbeitet wurde und nun auch sexualisierte Gewalt in DDR-Heimen thematisiert. Die Gedenkstätte berät ehemalige Heimkinder, sammelt Zeitzeugenberichte und zeigt Wanderausstellungen, darunter die mobile BLACKBOX HEIMERZIEHUNG. Sie wird von der Stiftung Sächsische Gedenkstätten mitfinanziert.
Highlights
- Authentischer Ort mit Arrest- und Dunkelzellentrakt
- Einblick in Sonderakten und Biografien ehemaliger Insassen
- Porträtraum, der Betroffenen Stimme und Gesicht gibt
- Zweisprachige Dauerausstellung (deutsch/englisch), 2024 neu gestaltet
- Zeitzeugengespräche und Projekttage für Schulklassen
Dauerausstellungen
- „Ich bin als Mensch geboren und will als Mensch hier raus!“ Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau im Erziehungssystem der DDR – Die 2009 eröffnete und im November 2024 neu gestaltete Ausstellung erklärt auf über 170 m² das System der DDR-Spezialheime und den Alltag im Geschlossenen Jugendwerkhof. Sonderakten, Biografien, Hörstationen und ein Porträtraum rücken die Betroffenen in den Mittelpunkt; ein Kapitel blickt auf repressive Heimerziehung in Europa.
- Gegründet
- 1998
- Träger
- Initiativgruppe Geschlossener Jugendwerkhof Torgau e. V.
- Leitung
- Manuela Rummel
Eintrittspreise & Ermässigungen
Der Eintritt ist frei.
| Kinder & Jugendliche | –Eintritt für alle frei; Besuch ab 14 Jahren bzw. ab Klasse 9 empfohlen. |
|---|---|
| Seniorinnen & Senioren | –Eintritt für alle frei. |
| Menschen mit Behinderung | –Eintritt für alle frei. |
| Studierende & Azubis | –Eintritt für alle frei. |
| Gruppen | –Führungen (ca. 2 Std.) 50 € pro Gruppe bis 30 Personen, 70 € bis 50 Personen; Projekttage (2–5 Std.) 80 € bzw. 100 €. Anmeldung erforderlich; sächsische Schulen können eine Förderung der Landesservicestelle „Lernorte des Erinnerns und Gedenkens“ nutzen. |
| Familien | –Eintritt für alle frei. |
Der Besuch der Dauerausstellung ist kostenlos; nur Bildungsangebote für Gruppen sind kostenpflichtig.
Barrierefreiheit
- Teilweise rollstuhlgerecht
- Aufzug: nicht vorhanden
- Barrierefreies WC: keine Angabe
- Behindertenparkplatz: keine Angabe
- Assistenzhunde erlaubt: keine Angabe
- Tastmodelle / taktile Angebote: keine Angabe
- Führungen in Gebärdensprache: keine Angabe
- Angebote in Leichter Sprache: keine Angabe
- Audiodeskription: keine Angabe
Denkmalgeschütztes Gebäude, nur bedingt barrierefrei: Zugang zur Dauerausstellung über drei niedrige Stufen, ein Ausstellungsbereich im ersten Obergeschoss ohne Aufzug. Sitzgelegenheiten in der Ausstellung. Bildungsangebote werden auf Anfrage an gehörlose, blinde/sehbehinderte sowie lern- und geistig behinderte Menschen angepasst.
Kinder & Familie
Nur bedingt für Kinder geeignetEmpfohlen ab 14 Jahren
| Besuchsdauer | ca. 45 Min. |
|---|
Die Gedenkstätte empfiehlt den Besuch ab 14 Jahren bzw. ab der 9. Klasse.
Anreise & Parken
Mit dem Auto
Parkplatz vorhanden
Vereinzelt Parkmöglichkeiten direkt vor dem Haus; öffentlicher Parkplatz „Unter der Elbbrücke“ in unmittelbarer Nähe.
Service & Gastronomie
- Museumsshop
Publikationen der Schriftenreihe „Auf Biegen und Brechen“ an der Ausstellungsbetreuung erhältlich.
Veranstaltungen & Vermietung
Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.
Besuch planen
| Führungen | ja · Dauer ca. 2 Std. |
|---|---|
| Audioguide | ja |
| Angebote für Schulen | ja |
| Fotografieren | Fotografieren erlaubt, ausser im Raum mit den Sonderakten. |
| Hinweise | Einzelbesucher können sich keiner Gruppenführung anschliessen. Führungen, Projekt- und Seminartage sowie Zeitzeugengespräche nur für angemeldete Gruppen, auf Deutsch und Englisch; die Kapazitäten für 2026 sind weitgehend ausgebucht. Audioguide für das eigene Smartphone und virtueller Rundgang auf der Website. Die Jugendherberge Torgau liegt in unmittelbarer Nähe. |





