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KZ Lichtenburg in Annaburg
Foto: Malabon · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

KZ Lichtenburg

Gedenkstätte im Renaissanceschloss Prettin: 1933–1937 Männer-KZ, 1937–1939 erstes zentrales Frauen-KZ des Deutschen Reichs. Eintritt frei.

ÖffnungszeitenEintritt frei Teilweise barrierefrei
Eingeschränkter Betrieb. Dauerausstellung und Seminarbereich sind zu den regulären Zeiten geöffnet. Wegen umfangreicher Baumassnahmen des Eigentümers ist das übrige Schloss Lichtenburg nicht zugänglich und das Aussengelände nur teilweise begehbar.

Über das Museum

Schloss Lichtenburg in Prettin, ein Renaissancebau des 16. Jahrhunderts, diente ab 1812 über ein Jahrhundert lang als Strafanstalt. Im Juni 1933 richteten die Nationalsozialisten in dem mitten in der Kleinstadt gelegenen Schloss ein Konzentrationslager für Männer ein. Ausgelegt für 1.000 Häftlinge, war es schon im Herbst 1933 mit rund 2.000 Gefangenen überfüllt – vor allem politische Gegner, darunter der spätere Berliner Oberbürgermeister Ernst Reuter und der Anwalt Hans Litten. Das Lager spielte eine wichtige Rolle im frühen KZ-System und wurde im August 1937 aufgelöst.

Von Dezember 1937 bis Mai 1939 war die Lichtenburg das erste zentrale Konzentrationslager für Frauen im gesamten Reichsgebiet; belegt sind 1.415 Häftlingsnummern. Von 1941 bis 1945 bestand hier zudem ein Aussenlager des KZ Sachsenhausen. Insgesamt waren zwischen 1933 und 1945 mehr als 10.000 Menschen an diesem Ort inhaftiert.

Am 8. Mai 1965 entstand im ehemaligen „Bunker“ eine erste Mahn- und Gedenkstätte der DDR; 1978 folgte eine Ausstellung in früheren Häftlingsbaracken, die zum Kreismuseum im Schloss gehörte. 2004 wurden Museum und Gedenkstätte geschlossen. Nach bürgerschaftlichem Engagement beschloss der Landtag 2006 die Übernahme durch die neu gegründete Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt.

Im Dezember 2011 eröffnete die neu gestaltete Gedenkstätte mit einer Dauerausstellung im früheren Werkstattflügel. Der Zellenbau von 1878/79 ist nach Sicherungsarbeiten seit 2024 wieder zugänglich, während grosse Teile des Schlosses wegen Baumassnahmen gesperrt sind. Die Gedenkstätte versteht sich als Ort des Erinnerns, der historisch-politischen Bildung und der Forschung.

Highlights

  • Dauerausstellung zu den Lagern 1933–1945 auf zwei Etagen des ehemaligen Werkstattflügels
  • Zellenbau („Bunker“) von 1878/79 als Ort von Strafe und Gewalt
  • Biografische Filmporträts und Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen
  • Augmented-Reality-App zu baulichen Spuren im Schlossgelände
  • Kostenfreie Führungen und Projekttage für Jugendliche und Kinder

Dauerausstellungen

  • „Es ist böse Zeit …“ Die Konzentrationslager im Schloss Lichtenburg 1933–1945 – Das Erdgeschoss ordnet die Lager in die NS-Verfolgungspolitik und die Region ein, das Obergeschoss stellt Häftlinge und Lagerpersonal mit Objekten, Dokumenten und Filmporträts gegenüber. Medienstationen behandeln Nachkriegsprozesse und die Erinnerungskultur in DDR und Bundesrepublik.
Gegründet
1965
Träger
Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt
Leitung
Melanie Engler

Eintrittspreise & Ermässigungen

Der Eintritt ist frei.

Gruppen–Führungen und Projekttage für Gruppen sind kostenfrei, aber vorab anzumelden.

Der Besuch der Gedenkstätte sowie alle pädagogischen Angebote (Führungen, Projekttage) sind kostenfrei.

Barrierefreiheit

  • Teilweise rollstuhlgerecht
  • Aufzug
  • Barrierefreies WC
  • Behindertenparkplatz: keine Angabe
  • Assistenzhunde erlaubt
  • Tastmodelle / taktile Angebote: keine Angabe
  • Führungen in Gebärdensprache: keine Angabe
  • Angebote in Leichter Sprache: keine Angabe
  • Audiodeskription: keine Angabe

Ausstellungs- und Seminarbereich stufenlos erreichbar, Aufzug (90 × 138 cm), barrierefreies WC im Erdgeschoss, unterfahrbare Ausstellungstafeln. Zum ehemaligen Strafbunker führt eine Stufe (Hilfe nötig), der Hof ist gepflastert. Teils kontrastreiche Texte, kein taktiles Leitsystem, zwei Hörstationen mit Zeitzeugeninterviews. Anmeldung vorab erbeten, damit das Team Unterstützung vorbereiten kann.

Kinder & Familie

Nur bedingt für Kinder geeignet

  • Familienführungen & Workshops: nicht vorhanden

KZ-Gedenkstätte; die Führungen richten sich vor allem an Erwachsene. Für Kinder gibt es Projekttage für Schulklassen der 4.–6. Klasse, aber keine eigenen Familienangebote.

Anreise & Parken

Mit Bus & Bahn

Lindenstrasse bzw. Drei Linden (Prettin)

Mit der Bahn bis Jessen oder Annaburg, weiter mit Buslinie 364 nach Prettin (Haltestelle Lindenstrasse oder Drei Linden); aus Richtung Leipzig über Torgau mit Bus 751 bis Drei Linden (bis 1 Std. vorher anmelden); ab Bahnhof Holzdorf Rufbus „Anrufbus flex“. Prettin liegt am Elberadweg.

Mit dem Auto aus Berlin über die B101 bis Jüterbog und weiter über Jessen und Annaburg (L113), aus Leipzig über Torgau und Zwethau, aus Wittenberg über die B187 bis Jessen. Angaben zu Parkplätzen macht die Gedenkstätte nicht.

Route planen

Service & Gastronomie

Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.

Veranstaltungen & Vermietung

Dazu hat das Museum keine Angaben veröffentlicht – bitte direkt beim Museum nachfragen.

Besuch planen

Führungenja · Dauer ca. 1.5 Std.
Angebote für Schulenja
HinweiseÜberblicksführung (vor allem für Erwachsene) ca. 90–120 Minuten; Projekttage für Schulklassen und Jugendgruppen 3–5 Stunden, für Kinder der 4.–6. Klasse 3–4 Stunden. Alle Bildungsangebote kostenfrei, auf Anfrage auch ausserhalb der Öffnungszeiten.

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